Der Aufbau eines robusten Anlageportfolios erfordert oft einen Blick über traditionelle Anlagen wie Aktien, Anleihen und Immobilien hinaus. Institutionelle Anleger − wie Pensionskassen, Stiftungen und Staatsfonds − haben die Vorteile dieses Ansatzes schon lange erkannt, was es ihnen ermöglicht, risikobereinigte Renditen zu maximieren.

Was ist eine breite Vermögensallokation?
Eine breite Vermögensallokation bedeutet, dass Anlagen über eine Vielzahl von oft übersehenen Anlageklassen wie Rohstoffe, Hedgefonds, Private Equity, Private Debt oder Infrastruktur gestreut werden. Sie umfasst auch eine Diversifikation über Regionen, Sektoren und Anlagestile hinweg. Das Ziel ist es, ein ausgewogenes Portfolio zu schaffen, das das Engagement in einer einzigen Anlageklasse oder einem einzigen Markt reduziert und so Risiko und Rendite ausgleicht.

Verschiedene Anlageklassen entwickeln sich unter verändernden wirtschaftlichen Bedingungen unterschiedlich. Durch die Kombination dieser Anlagen können Anleger die Höhen und Tiefen der Marktzyklen glätten und die Widerstandsfähigkeit des Portfolios erhöhen.

Was Privatanleger von diesem Ansatz lernen können
Privatanlegerinnen und -anleger können, obwohl sie in kleinerem Massstab agieren, viele dieser Prinzipien übernehmen, um ihre Portfolios zu stärken. Folgende Punkte sollten sie hierzu beachten:

Global denken: Wie Pensionskassen sollten auch Privatanleger eine internationale Diversifikation in Betracht ziehen. Investitionen in globale Aktien oder Anleihen können den Home Bias reduzieren und ein Engagement in schneller wachsenden Volkswirtschaften bieten, wodurch Chancen sowohl in entwickelten als auch in Schwellenländern genutzt werden können.

Alternative Anlagen in Betracht ziehen: Während einige Private-Equity- oder Hedgefonds für Einzelpersonen schwer erreichbar sein mögen, sind diese Optionen für Privatanleger zunehmend zugänglich. Alternative Anlagen haben oft eine geringe Korrelation mit traditionellen Märkten und bieten eine zusätzliche Diversifikationsebene. Zum Beispiel machen Anleihen und Aktien weniger als zwei Drittel der Allokationen von Schweizer Pensionskassen aus.

Langfristig denken: Eine langfristige Denkweise ist entscheidend. Privatanleger sollten davon absehen, auf tägliche Marktschwankungen zu reagieren. Anstatt hohen Renditen nachzujagen, zielen institutionelle Anleger darauf ab, Gewinne für ein gegebenes Risikobudget zu maximieren. Darüber hinaus lassen sich institutionelle Anleger nicht von Emotionen leiten und bleiben auf Kurs. Zum Beispiel bleiben Schweizer Pensionskassen immer investiert und halten in der Regel weniger als 5 Prozent in bar.

Der Vorteil des Privatanlegers
Institutionelle Anleger stehen vor Einschränkungen, denen Privatanleger nicht ausgesetzt sind. Sie agieren oft unter strengen Vorschriften, die vorschreiben, wie sie Vermögenswerte einsetzen können. Privatanleger hingegen geniessen mehr Flexibilität, mit weniger Einschränkungen und weniger öffentlichen Kontrollen. Diese Freiheit ermöglicht es ihnen, Nischenchancen oder aufkommende Trends zu nutzen.

Darüber hinaus verwalten Pensionskassen Geld für eine breite Gruppe von Begünstigten, was bedeutet, dass ihre Strategien darauf ausgelegt sind, kollektive Bedürfnisse zu erfüllen. Privatanleger hingegen können ihre Portfolios auf ihre individuellen Ziele, Risikotoleranz und Zeithorizonte zuschneiden − und diese Parameter bei Bedarf anpassen.

Letztendlich geht es bei einer breiten Vermögensallokation darum, Widerstandsfähigkeit aufzubauen und die Wahrscheinlichkeit zu maximieren, langfristigen Erfolg zu erzielen. Die Lektionen von institutionellen Anlegern sind klar: Diversifikation, Disziplin und ein Fokus auf risikobereinigte Renditen sind der Schlüssel zum Erfolg. Während Privatanleger möglicherweise nicht über die Ressourcen einer Pensionskasse verfügen, haben sie die Freiheit, Portfolios zu gestalten, die ihre einzigartigen Umstände und Bestrebungen widerspiegeln

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