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UBS Outlook Schweiz: Neue Risiken für die Schweizer Wirtschaft

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Nach Jahren der Überbewertung des Schweizer Frankens erwarten die Ökonomen von UBS in den nächsten Monaten die Rückkehr zu einer fairen Bewertung, wovon gewisse Branchen überdurchschnittlich stark profitieren dürften. Den freundlichen Ausblick für die Schweizer Wirtschaft trüben allerdings verschiedene globale Risiken. Allen voran ist der Protektionismus, für eine offene Volkswirtschaft wie die Schweiz eine hat, langfristig eine Herausforderung.

Zürich, 12. Juli 2018 – Für das laufende Jahr erwarten die Ökonomen von UBS ein Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent. Der erste zentrale Pfeiler dieser optimistischen Konjunkturprognose ist die deutliche Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro in den letzten Quartalen. Den zweiten Pfeiler stellt die robuste Weltkonjunktur dar. Damit dürfte sich die Schweizer Wirtschaft auch in der zweiten Jahreshälfte dynamisch zeigen, wovon Exporte und Ausrüstungsinvestitionen am meisten profitieren würden.

Die UBS-Ökonomen erwarten eine Inflationsrate von 0,8 Prozent im laufenden und von 0,9 Prozent im kommenden Jahr. Die fragile geopolitische Situation im Nahen Osten dürfte in den nächsten Quartalen den Ölpreis auf einem hohen Niveau halten und damit zusammen mit dem schwächeren Franken die Inflation in der Schweiz antreiben.

Nach fast einem Jahrzehnt Franken-Überbewertung erwarten die UBS-Ökonomen in den nächsten Quartalen die Rückkehr zu einem fair bewerteten Schweizer Franken. Allerdings unterscheidet sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Branche zu Branche stark und damit auch, welcher Aussenwert des Frankens als fair bezeichnet werden kann. Ist der Franken für die kompetitive Exportwirtschaft fair bewertet, so ist er für einzelne Bereiche der Binnenwirtschaft noch immer deutlich überbewertet. Das ist insbesondere für diejenigen Binnenbranchen problematisch, die sich vermehrt dem internationalen Wettbewerb stellen müssen. So werden für den Detailhandel der Einkaufstourismus und der Onlinehandel weiterhin grosse Herausforderungen darstellen.

Protektionismus als neue Gefahr

Getrübt wird der positive Ausblick durch die deutliche Zunahme an globalen Risiken. Diese umfassen eine Konjunkturabkühlung in der Eurozone, die protektionistische US-Handelspolitik sowie die Fiskalpolitik der neuen italienischen Regierung. Insbesondere US-Präsident Donald Trumps Protektionismus stellt für den Aussenhandel, der sich gerade von der Überbewertung des Frankens erholt, langfristiges ein Risiko dar.

Die USA sind der zweitwichtigste Handelspartner der Schweizer Industrie nach Deutschland. Mit einem Anteil von 54 Prozent ist die Pharmabranche der wichtigste Exporteur in die USA. Da sich die protektionistischen Massnahmen seitens der USA bis jetzt auf einzelne Branchen und Regionen beschränken, sind die Effekte auf die Schweizer Wirtschaft vorläufig marginal. Bei einer Eskalation des Handelsstreits, auch hinsichtlich der Importzölle auf europäische Autos in die USA, wäre die Schweiz als eine offene Volkswirtschaft vor allem durch Zweitrundeneffekte negativ betroffen.

Vorsichtigere Nationalbank

Die angesprochenen Risiken haben zu einer vorsichtigeren Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) und einer leichten Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro geführt. Beides trägt dazu bei, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) in den kommenden Quartalen vorsichtiger agieren und die Normalisierung ihrer Geldpolitik nur langsam vorantreiben wird. Die Ökonomen von UBS rechnen erst im September 2019 mit einer ersten Zinserhöhung in der Schweiz von -0,75 Prozent auf -0,50 Prozent, sofern dann auch die EZB einen ersten Zinsschritt vornimmt. Vor dem Jahr 2020 dürfte die SNB ihre Zinsen kaum in den positiven Bereich zurückbringen.

Während die UBS-Ökonomen für Europa nur eine vorsichtige Normalisierung der Geldpolitik erwarten, sehen sie für die US-Notenbank weitere Zinsschritte in der zweiten Jahreshälfte. Diese sind vom Markt allerdings bereits eskomptiert, weshalb die Renditen beidseits des Atlantiks nur leicht ansteigen dürften.

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Quelle: Seco, UBS

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