Konsum Kindern den Charme von Secondhand erklären

Olivia will nicht immer die Sachen ihrer grossen Schwester übernehmen. Wie kann man ihr schon Gebrauchtes schmackhaft machen?

Olivia hat genug! Immer bekommt sie die alten Sachen ihrer grösseren Schwester Zoe. Und irgendwie kann man Olivia verstehen, wenn sie sich benachteiligt fühlt. Dennoch: Das gebrauchte Velo der älteren Zoe ist noch recht gut erhalten. Und es macht finanziell und ökologisch einfach keinen Sinn, es wegzuwerfen. Doch wie kann man das alte Fahrrad für Olivia aufwerten? Statt ihr einfach zu sagen, dass gebrauchte Fahrräder cool sind, hilft es, wenn man gemeinsam den Wert ausrechnet.

Solche Rechnungen können Kindern dabei helfen, den Wert von Gegenständen zu lernen und richtig einzuschätzen. Wenn etwas nicht nigelnagelneu ist, bedeutet es ja nicht, dass es wertlos ist. Der Wert ist zwar vermindert, doch der Charme geht nicht verloren.

Falls Sie Dinge kaufen, welche von mehr als einem Kind gebraucht werden sollen, ist es super, alle Kinder in den Kaufentscheid zu involvieren. Denn dabei müssen die Geschwister lernen, Kompromisse einzugehen und selber kreative Lösungen zu finden. Und wenn dann einem Kind die Farbe von besagtem Fahrrad nicht gefällt, dann kann man ja auch gut mit etwas Farbe und einer neuen Veloklingel selber nachhelfen.

Natürlich kann es sein, dass sich Ihr Kind auch nach dieser Rechnung noch immer benachteiligt fühlt. Hören Sie ihm also genau zu und versuchen Sie zu ergründen, woher dieses Gefühl kommt, und zeigen Sie Verständnis. Erklären Sie Ihrem Kind auch, warum Sie als Familie nicht zweimal ein neues Fahrrad kaufen können oder wollen. Und so sehr Sie auch versuchen, Ihre Kinder fair zu behandeln, rein messbar – anhand von Geld oder Zeit – wird Ihnen das nicht immer gelingen. Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, dass Sie Ihr Möglichstes tun, aber dies vielleicht in ihren Augen nicht immer gerecht ist.

 

 

«Kleider, die mir gefallen, trage ich gerne nach. Ich habe aber auch schon Kleider von meiner älteren Schwester erhalten die mir gar nicht gefallen haben. Ich konnte sie aber mit einer Kollegin, gegen andere, für mich schönere, tauschen.»

 

 

«Je älter die Kinder werden, desto schwieriger wird das Weitergeben von gebrauchten Sachen. Alles neu kaufen liegt finanziell aber nicht drin. Unsere Kinder verstehen das.»

Das Wichtigste in Kürze

  • Zeigen Sie Verständnis und hören Sie Ihrem Kind genau zu. Vielleicht geht es gar nicht um neu oder alt, sondern um fehlende Wertschätzung.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, warum nicht immer alles neu sein muss.
  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und kaufen Sie auch selbst mal Secondhand.
  • Verkaufen Sie Sachen, welche Sie nicht mehr brauchen, gemeinsam mit Ihrem Kind online oder am Flohmarkt – so lernt das Kind den Wert von Dingen.

Die pädagogischen Grundsätze von UBS

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Pädagogin Marianne Heller entstanden, mehrjährige Leiterin eines Programmes zur Finanzerziehung und Schuldenprävention für Kinder und Jugendliche.

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