Konsum So verwandeln Sie Ungeduld in Vorfreude

Kinder haben die Gabe, sich intensiv auf etwas freuen. Doch Geduld ist nicht ihre Stärke. So lehren Sie Ihr Kind das Warten.

Wissen Sie noch, worauf Sie sich als Kind lange und sehnsüchtig gefreut haben? Der erste Gameboy? Das Geburtstagsfest der besten Freundin? Und wie war es, als das Ereignis und somit die Vorfreude vorbei waren? Klar: Toll, dass man nun endlich mit dem Gameboy spielen konnte oder eine Party erleben durfte, aber das Gefühl ist weg, und es kommt nicht wieder zurück – und diese Vorfreude ist doch etwas Schönes.

Ist der Wunsch erfüllender als die Erfüllung des Wunsches?

Auf etwas zu warten, trifft unseren Zeitgeist überhaupt nicht. Hat der Zug Verspätung, ist das schlimm. Noch schlimmer ist, wenn der Zug unbestimmte Verspätung hat. Es fällt uns also leichter, geduldig zu sein, wenn wir wenigstens wissen, wie lange wir noch geduldig sein müssen. Auch Kinder können manche Ereignisse kaum erwarten. «Wie lange geht es noch? … und jetzt, wie lange geht es jetzt noch?» Das Warten – und somit auch der vorübergehende Verzicht – kann durchaus positive Effekte haben. Psychologen sprechen dabei vom sogenannten Belohnungsaufschub.

Tipp: Zelebrieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Vorfreude auf ein Ereignis, indem Sie gemeinsam die Tage auf einem «Warte-Kalender» abstreichen – quasi dasselbe Prinzip wie beim Adventskalender. So ein Kalender ist ideal, um Ihrem Kind Orientierung zu geben.

Wenn warten sich lohnt

Belohnungsaufschub heisst: Ich verzichte heute auf etwas, um dafür nach einer bestimmten Zeit eine grössere Belohnung zu erhalten. Kinder, welche in Experimenten auf die grössere Belohnung warten konnten, zeigten Jahre später teils bessere Schulleistungen. Denn sie konnten auf Freizeit zugunsten von schulischer Arbeit, Fleiss und Leistungserbringung verzichten. Aber wie können Sie Ihr Kind im täglichen Leben beim Warten unterstützen?

Tipp: Füllen Sie ein Glas mit abgezählten Murmeln auf und lassen Sie Ihr Kind jeden Tag eine herausnehmen – bis der lang ersehnte Tag da ist und das Glas leer. So erkennt Ihr Kind, wie die Zeit vergeht. Sie können auch gemeinsam ein Bild vom bevorstehenden Ereignis malen, damit Ihr Kind Ihnen zeigen kann, wie es sich das Ereignis vorstellt – so wird Vorfreude geweckt.

Zurück in die Zukunft

Zeit ist etwas Abstraktes, und der Umgang damit muss zuerst erlernt werden. Das bewusste Erleben einer Zeitperiode kann dabei helfen. Dafür ist es wichtig, dass Sie Ihrem Kind das Prinzip von Tagen, Wochen, Monaten und Jahren beibringen – auch hier ist es am einfachsten, dies mit einem Kalender oder einer Uhr zu veranschaulichen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das Gefühl der Vorfreude. Denn die Sehnsucht ist vielleicht manchmal wirklich erfüllender als die Erfüllung der Sehnsucht. Und egal ob als Kind oder als Erwachsener, wenn man sich auf etwas freuen kann, macht das Leben viel mehr Spass.

Tipp: Erzählen Sie Ihrem Kind auch von Ihren eigenen Wünschen und beschreiben Sie Ihre Vorfreude. Betonen Sie, dass auch Eltern nicht alles sofort haben können. Denn Kindern fällt es leichter zu warten, wenn sie wissen, dass auch Mami und Papi nicht alles sofort haben können.


Die pädagogischen Grundsätze von UBS

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Pädagogin Marianne Heller entstanden, mehrjährige Leiterin eines Programmes zur Finanzerziehung und Schuldenprävention für Kinder und Jugendliche.

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