CIO Essentials Mit Plan anlegen in einer schnelllebigen Zeit

Anlegerinnen und Anleger sind derzeit in rascher Abfolge neuen Themen konfrontiert, zum Beispiel dem Nahostkonflikt. Der erste Reflex ist oft, sich von den Finanzmärkten zurückzuziehen. Damit riskieren sie aber, dabei zusehen zu müssen, wie die Märkte steigen, während gleichzeitig die eigene Kaufkraft sinkt. Umso wichtiger ist in diesem Umfeld ein klarer Anlageplan. Was man für den laufenden Lebensunterhalt benötigt, muss durch Liquidität abgedeckt werden. Was darüber hinausgeht, soll angelegt werden.

von Alessandro Bee 29. Apr 2026

Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Anlegerinnen und Anleger sind dieses Jahr in rascher Abfolge mit neuen Themen konfrontiert. Dazu gehören geopolitische Risiken von Venezuela über Grönland bis hin zum Nahostkonflikt, die Hoffnungen und Sorgen, ob sich die Investitionen in die künstliche Intelligenz auszahlen und die Unsicherheit über die US-Politik und damit über den US-Dollar. In den kommenden Monaten könnte die Liste mit Börsengängen von US-Technologie-Firmen erweitert werden. Hinzu kommt, dass sich die Situation innerhalb der einzelnen Themen rasch verändern kann: Es ist oft schwer einzuschätzen, welche Ziele die beteiligten Parteien im Nahostkonflikt verfolgen und wo die Verhandlungen gerade stehen.

In einem solchen Umfeld verliert man leicht den Überblick. Der erste Reflex in dieser Situation ist es, sich von den Finanzmärkten zurückzuziehen. Damit riskieren Anleger aber, dabei zuzusehen, wie die Märkte steigen, aber gleichzeitig die Kaufkraft sinkt. Von 2000 bis 2025 hat sich der Wert von Schweizer Aktien (nach Kosten und Steuern) verdoppelt, während die Lebenshaltungskosten in der Schweiz um 15 Prozent angestiegen sind. Umso wichtiger ist es in diesem Umfeld, über einen klaren Anlageplan zu verfügen und diesen diszipliniert umzusetzen.

Liquidität für den Alltag, Anlagen für langfristige Ziele
Was macht aber einen guten Anlageplan aus? Dieser wird von den persönlichen Sparzielen und von der Risikobereitschaft der Anleger definiert. Zentral ist dabei der Anlagehorizont. Ein langer Anlagehorizont bedeutet, dass man in den kommenden Jahren die angelegten Mittel nicht benötigt und deshalb investiert bleiben kann. Je länger der Anlagehorizont, desto eher können Anleger mit kurzfristigen Schwankungen umgehen und umso mehr in risikoreichere Anlagen investieren. Höhere Risiken werden im Durchschnitt auch mit einer besseren Rendite belohnt.

Mittel für den Lebensunterhalt müssen durch Liquidität abgedeckt werden. Wie gross der Anteil ist, hängt davon ab, in welcher Lebensphase man sich befindet. Eine Person im Arbeitsleben deckt ihre kurzfristigen Ausgaben in der Regel über das Erwerbseinkommen ab und braucht damit einen deutlich geringeren Liquiditätspuffer als jemand, der pensioniert ist und mit der AHV oder Zahlungen der Pensionskassen in der Regel ein deutlich kleineres Einkommen erhält.

Was nicht zur Deckung von laufenden Ausgaben benötigt wird, soll angelegt werden. Die Zinsen auf dem Sparkonto sind deutlich geringer als die Renditen an den Aktienmärkten. Während sich in den letzten 25 Jahren der Wert der Schweizer Aktien verdoppelt hat, betrug der Wertzuwachs auf einem Sparkonto nur rund 9 Prozent und war tiefer als die Inflation.

Nun möchten Anleger Mittel, die sie vielleicht in fünf bis zehn Jahren brauchen, nicht vollumfänglich den Schwankungen der Aktienmärkte aussetzen. Dass sich Aktienmärkte über fünf bis zehn Jahre negativ entwickeln, ist zwar selten, aber nicht ganz ausgeschlossen. Der Swiss Performance Index notierte von 1987 bis heute in einem 5-Jahres-Vergleich auf monatlicher Basis in 16 Prozent aller Fälle negativ, im 10-Jahres-Vergleich noch in 2 Prozent. Ein breit diversifiziertes Portfolio mit mehreren Anlageklassen erlaubt Anlegern, an der Performance der Aktienmärkte teilzuhaben, aber gleichzeitig federt es die grössten Ausschläge an den Märkten ab.

Je länger man die Mittel nicht benötigt, desto höher darf der Aktienanteil in einem Portfolio sein und umso mehr kann es sich bei den Aktien um Titel im Bereich der transformativen Innovationen handeln, zum Beispiel künstliche Intelligenz, Elektrifizierung (Energie und Ressourcen) oder Langlebigkeit. Vor allem innovative Unternehmen haben in den letzten Jahrzehnten die Aktienmärkte angetrieben. Diese Titel sind aber in der Regel auch höheren Schwankungen ausgesetzt.

Ein guter Anlageplan gibt Anlegern die Gewissheit, dass die Mittel für den Lebensunterhalt nicht von den Unwägbarkeiten des Nahostkonflikts abhängen. Aber er gibt ihnen auch die Gewissheit, langfristig von der Innovationskraft der Unternehmen profitieren zu können.

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