
Normalerweise wirbelt die jährliche Anpassung der Zusammensetzung des Swiss Market Index (SMI), des Leitindex der Schweizer Börse, wenig Staub auf. In diesem Jahr präsentiert sich die Lage jedoch anders. Ab dem 21. September sind zwei prominente Firmen, der Telekomanbieter Swisscom und das Transportunternehmen Kühne & Nagel, nicht mehr Teil des 20 Titel zählenden SMI. Gemessen an Marktkapitalisierung und Liquidität gehören die beiden Titel nicht mehr zu den zwanzig grössten börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz. Ersetzt werden diese Firmen durch zwei Unternehmen aus dem Bereich Gesundheit: Galderma, einem global führenden Hersteller von Produkten für die Hautpflege und -ästhetik, sowie Sandoz, das im Bereich Generika und Biosimilars tätig ist.
Schweizer Leitindex mit Übergewicht im Gesundheitssektor
Mit der angepassten Zusammensetzung verändert sich auch das Gewicht der einzelnen Sektoren im SMI. Der Gesundheitssektor kann seine Dominanz ausbauen, sein Gewicht dürfte von heute rund 36 auf künftig rund 40 Prozent des gesamten Index steigen. Der Wertentwicklung hat dieses Übergewicht des Gesundheitssektors bislang nicht geschadet. Während der SMI seit Jahresbeginn um rund 8,5 Prozent zulegen konnte, betrug die Wertsteigerung der zwei Gesundheitsschwergewichte Roche und Novartis rund 13 respektive 15 Prozent. Die Dominanz des Gesundheitssektors macht den SMI aber anfälliger für Schwankungen und Risiken als ein breit diversifiziertes Portfolio.
Anlegerinnen und Anleger sollten sich unserer Ansicht nach nicht nur auf den SMI konzentrieren, sondern ihre Aktienanlagen breiter streuen. Eine Möglichkeit besteht darin, global zu investieren, wie wir bereits im CIO Essentials vom März 2026 argumentiert haben, denn der globale Markt ist deutlich stärker diversifiziert als der Schweizer Markt. Zudem ist der IT-Sektor im globalen Markt im Gegensatz zum Schweizer Aktienuniversum stärker vertreten. Dieser Sektor war in der Vergangenheit ein grosser Treiber der Performance der globalen Aktienmärkte und dürfte im Zeitalter der künstlichen Intelligenz weiterhin eine zentrale Stellung in der Wirtschaft einnehmen.
In mittelgrosse börsenkotierte Unternehmen (Mid Caps) diversifizieren
Ausserdem kann ein Engagement in Schweizer Aktien jenseits des SMI in Betracht gezogen werden. Der Index der mittelgrossen börsenkotierten Firmen in der Schweiz (SMI Mid) ist ab Mitte September deutlich weniger abhängig von Gesundheitswerten. Eine Beimischung von Mid Caps kann zu einer besseren Diversifikation führen. Mittelgrosse Börsenfirmen werden im Moment zudem noch durch andere Faktoren unterstützt. So ist die Bewertung von Firmen im SMI Mid Index zwar noch höher als von SMI-Unternehmen, aber die Differenz ist deutlich gesunken, was mittelgrosse Firmen in Anbetracht ihrer Gewinnwachstumsaussichten attraktiv macht. Der SMI Mid dürfte auch stärker von einer konjunkturellen Erholung in den nächsten Quartalen profitieren, da er stärker von der konjunktursensitiven Industrie dominiert wird. Die Chancen auf eine konjunkturelle Erholung sind trotz der geopolitischen Risiken im Nahen Osten weiterhin intakt. Das zeigt der Anstieg der Einkaufsmanagerindizes in den USA und in Europa, die vom Finanzmarkt vielbeachtete Konjunkturindikatoren sind.