Frauen als treibende Kraft für wirtschaftlichen Wandel

 

Oktober 2016 | 6 min

Während die Welt sich bemüht, neue Wachstumsquellen zu finden, gibt es eine Lösung, um stotternde Wirtschaftsmotoren wieder in Gang zu bringen, für die weder Bohrungen noch Innovation benötigt werden und die innerhalb eines Jahrzehnts bis zu 12 000 Milliarden US-Dollar zur Weltwirtschaft beitragen könnte. Doch die Realität ist von diesem Ideal weit entfernt. Die Frauen in der Welt sind als Erwerbstätige immer noch mit großen Barrieren in der Arbeitskraft konfrontiert, trotz der nicht von der Hand zu weisenden Vorteile. Theoretisch müssten Unternehmen und Gesellschaften sich geradezu darum reißen, sich ein solches Wundermittel zu beschaffen - und mehr Frauen an die Arbeit zu lassen.

Wirtschaftliche Gründe für eine Beseitigung geschlechtsspezifische Unterschiede am Arbeitsmarkt

Laut einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus dem Jahr 2013 schmälern geschlechtsspezifische Unterschiede am Arbeitsmarkt an einigen Märkten das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf um bis zu 27 Prozent. Außerdem fand der IWF heraus, dass es das BIP maßgeblich steigern würde, wenn man die Frauen in gleichem Maße an der Arbeit teilhaben ließe wie die Männer - um 5 Prozent in den USA, 9 Prozent in Japan, 12 Prozent in den Vereinten Arabischen Emiraten und 34 Prozent in Ägypten.

Geschlechtsspezifische Unterschiede persistieren

Nur 50 Prozent der Frauen in der Welt sind aktuell erwerbstätig - viel weniger als die Männer, bei denen es 75 Prozent sind. Die „Geschlechterkluft“ (der Unterschied zwischen der Zahl der erwerbstätigen Männer und Frauen) besteht auf der ganzen Welt - von Saudi-Arabien und Indien (jeweils über 45 Prozent) bis Kanada und Frankreich (jeweils unter 10 Prozent). Frauen verdienen global außerdem im Durchschnitt 24 Prozent weniger als Männer. Die Gründe dafür sind regional unterschiedlich, manche Faktoren sind jedoch universell.

Defizit der Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt gegenüber Männern nach Ländern (15 bis 64 Jahre)

Geschlechtsspezifische Unterschiede in %

Quelle: OECD Datenbank zur Beschäftigung, März 2014

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