Die Vertreter der UBS Meisterschaftsklasse an den ICT Skills 2020: Endrit Kukalaj, Athavan Theivakulasingham, Nikola Matovic, Janis Marty, George Rowlands und Silvan Bauer (von links nach rechts).

Vom Untersee über die Insel Reichenau bis zum Bodensee zeichnet sich vom Konferenzzentrum Wolfsberg – UBS Center for Education and Dialogue ein spektakuläres Panorama ab. Und wer in den geschichtsträchtigen – gerade frisch renovierten – Räumen Schulungen absolviert, erhält meist auch beruflich interessante Perspektiven.

Das gilt ganz besonders für sechs junge Gäste: Endrit Kukalaj, Nikola Matovic, Athavan Theivakulasingham, George Rowlands, Janis Marty und Silvan Bauer. Sie sind junge Programmierer in Ausbildung bei UBS oder kurz nach abgeschlossener Lehre. Und gemeinsam bilden sie die Elite der Meisterschaftsklasse von UBS im Bereich ICT – das Kürzel steht für «Information and Communication Technology» –, welche die Bank an die Schweizermeisterschaften in Applikationsentwicklung ICT Skills schickt. Für Janis Marty wird es das zweite Mal sein: Er hat sich schon 2018 in Bern an den Besten gemessen.

Feinschliff für die Schweizermeisterschaften

UBS zählt zu den grössten privatwirtschaftlichen Ausbildnern für die Bank- und die IT-Lehre. «Wir fördern Menschen nach unserem Credo ‹lebenslang erfolgreich lernen›. Darum setzt sich UBS als Presenting Partner von SwissSkills für die Stärkung der Berufslehre und die Berufsmeisterschaften ein», erklärt Patrick Müller von UBS Junior Talent Switzerland. Er hat die ICT-Meisterschaftsklasse nach dem Überraschungserfolg der UBS Lernenden an den ICT Skills 2018 ins Leben gerufen. Während sich damals zwei Lernende an der Regionalausscheidung für den nationalen Showdown qualifizierten, darf UBS im September 2020 sechs Nachwuchstalente ins Rennen schicken. Eine Steigerung um 200 Prozent.

Das viertägige Vorbereitungscamp auf dem Wolfsberg gibt den Champions Gelegenheit, sich den letzten Feinschliff zu holen. «Fernab des Büroalltags können unsere sechs Kandidaten vertieft in die Materie eintauchen», erläutert Müller. «Alle verfügen über ein solides Grundwissen. Doch wir trainieren sie darauf hin, dass sie ihre Leistungen auch unter erschwerten Umständen abrufen können.» Nach der Fachkompetenz gilt es, die Methodenkompetenz fit zu trimmen.

Schlüsselkompetenzen: Neugier und Lernwille

Was braucht ein ICT-Lernender, um ins neuartige Talentprogramm von UBS aufgenommen zu werden? «Die wichtigsten Eigenschaften sind Neugier und Motivation. Es kommt weniger auf das Wissen eines Lernenden an, als darauf, dass er noch viel mehr lernen will», meint Müller. Allerdings reichen Lippenbekenntnisse nicht. Sowohl in der Schule wie auch in der Praxis müssen die Lernenden mit Topleistungen überzeugen. Mitte des zweiten Lehrjahrs beginnt jeweils die Rekrutierung für die Meisterschaftsklasse. Bis zum vierten Lehrjahr steht jeden Monat ein Spezialmodul an – solange die Lernenden ihr Niveau halten.

Wer den Trainingsraum der sechs Meisterschaftsanwärter betritt, staunt über die fast meditative Stimmung. Egal, was um sie herum geschieht, die Lernenden lassen sich nicht aus dem Konzept bringen. Damit sie auch für Herausforderungen abseits ihres Berufsalltags bei UBS gewappnet sind, stellt ihnen der externe Trainer Andreas Ilg, Informatiker ETH und Leiter Solutions Engineering bei der Fuchsgroup Consulting, knifflige Aufgaben, die sie bis an ihre Grenzen bringen. «Spannend ist, dass die Lernenden aus unterschiedlichen Lehrjahren verschiedenste Erfahrungen aus der Praxis mitbringen. Sie packen Knacknüsse ganz anders an, woraus sie wiederum lernen können», betont Ilg. Mit Blick auf die Meisterschaften hält er zwei Faktoren für erfolgsentscheidend: das Tempo und die Konzentrationsfähigkeit.

Engagement für IT in der Schweiz

Auch in den Pausen zwischen den Vorbereitungstrainings bleiben die Lösungsansätze das dominierende Thema für die sechs jungen Männer. Am grossen Wettkampf vom 9. bis zum 12. September müssen sie zwar gegeneinander antreten. Doch bis dahin ist es ein Miteinander – ja, ein Füreinander. Bereitwillig geben die älteren Kollegen ihr Wissen an die jüngeren weiter. «Wir achten bei der Lehrlingsauswahl nicht nur auf technische Fähigkeiten, sondern ebenso auf die Sozialkompetenz», betont Müller. Denn um komplexe Probleme in der Praxis zu lösen, brauche es Teamgeist.

Werden in Zukunft auch Lernende aus anderen Bereichen die Chance auf eine Meisterschaftsklasse erhalten? «Wir überlegen uns schon, wie wir weitere IT-Berufe über die Grundbildung hinaus fördern könnten», verrät Müller. Dazu brauche es jedoch eine gewisse Anzahl Lernende. Die Meisterschaftsklasse sei ein wichtiges Mittel, um alle Lernenden zu motivieren. «Insgesamt mangelt es uns in der Schweiz an Fachkräften in der IT mit Praxiserfahrung. Wir wollen dazu beitragen, diese Berufsfelder beliebter zu machen.»

Natürlich würde sich UBS über ein gutes Abschneiden ihrer Talente freuen, räumt Müller ein. Was das betrifft, stimmen die Motivation und der Einsatz der Kandidaten schon mal zuversichtlich. Und die wolkenfreie Sicht vom Bergrücken des Wolfsbergs über die Seenlandschaft kann ja auch kein schlechtes Zeichen sein …

 

Athavan Theivakulasingham «Happy, wenn jemand von UBS gewinnt»

Athavan Theivakulasingham verrät, welche Klippen er auf dem Weg zum Erfolg bei den ICT Skills 2020 umschiffen will.

An den Zürcher Regionalmeisterschaften hat es Athavan Theivakulasingham, Applikationsentwickler im vierten Lehrjahr bei UBS, auf den dritten Platz geschafft.

Über die Berufswahl

Ich habe mich in letzter Sekunde entschieden. Nach dem Schnuppern konnte ich zwischen einer Lehre als Elektroniker und einer Lehre als Informatiker auswählen. Ich folgte meinem Bauchgefühl. Der Einstieg in die IT war happig, aber ich hätte nicht gedacht, dass mir der Beruf so grossen Spass machen würde.

Über seine Stärken

Ich arbeite diszipliniert und fokussiert. Seit ich in der Meisterschaftsklasse von UBS bin, hat sich meine Auffassungsgabe enorm verbessert. Wenn ich etwas lese, stelle ich es mir nun gleich bildlich vor. Meine technischen Fertigkeiten möchte ich aber noch weiterentwickeln. Für uns Applikationsentwickler gibt es eine Falle: Wir verheddern uns schnell in den Details einer speziellen Anforderung. Damit verliert man Zeit, ohne zur Lösung des Hauptproblems beizutragen.

Über die ICT Skills 2020

Mich reizt die Herausforderung, mich mit den Besten messen zu dürfen. Die Aufgaben bedeuten einen enormen Druck. Das ist geistiger Spitzensport – das gefällt mir. Natürlich möchte ich möglichst gut abschneiden. Aber solange es jemand von UBS aufs Podest schafft, bin ich happy! Darüber hinaus mache ich mir noch keine Gedanken.

 

Nikola Matovic «ICT Skills sind härter als Karate»

Von klein an hat sich Nikola Matovic mit seinem Papa an den Computer gesetzt. Jetzt trainiert der UBS Lernende für die ICT Skills.

Die Nummer zwei der Zürcher ICT-Regionalmeisterschaften: Nikola Matovic, Applikationsentwickler im vierten Lehrjahr bei UBS.

Über die Berufswahl

Schon von klein an hat mich die IT fasziniert. Das kommt daher, dass mein Papa auch Informatiker ist. Bis heute ist er ein Vorbild für mich. Zusammen haben wir einige knifflige IT-Probleme gelöst. Wir ergänzen uns sehr gut: Er hat viel Erfahrung und ich bin auf dem neusten Wissensstand, auch in Sachen New Technology.

Über seine Stärken

Ich bin sehr präsent und meist aufgestellt. Aber ich bin auch diszipliniert. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, entwickle ich viel Ehrgeiz, um dieses Ziel zu erreichen. Ein Beispiel: Ich wohne in Basel, musste aber während der ersten drei Lehrjahre in Zürich arbeiten. Deshalb nahm ich jeden Tag über vier Stunden Pendeln in Kauf. Beim Tempo möchte ich mit Blick auf die ICT Skills weiter zulegen. Am meisten lerne ich durch das Analysieren von Fehlern. Das hilft mir, diese das nächste Mal zu vermeiden.

Über die ICT Skills 2020

Ich nehme diese Herausforderung mit Respekt an. Im Wettkampf möchte ich schnell Punkte holen, indem ich die wichtigsten Aufgaben zuerst erledige. Grundsätzlich bin ich ein sportlicher Typ und messe mich gerne an anderen. Darum habe ich auch im Karate die Trainerausbildung absolviert. Für Karate- wie für Programmierwettbewerbe braucht man mentale Stärke. Doch an den ICT Skills stehe ich mental unter grösserem Druck!

 

Endrit Kukalaj «Ich kann mich leicht selbst motivieren»

An den ICT-Regionalmeisterschaften hat Endrit Kukalaj die Älteren auf die hinteren Plätze verwiesen. Ist er bereit für die ICT Skills?

Endrit Kukalaj, Applikationsentwickler im dritten Lehrjahr bei UBS, hat den ersten Rang an den ICT-Regionalmeisterschaften 2020 geholt.

Über die Berufswahl

In der Phase der Berufswahl während der zweiten Sekundarschulklasse habe ich mir die Berufe Elektroniker, Automatiker und Programmierer genauer angeschaut. Dann bewarb ich mich – und landete in der IT. Mathematik und logisches Denken sind da schon wichtig, denn man muss für jedes Problem eine individuelle Lösung entwickeln.

Über seine Stärken

Ich kann mich leicht selbst motivieren und habe ein gutes Selbstvertrauen. Zudem bin ich ein Perfektionist. Wenn ich etwas anpacke, dann richtig. Bei der Vorbereitung auf die Regionalmeisterschaften war ich ja erst im zweiten Lehrjahr. Dabei haben wir eine andere Programmiersprache gelernt als jene, die bei den Meisterschaften zur Anwendung kommt. Die Programmiersprache C-Sharp habe ich erst gelernt, als ich einen Praxisplatz im Microsoft Development Team erhalten habe. Doch nach kürzester Zeit habe ich sie so beherrscht, dass ich den ersten Platz an den Regionalmeisterschaften holte!

Über die ICT Skills 2020

An den Schweizermeisterschaften stosse ich auf ein anderes Level als an den Regionalmeisterschaften. Darum trainiere ich hart. Wer nur Spass haben will, bleibt in Wettkämpfen auf der Strecke. Ein Ausgleich zur IT ist für mich der Sport. Ich trainiere zwei- bis dreimal pro Woche Fussball im Club. Zusätzlich betreibe ich Krafttraining.