Früher war investieren einfach. Es standen zwei Optionen zur Auswahl: passiv mit kostengünstigen Indexfonds, die den Markt nachbilden – oder aktiv mit einem Fondsmanager, der versucht, den Markt zu schlagen. Mit anderen Worten: Anleger konnten entweder sich der breiten Masse anschließen oder auf das Können erfahrener Investmentexperten bauen.

Systematisches Investieren – mit all seinen ausgefeilten Methoden und technischen Strukturen – hat diese klare Trennung aufgeweicht. Die Wurzeln dieser Strategien reichen bis zu Benjamin Graham und David Dodd in den 1930er-Jahren zurück. Sie stützen sich auf harte Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, um fehlbewertete Aktien aufzuspüren.

Nach einigen wichtigen akademischen Durchbrüchen (Moderne Portfoliotheorie 1952,Capital Asset Pricing Model in den 1960er-Jahren) standen plötzlich die mathematischen und rechentechnischen Grundlagen zur Verfügung, um den Ansatz zu industrialisieren und zu automatisieren. Systematische Strategien blieben zunächst jedoch weitgehend eine akademische Kuriosität und ein Privileg institutioneller Anleger.

Die Wrapper-Revolution

Als sich systematisches Investieren in den 2000er-Jahren immer mehr durchsetzte und die klare Unterscheidung zwischen aktiv und passiv zunehmend verschwamm, haben aktive Exchange-Traded Funds (ETFs) die Grenzen weiter verwischt. Der erste aktiv gemanagte ETF wurde 2008 eingeführt und läutete eine neue Ära ein: ETFs waren nicht länger nur darauf ausgelegt, Indizes und Benchmarks abzubilden; sie wurden zu flexiblen Vehikeln, die jede beliebige Anlagestrategie aufnehmen konnten.

Dies hat unsere Vorstellung von ETFs komplett verändert und brachte eine neue Begriffslandschaft rund um diese börsengehandelte Fonds hervor. So bezeichnen wir die verschiedenen ETF-Kategorien, die sich inzwischen herausgebildet haben:

  • Traditionelle passive ETFs – sprich Index-Tracker
  • Systematisch aktive ETFs – lassen gewisse diskretionäre Eingriffe zu, automatisieren aktive Faktoren wie Value oder Momentum und können aktive Overlays zu den Beta-Renditen beimischen
  • Fundamental aktive ETFs – bei denen die Anlageentscheidungen von Menschen getroffen und gesteuert werden Fundamental aktive Strategien sind typischerweise durch eine höhere Überzeugung geprägt – das heißt, Abweichungen von der Benchmark sind zu erwarten und thematische Einschätzungen schlagen sich häufig im Gesamtengagement des Portfolios nieder. Im Gegensatz dazu fallen bei systematisch aktiven Ansätzen der Tracking Error und das Risikobudget in der Regel niedriger aus.

Schließlich gewinnt noch eine weitere Kategorie an Bedeutung, die durch ETFs mit definiertem Chance-Risiko-Profil (Defined Outcome) und solche mit Fokus auf Effizienzsteigerung repräsentiert wird. Dabei kommen Options-Overlays zum Einsatz, die Spielraum und Flexibilität hinsichtlich des Ausübungspreises bieten. Ergänzt wird dies durch Produkte zur Durations- und Liquiditätssteuerung, wie etwa Anleihen-ETFs mit kurzer Duration.

Warum das wichtig ist

Angesichts der enormen Innovationsdynamik im Markt kommen laufend neue Produkte hinzu. Damit verändert sich auch zwangsläufig die Sprache, in der diese Produkte bezeichnet und beschrieben werden.

Alan Greenspan hat einmal gesagt, wenn er über Gebühr klar erscheine, müsse man ihn falsch verstanden haben1. Diese Art von Vagheit in der Kommunikation mag für Notenbanker funktionieren – für Investmentmanager ist sie jedoch unangebracht. Wir sind gesetzlich verpflichtet, transparent offenzulegen, wie wir mit Kundengeldern umgehen.

Für moderne Anlegerinnen und Anleger ist die Schlussfolgerung eindeutig: Man darf sich nicht nur auf das Etikett verlassen. Es reicht nicht mehr, einfach „einen ETF” zu kaufen. Entscheidend ist, die konkrete Strategie sowie die Risiken zu verstehen, die diese Strategie einzugehen oder zu steuern versucht. In einer Welt mit immer mehr Anlagemöglichkeiten und sich wandelnden Begrifflichkeiten ist es wichtiger denn je, klar zu kommunizieren, was Produkte tatsächlich leisten. Unsere obigen Klassifizierungen sind ein Versuch, genau das zu tun. Für weitere Informationen hierzu stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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