UBS Growth Talk #3 Investitionen planen für KMU

Theorien zu Investitionen gibt es viele. Marion Klein von Pack Easy und Michael Thüler von stürmsfs verraten ihre Praxistipps.

von UBS 03. Nov. 2021

3 Key-Take-aways aus dem UBS Growth Talk #3

  • Denken Sie bei Investitionen langfristig: Beispielsweise können Investitionen in die Unternehmensentwicklung auf lange Sicht die Profitabilität erhöhen.
  • Machen Sie Ihr Unternehmen fit für den Wachstumskurs: mit internen Investitionen.
  • Investieren Sie in die Weiterbildung Ihrer Mitarbeitenden: Die Kompetenz der Beschäftigten ist ein nicht zu unterschätzendes Asset für den geschäftlichen Erfolg.

Konzepte, die den Reality-Check bestanden haben: Im dritten UBS Growth Talk teilen Marion Klein, CEO von Pack Easy, und Michael Thüler, CEO von stürmsfs, ihre Erfahrungen und geben Tipps für Unternehmer und Unternehmerinnen.

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Marion Klein

CEO Pack Easy

Marion Klein ist Inhaberin und CEO des Schweizer Reisegepäckherstellers Pack Easy. Sie hat das Unternehmen 2009 von ihrem Vater übernommen und führt es mit Tradition und Innovation weiter.

Michael Thüler

CEO stürmsfs

Michael Thüler ist seit 2014 CEO von stürmsfs, einem der marktführenden Dienstleister für Stahl und Metall mit Hauptsitz in Goldach SG. stürmsfs ist auf Qualitätsprodukte aus den Bereichen Stahl und Metall spezialisiert sowie Anbieter einer Vielzahl von Services und Gesamtversorgungslösungen.

Denken Sie bei Investitionen langfristig

In den Jahren 2017/2018 investierte stürmsfs – der drittgrösste Stahlhändler der Schweiz – 20 Millionen Schweizer Franken in den Ausbau des grössten Produktionsstandortes, um die Aktivitäten auf zwei Standorte zu konzentrieren. «Für ein Unternehmen mit 150 bis 170 Millionen Umsatz war das ‹än rechte Hoselupf›. Aber wir hatten festgestellt, dass zu viele Standorte langfristig Nachteile mit sich bringen», erzählt Michael Thüler, CEO von stürmsfs, im Talk mit Marion Klein.

Bei zwei Standorten mit gleichen Produktionsaktivitäten sind die Servicekosten und Ersatzinvestitionen bedeutend höher, denn unabhängig von ihrer Auslastung müssen Maschinen oder auch Lagerbestände dort jeweils gleichermassen verfügbar sein.

Eine Investition in die Zusammenlegung bedeutet allerdings nicht, dass alles von einem Tag auf den anderen effizienter und günstiger wird. «In der Anfangszeit machte uns die geringere Effizienz zu schaffen. Aber jetzt, da sich alles eingespielt hat, ist es matchentscheidend für unsere Profitabilität und unsere Zukunft. Unter dem Strich hat es sich gelohnt», lautet das Fazit von Thüler.

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Machen Sie Ihr Unternehmen fit für den Wachstumskurs: mit internen Investitionen

Für Marion Klein war ein wichtiges Learning aus ihren elf Jahren als CEO beim Schweizer Reisegepäckhersteller Pack Easy, dass man zuerst in interne Prozesse und Optimierungen investiert. Mit diesem soliden Fundament hat das Unternehmen beste Voraussetzungen für die Erschliessung neuer Märkte.

Klein schildert: «Nach der Übernahme von Pack Easy von meinem Vater habe ich zuerst das Unternehmen komplett neu und auf verschiedene Standbeine aufgestellt. Der klassische Vertrieb ist unser Ursprung, und den führen wir weiter. Neu haben wir aber auch eine Kofferklinik, damit die Produkte dank Reparaturservices nachhaltig im Umlauf bleiben können. Durch die Stärkung der Unternehmensstruktur und den Aufbau von neuen Dienstleistungen war Pack Easy in der Lage, ihre Marktposition in bestehenden Märkten zu festigen und sich in neuen Märkten zu etablieren. 2018 und 2019 erlebten wir ein enormes Wachstum. Wir waren mit Tempo 250 unterwegs, und nur die Pandemie konnte uns ausbremsen.»

Investieren Sie in die Weiterbildung Ihrer Mitarbeitenden

Im Zentrum jeder Investition steht immer der Mehrwert für das Unternehmen. Das bezieht sich in der Regel auf betriebswirtschaftliche Ergebnisse, doch auch Investitionen in die Kompetenz der Beschäftigten sind ein nicht zu unterschätzendes Asset für den geschäftlichen Erfolg. «Und die muss man nicht rechnen – die muss man einfach machen», zeigt sich Thüler überzeugt.

Er erklärt im Talk, wie er zu dieser Überzeugung kommt: «In der Krise steht man intuitiv auf der Kostenbremse. Was wir dabei ausgeklammert haben, waren Investitionen in Mitarbeitende durch Weiterbildung.» Entsprechend fällt seine Antwort auf die Frage aus, was er mit einer weiteren Million tun würde. Hier nennt er neben Prozessoptimierungen auch Investitionen in die Unternehmenskultur und die Weiterbildung der Belegschaft.

Ein weiterer Zweck von Investitionen besteht darin, einen zusätzlichen Nutzen zu schaffen, sodass man die Kundenbedürfnisse besser erfüllen und die Kundenbindung erhöhen kann. Hierfür eignet sich eine vertiefende Umfrage oder ein Produkttest bei Kunden, um das Angebot zu verbessern und den Kundenwünschen anzupassen. Thüler betont: «Kundenbedürfnisse sind nicht immer offensichtlich. Es empfiehlt sich, hin und wieder gezielt nachzufragen.»

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