Autoren
Douglas Hayley-Barker Richard lloyd
Abstrakte Metallstruktur mit warmen Goldreflexen und einer polierten, fließenden Oberfläche.

Option Writing, das Schreiben von Optionen, hat sich zu einer zunehmend wichtigen Strategie für Anleger auf der Suche nach Erträgen entwickelt, wenn traditionelle Ertragsquellen unzureichend sind oder nur begrenztes Potenzial für Kapitalwachstum bieten. Beim Verkauf von Optionen erhalten Anleger eine Prämie im Voraus und akzeptieren dafür klar definierte Trade-offs: Der Verkauf von Call-Optionen schränkt die Teilhabe am Kursanstieg eines Aktienportfolios teilweise ein, während der Verkauf von Put-Optionen ein zusätzliches Risiko bei Kursrückgängen mit sich bringt.

Die Strategie hat sich von einer einzelnen Technik zu einem breiten Instrumentarium an Lösungen entwickelt, die auf unterschiedliche Ziele, Risikotoleranzen und Markteinschätzungen zugeschnitten sind. Diese reichen von defensiven, renditeorientierten Strategien bis hin zu aktiv verwalteten Ansätzen, die eine stärkere Aktienbeteiligung beibehalten sollen und höhere langfristige risikobereinigte Renditen anstreben.

Warum Option Writing?

Die Attraktivität beim Option Writing beruht auf drei wesentlichen Vorteilen.

Erstens können Optionsprämien eine regelmässige und transparente Quelle für zusätzliche Erträge im Portfolio darstellen. Diese Erträge können besonders wertvoll für Anleger sein, die beständige Cashflows in Vorsorgeportfolios, ertragsorientierten Mandaten oder diversifizierten Multi-Asset-Lösungen anstreben.

Zweitens kann Option Writing den defensiven Charakter eines Portfolios erhöhen und die Volatilität verringern. Covered-Call- und Optionsertragsstrategien generieren Barprämien, die Kursrückgänge teilweise ausgleichen können. Das führt häufig zu gleichmässigeren Renditeverläufen als bei herkömmlichen Aktienanlagen.

Drittens kann Option Writing die langfristigen risikobereinigten Renditen steigern, da Anleger oft bereit sind, für einen gewissen Schutz vor ungünstigen Marktbewegungen zu bezahlen. Diese Nachfrage kann dazu führen, dass die aus den Optionspreisen abgeleitete Volatilität die später beim Basiswert tatsächlich realisierte Volatilität übersteigt. Diese Differenz wird gemeinhin als Volatilitätsrisikoprämie bezeichnet. Disziplinierte Option-Writing-Programme zielen darauf ab, diese potenzielle Prämie im Laufe der Zeit zu realisieren.

Option Writing als Instrumentarium

Die Bandbreite der Möglichkeiten von Erträgen aus Optionen hat sich vergrössert. Der Markt hat sich über einzelne Strategien hinaus weiterentwickelt und bietet nun ein breites Spektrum an Lösungen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Anlegern abgestimmt sind.

1. Call-Overwriting versus Put-Writing

Eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen für Anleger ist die Wahl zwischen Call-Overwriting (Covered Calls) und Put-Writing.

Covered-Call-Strategien generieren Erträge durch den Verkauf von Call-Optionen auf ein bestehendes Aktienportfolio. Sie bieten in der Regel moderate Erträge und einen gewissen Schutz vor Kursverlusten, während gleichzeitig eine beträchtliche Beteiligung am Aktienmarkt gewahrt bleibt. Allerdings sind die Aufwärtsrenditen bei starken Kursanstiegen teilweise begrenzt.

Put-Writing-Strategien hingegen kombinieren im Allgemeinen eine Geldmarktanlage mit einem Programm zum Verkauf von Put-Optionen, deren Ausübungspreis meist unter dem aktuellen Kassakurs liegt. Sie bieten möglicherweise höhere Prämien und eine stärkere Absicherung gegen Kursverluste als Covered-Call-Strategien, auch wenn die Ergebnisse von der Wahl der Ausübungspreise und den Marktbedingungen abhängen. Ausserdem bieten sie auf steigenden Märkten kaum oder gar keine Teilhabe.

Beide Ansätze können je nach den Zielen der Anleger eine wichtige Rolle spielen. Wer vor allem an der Kurssteigerung teilhaben möchte, wird möglicherweise den Verkauf von Call-Optionen bevorzugen. Wer dagegen höhere Erträge anstrebt, findet möglicherweise Strategien zum Verkauf von Put-Optionen attraktiver.

2. Passives versus aktives Engagement im Basiswert

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das zugrunde liegende Portfolio, auf dessen Basis die Optionen geschrieben werden.

Passive Aktienengagements zeichnen sich durch Einfachheit, Transparenz und einen klaren Zusammenhang zwischen Marktentwicklung und Strategieergebnissen aus.

Aktive Aktienportfolios können jedoch zusätzliche Renditequellen bieten. Durch die Aktienauswahl und den Portfolioaufbau können aktive Manager die Ertragsgenerierung weiter steigern, die Gesamtvolatilität senken und zu Überrenditen beitragen. Die Kombination aus aktivem Aktienmanagement und Option Writing kann einen massgeschneiderten Ansatz für ertragsorientierte Anlagen bieten. Dabei ist jedoch eine sorgfältige Steuerung des potenziellen Tracking Errors zwischen Optionspositionen und Aktienportfolios erforderlich.

3. Systematisches und aktives Optionsmanagement

Option-Writing-Strategien können sich hinsichtlich ihrer Ausgestaltung und ihrer Ergebnisse erheblich unterscheiden. Viele der frühen Benchmark-Indizes für das Schreiben von Optionen basieren auf relativ einfachen Regeln, wonach Optionen zu festgelegten Ausübungspreisen und Laufzeiten verkauft werden. Diese Ansätze sind zwar effektiv, wenn es darum geht, Erträge zu generieren, doch möglicherweise werden dabei Wertpotenziale nicht ausgeschöpft.

Systematische Ansätze zielen darauf ab, die Ergebnisse zu verbessern, indem sie beispielsweise die Verfallstermine der Optionen zeitlich strecken, um Pfadabhängigkeiten zu steuern, und Faktoren wie die Wahl des Ausübungspreises dynamisch an veränderte Marktbedingungen anpassen. Durch die systematische Steuerung der Engagements können diese Strategien die risikobereinigten Renditen steigern und gleichzeitig einen transparenten und reproduzierbaren Anlageprozess gewährleisten. Sie können entweder mit Ermessensspielräumen für den Manager oder über einen regelbasierten individuellen Index umgesetzt werden.

Das aktive Optionsmanagement führt dieses Konzept noch weiter aus. Erfahrene Manager können einen systematischen Rahmen mit selektiven Ermessensspielräumen kombinieren, um auf sich wandelnde Marktstrukturen und Chancen zu reagieren. Ein Beispiel hierfür ist der anhaltende Trend am US-Optionsmarkt zu immer kürzeren Laufzeiten, einschliesslich sogenannter Zero-Days-to-Expiry- (0DTE-) Optionen. Im Jahr 2025 entfielen 59 % des SPX-Optionsvolumens auf 0DTE-Kontrakte1. Ihr Wachstum könnte zusätzliche Chancen für aktive Manager eröffnen. Regelbasierte Indexstrategien verfügen hingegen nur über begrenzte Möglichkeiten für eine Anpassung an die Entwicklung der Märkte.

Manager können auch auf kurzfristige Preisänderungen reagieren, beispielsweise indem sie das Call Overwriting selektiv reduzieren, wenn die Optionspreise im Verhältnis zum potenziellen Aufwärtspotenzial unattraktiv sind, oder indem sie je nach Schwankungen der relativen Preisen zwischen Einzelaktien- und Indexoptionen wechseln. Eine solche Flexibilität kann die Gesamtrendite des Portfolios verbessern.

4. Steuerung des Engagements

Traditionelle Covered-Call-Strategien kombinieren eine Long-Position in Aktien mit einer Short-Position in Call-Optionen. Da der Short-Call das Netto-Aktienengagement verringert, partizipiert die Strategie in der Regel weniger stark an steigenden Märkten. Das effektive Engagement ändert sich zudem je nach Marktniveau und Merkmalen der Option. Daher können Covered-Call-Strategien auf seitwärts tendierenden oder leicht fallenden Märkten eine bessere Wertentwicklung erzielen als das zugrunde liegende Aktienengagement, bei starken Kursanstiegen jedoch dahinter zurückbleiben.

Auf einer Steuerung des Engagements basierende Strategien zielen darauf ab, diese Marktbeteiligung stabiler zu gestalten. Ein Ansatz besteht darin, die Covered-Call-Position durch ein dynamisch angepasstes Long-Futures-Overlay zu ergänzen. Das Overlay kann einen Teil des negativen Aktienengagements, das durch den Short-Call entstanden ist, kompensieren und so das Netto-Aktienengagement gegebenenfalls erhöhen.

Dadurch lässt sich das Gewinnpotenzial steigern, während ein Grossteil der durch den Verkauf von Optionen erzielten Erträge erhalten bleibt. Das Ergebnis hängt jedoch von der Gestaltung des Overlays, den Regeln zur Neugewichtung, den Transaktionskosten und den Marktbedingungen ab. Diese Strategien sprechen daher möglicherweise Anleger an, die Optionserträge anstreben und gleichzeitig stärker von steigenden Aktienmärkten profitieren möchten.

Abbildung 1: Instrumentarium für Option Writing – Strategiewahl zwischen aktiven, passiven, defensiven und optimierten Ansätzen

Tabelle mit Optionsstrategien in vier Kategorien: aktiv, passiv, defensiv und optimiert.
Quelle: UBS Asset Management, Bloomberg. Nur zur Veranschaulichung. Daten per 31. März 2026.

Die Matrix veranschaulicht die Entwicklung von Optionsstrategien von defensiven hin zu stärker wachstumsorientierten Anlagezielen sowie den Übergang von einer passiven zu einer aktiven Umsetzung. Index Defensive und Active Defensive sind im Bereich einer geringeren Partizipation an Aufwärtsbewegungen positioniert, während Systematic Enhanced und Active Enhanced eine zunehmend stärkere Partizipation an Aufwärtsbewegungen ermöglichen.

Die Bedeutung der Strategiegestaltung

Auch wenn Option Writing erhebliche Vorteile bieten kann, hängt der Erfolg der Umsetzung in hohem Masse von der Zusammensetzung des Portfolios und der Ausführung ab. Unterschiede bei der Laufzeit von Optionen, der Wahl des Ausübungspreises, der Steuerung des Engagements, der Portfoliozusammensetzung und der Risikokontrollen können die Risiko-Rendite-Merkmale einer Strategie und die Ergebnisse für Anleger erheblich beeinflussen.

Die Umsetzungsstruktur kann selbst eine wichtige Wertquelle darstellen. So können Anleger beispielsweise über Total-Return-Swaps auf massgeschneiderte Strategien zum Verkauf von Indexoptionen zugreifen. Dadurch kann der Portfoliomanager potenziell zusätzliche Renditen auf die dem Swap zugrunde liegenden Vermögenswerte erzielen.

Der Markt für Option Writing hat sich weiterentwickelt, so dass Entscheidungen für die Umsetzung zunehmend an Bedeutung gewinnen. So können beispielsweise die Steuerung des Engagements und die dynamische Optimierung des Ausübungspreises das Aktienbeteiligungsprofil einer Strategie und ihr gesamtes Aktienengagement erheblich beeinflussen.

Daher sollten Anleger nicht nur auf die Höhe der erzielten Erträge achten, sondern auch auf das gesamte Risiko-Rendite-Profil der Strategie. Dazu gehört auch der Umfang des Aktienengagements und der Gewinnbeteiligung, die im Rahmen der Strategie beibehalten werden. Denn dadurch wird sichergestellt, dass diese Merkmale mit individuellen Anlagezielen und Risikopräferenzen im Einklang stehen.

Abbildung 2: Die Steuerung des Engagements und optimierte systematische Ansätze können das Renditeprofil einer Option-Writing-Strategie erheblich verändern.

Liniendiagramm zum Vergleich der Renditeprofile von Optionsstrategien mit Exposure-Management, 2008–2026.
Quelle: UBS Asset Management, Bloomberg. Nur zur Veranschaulichung. Daten vom 31. Dezember 2008 bis 31. März 2026. Eigene Berechnungen auf der Grundlage interner/backgetesteter Daten und Indexdaten von Bloomberg (SPX / SPX BuyWrite).

Liniendiagramm des rollierenden 12-Monats-Betas von 2008 bis 2026 für drei Strategien: S&P 500 Exposure Managed Call Writing, S&P 500 Classic Enhanced Systematic Call Writing und Cboe S&P 500 2% OTM BuyWrite Index. Die drei Linien schwanken im Zeitverlauf und ermöglichen so einen Vergleich der Entwicklung des rollierenden Betas der einzelnen Strategien über den dargestellten Zeitraum.

Eine Plattform für Innovationen

Option Writing entwickelt sich weiterhin mit hoher Dynamik. Die Anwendung systematischer Managementtechniken, Fortschritte an Derivatemärkten und die wachsende Anlegernachfrage nach ertragsorientierten Lösungen erweitern kontinuierlich das Spektrum der verfügbaren Anlagemöglichkeiten.

Mit Blick auf die Zukunft werden viele optionsbasierte Ertragsstrategien, die traditionell über strukturierte Produkte umgesetzt wurden, nun auch über transparentere und liquiderere ETFs zugänglich. Autocallable-Strategien halten Einzug in den ETF-Markt; das erste UCITS-Produkt wurde im April 2026 aufgelegt. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnten Anleger Zugang zu einer breiteren Palette ertragsorientierter Anlagestrategien erhalten und gleichzeitig von einer einfachen Funktionsweise und täglicher Liquidität profitieren.

Wir verwalten eine umfassende globale Plattform für Optionen-Ertragsstrategien und zählen zu den führenden Anbietern im europäischen Markt für optionsbasierte ETFs. Unsere Erfahrung deckt das gesamte Spektrum an Option-Writing-Lösungen ab, darunter traditionelle Covered-Call-Strategien, systematische Ertragsansätze, massgeschneiderte Indizes, aktiv verwaltete Aktienertragsportfolios und Lösungen der nächsten Generation mit gesteuertem Engagement. Wir bieten diese Strategien in Form von Anlagefonds und ETFs an, wobei wir sowohl direkte als auch swap-basierte Umsetzungen nutzen. Darüber hinaus bieten wir Option-Writing-Strategien auf andere liquide Vermögenswerte an, darunter Devisen, Zinsen, Kredite und Rohstoffe.

Aufgrund dieser Bandbreite können wir Strategien entwickeln, die nach Mass auf eine Vielzahl von Anlegerzielen abgestimmt sind. Gleichzeitig sorgen wir für kontinuierliche Innovationen im Zuge der weiteren Marktentwicklung.

Option Writing hat sich von einer einzelnen Anlagetechnik zu einem umfassenden Instrumentarium zur Erzielung von Erträgen entwickelt. Ob durch Covered Calls, den Verkauf von Put-Optionen, systematische Optimierung, aktives Management oder Overlays mit gesteuertem Engagement – Anleger haben heute Zugang zu einer breiten Palette von Lösungen, die Erträge, Risiken und Aktienengagement in Einklang bringen sollen.

Um diese Ergebnisse zu erzielen, sind jedoch eine durchdachte Strategiegestaltung, solide Umsetzungsfähigkeiten und fundierte Expertise auf Optionsmärkten erforderlich. Mit fortschreitender Innovation und dem Aufkommen neuer Implementierungsansätze dürfte Option Writing zu einem immer wichtigeren Bestandteil des modernen Portfolioaufbaus werden.2

Risikoüberlegungen: Optionsschreibstrategien sind mit Risiken verbunden, einschliesslich des möglichen Verlusts von Kapital. Solche Strategien können die Partizipation an steigenden Märkten begrenzen, während gleichzeitig das Risiko von Kursverlusten der zugrunde liegenden Vermögenswerte bestehen bleibt. Strategien zum Schreiben von Put-Optionen können bei fallenden Märkten erhebliche Verluste erleiden. Die Anlageergebnisse unterliegen ausserdem Volatilitäts-, Liquiditäts-, Derivate-, Gegenpartei- und Hebelrisiken sowie Risiken im Zusammenhang mit der Umsetzung von Overlay-Strategien und der Portfoliokonstruktion. Erträge aus Optionsprämien sind variabel und nicht garantiert. Es kann nicht gewährleistet werden, dass die Anlageziele erreicht werden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

1 Quelle: Cboe Global Markets, «The State of the Options Industry: 2025», 22. Januar 2026. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der 0DTE-SPX-Optionen lag im Jahr 2025 bei 2.3 Millionen Kontrakten, was 59 % des gesamten SPX-Optionsvolumens entsprach.
2 Dies stellt keine Garantie seitens UBS Asset Management dar.

Code: C-09/26 M-006926, M-006927

Verbundene Kompetenzen

ETFs von UBS

Entscheiden Sie sich für einen der weltweit führenden ETF-Manager Wir bieten die erforderliche Expertise und Grösse, verknüpft mit einem breiten Lösungsangebot, das Ihre Anforderungen erfüllt.

Dazugehörige Einblicke

Wir helfen Ihnen gerne weiter

Kontaktieren Sie uns

Bei allgemeinen Anfragen an UBS Asset Management tragen Sie bitte Ihre Angaben in ein Formular ein. Wir melden uns dann wieder bei Ihnen.

Unser Führungsteam

Unser globales Führungsteam ist hoch kompetent, vielfältig und unserem Ethos, eine exzellente Anlagenperformance zu erzielen, verpflichtet.

Finden Sie Ihren lokalen UBS-Standort

Als Ihr hoch qualifizierter globaler Partner sind wir Ihnen näher als Sie denken. Entdecken Sie die UBS-Standorte in Ihrer Region.

Haben Sie nicht gefunden, wonach Sie gesucht haben?