Finanzplanung Was kostet eigentlich ein Kind?

Bis zum 18. Lebensjahr kostet ein Kind die Eltern über 200’000 Franken. Doch wer clever plant, kann sich das locker leisten.

Der kleine Knirps steht strahlend in der Mitte; Papa und Mama halten seine Händchen: Die überwältigende Mehrheit aller Frauen und Männer unter 30 in der Schweiz träumt vom idyllischen Kinderglück – schreibt das Bundesamt für Statistik in seinem neuen Bericht «Familien in der Schweiz».

Aber längst nicht alle, die sich ein Kind wünschen, haben später eines. Manches frisch verliebte Paar fragt sich sorgenvoll: «Können wir uns jetzt schon Nachwuchs leisten?» Denn die süssen Kleinen stellen einen beträchtlichen Kostenfaktor dar.

1000 Franken pro Monat

Ein Kind erhöht die Konsumausgaben eines Paars durchschnittlich um 942 Franken pro Monat – und dies ohne Krankenkassenprämien. Allein für den Haushalt müssen Eltern jedes Jahr mit Mehrausgaben von 11’'304 Franken rechnen. Bis zum 18. Lebensjahr macht dies eine Summe von über 200’'000 Franken aus!

Dabei ist das elterliche Portemonnaie am stärksten gefordert, wenn die Kinder 11 Jahre und älter sind – und ihre Hobbys und Ausbildung finanziert werden müssen.

Die gute Nachricht: Mit jedem weiteren Sprössling sinken die Kosten pro Kind. Familien mit zwei Kindern müssen 1508 Franken pro Monat für alle beide veranschlagen. Bei drei Kindern sind es monatlich 1821 Franken – pro Kind also nur noch 607 Franken.

Dass einen jedes zusätzliche Kind verhältnismässig günstiger kommt, leuchtet intuitiv ein: Gewisse Anschaffungen wie etwa den Babysitz fürs Auto oder das Dreirad tätigt man fürs erste Kind, nutzt sie danach aber auch für die weiteren Sprösslinge.

Für Alleinerziehende wird’s eng

Grundsätzlich kommen die Familien in der Schweiz mit diesen Mehrkosten locker über die Runden, meinen die Bundesstatistiker. Ihr Lebensstandard sei einer der höchsten Europas – mit einer Ausnahme: Alleinerziehenden verschlingt ein Kind pro Monat zusätzlich 1201 Franken, wiederum ohne Krankenkassenprämien. Oft sind es die Betreuungskosten, die das Budget in die Höhe treiben. Vielleicht darum klagt fast ein Drittel der Einelternhaushalte über finanzielle Schwierigkeiten – und ist besonders oft auf Sozialhilfegelder angewiesen.

Wenn die Eltern plötzlich den Gürtel enger schnallen müssen, liegt es jedoch nicht nur an den Mehrkosten. Oft verringert sich mit einem Kind zugleich das Einkommen, wenn beispielsweise die Mutter – das bleibt der Regelfall – die Erwerbsarbeit aufgibt oder reduziert. Demgegenüber stehen lediglich Kinderzulagen von mindestens 200 Franken pro Monat respektive 250 Franken während der Ausbildung der Kinder.

Beim Babybett sparen

Brauchen junge Paare angesichts all dieser Hochrechnungen zu erschrecken? «Natürlich nicht», betonen René Knoblauch, Leiter UBS Finanzplanung Zürich und Zentralschweiz, und Thomas Estermann, Finanzplaner UBS Zürich, unisono: «Wir empfehlen werdenden Eltern, ein Budget zu erstellen. Je nachdem lässt sich dann gezielt sparen.» Besonders einfach geht das bei den Erstanschaffungen für den kleinen Liebling. Kinderbettchen, Babywagen und Kleider bekommt man oft von Freunden und Verwandten angeboten – und bisher hat sich noch kein Baby über Occasionsware beschwert.

«Sinnvoll ist zudem, ab der Geburt des Säuglings regelmässig einen Betrag auf die Seite zu legen», erklärt Knoblauch. Wer beispielsweise jeden Monat 100 Franken in einen Fondssparplan einzahlt, erzielt bei einer – konservativ geschätzten – Rendite von 1 Prozent nach 18 Jahren ein Fondsparvermögen von fast 24’000 Franken.

Ein schöner Betrag, um dem Kind beispielsweise die Ausbildung zu finanzieren.

Finanztipps für Eltern

  1. Second-Hand. Je jünger die Kinder sind, desto geringer sind ihre Ansprüche. Sie können also guten Gewissens sparen, indem Sie Ihrem Baby getragene Kleider oder gebrauchte Babywaren zumuten.
  2. Billig kommt teuer. Für ihre Entwicklung brauchen Kinder eine ausgewogene Ernährung. Dies kann Arzt- und Zahnarztkosten sparen. Bei der Qualität der Lebensmittel zu sparen, können Sie sich deshalb nicht leisten.
  3. Sicher ist sicher. Für Familien empfiehlt es sich, die Vorsorge bezüglich der Risiken Tod und Erwerbsunfähigkeit zu überprüfen.
  4. Das kommt ungelegen. Kinder können einen nicht nur dazu zwingen, in eine grössere Wohnung zu ziehen, sondern auch dazu, während der Hochsaison in die Ferien zu gehen. Wer auf weite Flugreisen verzichtet, spart meist beachtlich – und erspart kleinen Kindern erst noch die Langeweile.
  5. Sparen mit Plan. Die grösste Budgetposition macht die Ausbildung eines Kinds aus. Es lohnt sich deshalb, schon ab Geburt dafür zu sparen – idealerweise mit einem Fondssparplan.

Budgetrechner

Einnahmen und Ausgaben in einem gesunden Gleichgewicht halten und dabei regelmässig Geld auf die Seite legen.