Mit Erreichen des Rentenalters ändert sich nicht nur Ihre persönliche Lebenssituation, sondern auch die Rahmenbedingungen für Ihre Vermögensgestaltung. Der Lohn wird durch eine oftmals geringer ausfallende Rente oder eine Kapitalauszahlung ersetzt. Dem gegenüber stehen die Ausgaben, die sich meist gar nicht so sehr verändern oder sich lediglich auf andere Lebensbereiche umverteilen. Mit einer gezielten Anlagestrategie können Sie eine finanzielle Schieflage vermeiden.

Das Investieren Ihres Vermögens kann ein Weg sein, Ihren Lebensstil zu erhalten oder Ihr Vermögen an die nächste Generation weiterzugeben. Besonders hilfreich ist dies, wenn Sie Ihre bisherigen Ersparnisse über die Jahre für anstehende Ausgaben nutzen müssen. Obwohl Geldanlagen auch für Rentnerinnen und Rentner Risiken bergen und keine Gewinne garantiert werden können, sollten Sie die Chancen, die das Anlegen bietet, nicht ausser Acht lassen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die besten Strategien für Ihre finanziellen Verhältnisse finden.

Warum ist Investieren nach der Pensionierung wichtig?

Die Lebenserwartung der Schweizerinnen und Schweizer stieg in den letzten Jahren für Frauen auf 86 Jahre und für Männer auf 82 Jahre. Seit dem 1. Januar 2024 liegt das ordentliche Pensionierungsalter für die meisten Personen bei 65 Jahren. Trotz des erhöhten Rentenalters können die Rentnerinnen und Rentner ihren Ruhestand immer länger geniessen – benötigen jedoch auch mehr Kapital, um Aufwände länger zu decken. Damit das Leben im Alter dem Standard des Erwerbslebens entspricht, sollte ein realistischer Blick auf die Lebenshaltungskosten nach der Pensionierung geworfen werden.

Das Einkommen aus der AHV (1. Säule) und der Pensionskasse (2. Säule) liegt in der Regel 30 bis 40 Prozent unter dem letzten Einkommen vor der Pensionierung. Eine frühzeitige Budgetanalyse kann zukünftige Engpässe vermeiden. Sie ermöglicht es Ihnen, die regelmässigen Ausgaben zu erfassen und schon vor der Pensionierung zu beurteilen, ob sie zukünftig sinken oder steigen werden. Folgende Ausgaben sollten Sie dabei bedenken:

  • Ausgaben des täglichen Bedarfs
  • Transport- und Reisekosten
  • Aufwendungen für Freizeit und Sport
  • Wohnkosten (Miete, laufende Hypotheken, Unterhaltsarbeiten etc.)
  • Ausgaben für die Gesundheit

Letztere werden im Laufe der Jahre ansteigen, vor allem, wenn Betreuungs- und Pflegekosten anfallen. Zu beachten sind auch die finanziellen Belastungen für Steuern sowie die Inflationsrate. Ebenso berücksichtigt werden müssen einmalige, grosse Ausgaben, wenn Sie sich im Rentenalter einen oder mehrere lang gehegte Wünsche erfüllen möchten.

Planen Sie Ihre Pensionierung frühzeitig

Wenn Sie an Ihren Ruhestand denken, stehen Sie vor einigen wichtigen Entscheidungen. Lassen Sie uns gemeinsam einen Plan aufstellen, ausgerichtet an Ihren individuellen Wünschen. Damit einer entspannten finanziellen Zukunft nichts im Weg steht.

Finanzielle Ziele im Ruhestand definieren

Für das Anlegen Ihres Vermögens im Ruhestand sollten Sie geplant vorgehen und entsprechende Ziele definieren. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass zwei Hauptziele beim Investieren im Alter relevant werden:

  1. Die Verbesserung oder die Aufrechterhaltung des Lebensstils und zeitgleiche Kontrolle von finanziellen Risiken.
  2. Die Maximierung des bestehenden Vermögens für die Nachkommen.

Um diese Ziele zu erreichen, ist es sinnvoll, drei Strategien zu definieren:

  • Liquidität, um ihre kurzfristigen Ziele zu finanzieren.
  • Langlebigkeit zur Sicherstellung ihres Lebensunterhaltes.
  • Weitergabe für die Mittel, die sie gerne weitergeben möchten.

Dieses Modell ermöglicht es, die nötige Liquidität sicherzustellen und gleichzeitig Anlageopportunitäten wahrzunehmen.

Geld anlegen im Alter auf einen Blick

  • Als Basis für die Anlagestrategie sollten vor der Pensionierung ein Haushaltsbudget und eine Vermögensübersicht erstellt werden.
  • Die Lebenshaltungskosten sind im Ruhestand in der Regel ähnlich hoch wie während der Erwerbstätigkeit. Die Gesundheitskosten können allerdings stark ansteigen, wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert und man auf Unterstützung angewiesen ist.
  • Liquidität: Das Vermögen lässt sich in einen Verzehrteil und einen Wachstumsteil aufteilen.
  • Langlebigkeit: Übersteigen nach der Pensionierung die Ausgaben die Einnahmen, muss berechnet werden, welcher Betrag dem Vermögen jährlich als Kapitalverzehr entnommen wird.
  • Weitergabe: Der Wachstumsteil wird vorerst nicht für den Lebensunterhalt benötigt und kann daher längerfristig angelegt werden.

      Anlagestrategien für den Ruhestand

      Bei der Pensionierung ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass die Vorsorgegelder auf möglichst vorteilhafte Weise ins private Vermögen überführt werden. Die Wahl zwischen lebenslanger Rente und (teilweisem) Kapitalbezug hat dabei einen erheblichen Einfluss auf die spätere Finanz- und Vermögenssituation.

      Wenn Sie Ihre Finanzen für die Zeit nach der Pensionierung planen, können Sie auch leichter entscheiden, ob ein Teil des Vorsorgeguthabens als Kapital ausbezahlt werden soll. Dabei können Sie einmalig wählen, ob Sie das Pensionskassenguthaben in Form einer lebenslangen Rente oder in Form einer einmaligen Kapitalauszahlung – oder einer Kombination von beidem – beziehen möchten. Gehen Sie mit mehreren Teilpensionierungsschritten gestaffelt in den Ruhestand, können Sie diese Entscheidung für jeden Teilschritt wählen.

      Die Frage, ob Rente oder Kapital aus der 2. Säule bezogen werden soll, hängt von vielen persönlichen Faktoren ab. Eine allgemeingültige Lösung gibt es nicht. Eine Möglichkeit bietet folgende Faustregel. Laufende Fixkosten können durch eine fixe Rente gedeckt werden und das verbleibende Vorsorgeguthaben kann als Kapital bezogen werden.

      Mit der Pensionierung müssen das persönliche Risikoprofil und die Anlagestrategie an die neue Situation angepasst werden – das heisst, es steht nicht mehr der Vermögensaufbau im Vordergrund, sondern der Vermögenserhalt und der Vermögensverzehr. Hierbei geht man am besten in zwei Etappen vor und teilt das Vermögen in einen Verzehr- und einen Wachstumsteil.

      Habe ich eine Vorsorgelücke?

      Wenn die 1. und die 2. Säule nicht genügen, um Ihren gewünschten Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten, müssen Sie zusätzlich sparen. Finden Sie jetzt heraus, wie viel.

      FAQ

      Aspekte für eine mögliche Geldanlage im Alter

      Möchten Sie Teile Ihres Vorsorgekapitals im Alter anlegen, sollten Sie genau wissen, wie hoch Ihre Ansprüche sind und wie viel Geld Sie als Rentnerin oder Rentner benötigen. Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten? Gibt es weitere Fixkosten? Welche Träume möchten Sie sich noch erfüllen? Welche Einkommensquellen oder Ersparnisse gibt es? Ist ein möglicher Wertverlust des Kapitals eingerechnet?

      Beziehen Sie in Ihre Überlegungen auch mit ein, wie sich Ihre Wohnsituation mit den Jahren verändern wird. Viele Rentnerinnen oder Rentner beziehen im fortgeschrittenen Alter eine Pflegeeinrichtung oder müssen ihr Eigenheim altersgerechter umbauen. Es empfiehlt sich, für alle voraussichtlichen Kosten einen Puffer einzuplanen und bereits im Vornherein zu überlegen, wofür Ihr angelegtes Vermögen später verwendet werden soll. Sie sollten auch bedenken, welche steuerlichen Veränderungen auf Sie zukommen, wenn Sie das Referenzalter erreichen. Wichtig ist in jedem Fall, dass alle fixen und spontan anfallenden Kosten stets gedeckt sind und Sie durch Ihre Anlagestrategie nicht in finanzielle Schieflage geraten. Eine Beratung durch Expertinnen oder Experten, die gemeinsam mit Ihnen die Planung überblicken, kann dieses Risiko minimieren.

      Risikomanagement: Wie viel Risiko können Sie eingehen?

      Ein wichtiger Aspekt jeder Anlagestrategie ist das eigene Risikomanagement. Wie viel Verlust können Sie finanziell verkraften? Wie risikoaffin sind Sie? Generell zeigt sich: Je mehr Risiko Sie beim Investieren eingehen, desto höher können die Gewinne, aber auch die Verluste ausfallen. Auch im Alter spielt Ihr Risikoprofil eine entscheidende Rolle. Sie sollten dabei niemals ein so hohes Risiko eingehen, dass Sie Ihre Ausgaben nicht mehr decken können oder Ihr Altersguthaben gefährden.

      Um dies zu gewährleisten, kann Diversifikation der Schlüssel zu einem ausbalancierten Risikomanagement sein. Hierbei werden unterschiedlichste Anlageformen kombiniert, um die Verluste der einen mit den Gewinnen der anderen auszugleichen. Besteht Ihr Portfolio aus breit gestreuten Anlagen, die sich aus klassischen und alternativen Formen mischen, verringert sich entsprechend das Verlustrisiko.

      Fazit: Auch im Ruhestand zahlt sich vorausschauendes Investieren aus

      Mit der Pensionierung mag sich zwar vieles ändern, doch auch im Ruhestand lohnt es sich, zu investieren. So lässt sich das Vermögen entweder so weit aufstocken, dass Sie finanziell besser abgesichert sind oder dass Sie genügend Geld an Ihre Nachkommen vererben. Dazu empfiehlt sich eine frühzeitige Vorbereitung mit einer umfassenden Finanz- und Vermögensplanung.

      Sie dient als Basis für die Entscheidungsfindung bei der Ruhestandsplanung und hilft dabei, die richtige Anlagestrategie zu finden. Sie sollten auch bedenken, welches Risiko Sie beim Investieren eingehen möchten und welche Anlageformen für Ihr Portfolio geeignet sind. Um hier die richtigen Entscheidungen zu treffen, kann das Gespräch mit Expertinnen und Experten helfen.

      Wissenswertes für Sie

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