Familie Junge Erwachsene: Der Weg in die finanzielle Unabhängigkeit

Ihr Kind wird erwachsen und Sie wollen es bestmöglich auf seinem Weg unterstützen? Wir zeigen, wie das gelingt.

Sprechen Sie aktiv mit Ihren Kindern über Geld – gerade auf dem Weg des Erwachsenwerdens.

Werden die Kinder älter, verändern sich auch die Fragen rund um das Thema Geld: Beteiligen wir uns beim Kauf des ersten Autos oder leihen wir unserem Kind dafür Geld? Zieht unser Kind für das Studium in eine andere Stadt und benötigt eine eigene Wohnung? Möchten wir einen bestimmen Vermögensanteil bereits früh weitergeben? Wo setzen wir Limiten und wie helfen wir bei möglichen ersten eigenen Geldanlagen?

Auch auf dem Weg des «Erwachsenwerdens» soll der Umgang mit Geld gelernt sein. Geht es bei jüngeren Kindern noch um die Höhe des Taschengelds, werden die Finanzfragen mit zunehmendem Alter komplexer. In diesem Artikel lesen Sie, was Sie bei diesen Fragen beachten sollten und wie Sie Ihr Wissen zum Thema Finanzen weitergeben können.

Schaffen Sie gemeinsam einen Überblick über die Ausgaben

Essen, Kleidung und Hobbys – bei jungen Erwachsenen häufen sich die Ausgaben schnell einmal an. Verschaffen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind einen Überblick über diese Kosten. Basierend auf der Summe kann bestimmt werden, ob die Tochter oder der Sohn selber in der Lage ist, für die eigenen Auslagen aufzukommen – zum Beispiel, wenn er oder sie sich in einer beruflichen Ausbildung befindet oder einem Nebenjob nachgeht und so über ein regelmässiges Einkommen verfügt.

Oftmals reichen die Einkünfte im jungen Alter aber noch nicht aus. Gerade während der Schule oder im Studium haben Jugendliche oft keinen oder nur einen geringen Verdienst. Viele Eltern übernehmen in dieser Zeit die Grundauslagen und das Kind kann seinen selbst verdienten «Zustupf» für Konsum, die eigenen Hobbys oder erste grössere Anschaffungen nutzen.

Die Grundauslagen zu übernehmen, heisst aber nicht, dass Sie für sämtliche Auslagen aufkommen sollen. Legen Sie gemeinsam fest, welche Ausgaben von Ihnen finanziert werden und wofür Ihre Tochter oder Ihr Sohn selbst die finanzielle Verantwortung trägt. So können Sie Limiten setzen, und Ihr Kind lernt auf dem Weg zum Erwachsenwerden den verantwortungsvollen Umgang mit Geld.

Monatlich einen «Lohn» überweisen und standhaft bleiben

Ist geklärt, welchen Geldbetrag das Kind benötigt, wird dieser entsprechend ganz oder ergänzend überwiesen. Empfohlen wird dabei, die Summe monatlich zu überweisen. So lernt der Sohn oder die Tochter, das Geld einzuteilen, als wäre es ein Monatssalär. Doch was, wenn Ihr Kind plötzlich mehr Geld verlangt? Oder die Überweisung in diesem Monat früher wünscht? In den meisten Fällen gilt hier: standhaft bleiben, am monatlichen Betrag festhalten und auf Ausnahmen verzichten. Nur so wird der Umgang mit Geld auch für künftige eigene Einnahmen gelernt.

Übertragen Sie schrittweise Kosten an Ihr Kind

Der erste Lohn während der Lehre, aus dem Nebenjob oder dem ersten Job nach dem Studium – mit der Zeit steigen die Einnahmen Ihrer Kinder. Ab wann soll die eigene Telefonrechnung übernommen werden? Ab wann die Krankenkassenprämie? Wann der Zeitpunkt gekommen ist, dass Jugendliche und junge Erwachsene diese Kosten selber bestreiten sollen, ist individuell zu entscheiden. Es empfiehlt sich, schrittweise Kosten zu übertragen und dabei stets den Blick auf die gesamten Ausgaben zu bewahren. Wenn das Kind eine eigene Wohnung bezieht und seinen eigenen Haushalt gründet, ist dies zum Beispiel eine gute Gelegenheit, bestimmte Kosten an das Kind zu übertragen.

Üben Sie den Umgang mit grösseren Ausgaben

Ein neuer Laptop, die neusten Sneakers oder eine mehrwöchige Reise: An Verlockungen fehlt es jungen Erwachsenen nicht. Auch wer schon über eigene Einkünfte verfügt, läuft Gefahr, sich finanziell zu überschätzen und zu verschulden. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter lernt, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen.

Ist eine grössere Anschaffung geplant wie das erste Auto, so ist dies eine gute Übungsgelegenheit, um beispielsweise ein Darlehen zu geben. Dabei können mit dem Kind ein Zins und eine konkrete Laufzeit ausgemacht werden. So besteht Klarheit darüber, in welchen zeitlichen Abständen und Beträgen der Kredit wieder zurückgezahlt wird.

Vorsorge, Steuern und Geldanlagen: Geben Sie Ihr Wissen weiter

Junge Erwachsene verfügen schon früh über eigene Konten und mit zunehmendem Alter oft auch schon über eine eigene Kreditkarte. Doch das deckt noch lange nicht das volle Angebotsspektrum bei Finanzthemen. Es gilt daher zu prüfen, wo noch Lücken im Finanzwissen bestehen, und die offenen Fragen zu klären. Dazu gehören Finanzthemen wie Versicherungskosten, Steuern oder auch die berufliche und die private Vorsorge. Und nicht zuletzt auch das Thema Geldanlagen.

Besprechen Sie auch Anlagen früh mit Ihren Kindern

Auch der Umgang mit Geldanlagen soll früh gelernt sein. Gerade wenn Sie als Eltern frühzeitig bestimmte Vermögenswerte an ihre Kinder übertragen möchten, wenn Ihr Kind eine Schenkung oder ein Erbe erhalten oder wenn es Aktien geschenkt bekommen hat. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Kind aktiv über das Thema Anlegen.

Klären Sie, welche längerfristigen Finanzziele erreicht werden sollen und wofür Ihr Kind sparen will. Wenden Sie sich dazu auch gerne an einen unserer UBS-Fachexperten, um Ihre und die offenen Fragen Ihres Kindes zu klären. Es gibt kaum einen besseren Anreiz für Ihre Kinder, sich in ihrer Finanzkompetenz zu verbessern, als zu beobachten, wie ihre Ersparnisse wachsen und sie mehr aus ihrem Vermögen machen können.

Women’s Wealth Academy

Frauen, die sich aktiv an Finanzentscheiden beteiligen, erhöhen ihre Chance auf finanzielle Sicherheit und machen sich weniger Sorgen um ihre Zukunft und die ihrer Kinder.