Innovationsförderung Innovationsförderung: 5 Handlungsfelder

Will die Schweiz Innovationschampion bleiben, muss die Innovationsförderung auf politischer Ebene klar fokussiert sein.

Innovationsförderung

Die globalen Marktbedingungen und der internationale Wettbewerb verschärfen sich ständig. Wenn die Schweiz Innovationschampion bleiben will, sind – neben den Massnahmen, die Unternehmen selbst vorantreiben können – auch auf politischer Ebene kontinuierliche Verbesserungen gefragt. Fünf Handlungsfelder für die Schweizer Innovationsförderung.

1. Zugang zu Fachkräften sicherstellen

Die Verfügbarkeit von Fachkräften und Spezialisten in der Schweiz sowie der Zugang zu den Absatzmärkten in Europa sind für forschende und innovative Unternehmen wichtige Standortfaktoren.

Empfehlung 1: Der Arbeitsmarkt muss für ausländische Fachkräfte attraktiv gestaltet werden. Die Verfügbarkeit inländischer Fachkräfte sollte durch Verbesserung des Ausbildungssystems erhöht werden. Stabile und klare Beziehungen der Schweiz zur EU sind eine zentrale Voraussetzung für den Zugang zu ausländischen Spezialisten.

2. Regulierungsdickicht eindämmen und Unternehmertum fördern

Die Bürde durch überbordende Regulierung und die Sorge vor immer höherem administrativem Aufwand ist eines der wichtigsten Themen für Unternehmen und Unternehmer in der Schweiz.

Empfehlung 2: Unsere Unternehmer brauchen wieder mehr unternehmerische Freiräume – und weniger Bevormundung. Deshalb sollte die Schweiz eine Regulierungsbremse analog zur erfolgreichen Schuldenbremse einführen, um das Regulierungsdickicht einzudämmen. Start-up-Unternehmen und Spin-offs müssen mehr gefördert werden, etwa durch verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten (Verfügbarkeit von Risikokapital), durch Gründerzentren und das Bereitstellen von Infrastruktur.

3. Unternehmenssteuerreform III umsetzen

Die Unternehmenssteuerreform III ist wichtig für den Innovationsstandort Schweiz, insbesondere wegen der steuerlichen Entlastung auf F&E-Aufwendungen und der Einführung sogenannter «Patentboxen».

Empfehlung 3: Das angedrohte Referendum gegen die USTR III schafft für Unternehmen einen weiteren Unsicherheitsfaktor. Die USTR III sollte deshalb rasch umgesetzt werden.

4. Duales Bildungssystem stärken und MINT-Bereich fördern

Das duale Bildungssystem mit Berufs- und akademischer Ausbildung ist einer der Erfolgsfaktoren der Schweiz. Es funktioniert dank der hohen Durchlässigkeit hervorragend und muss erhalten und gestärkt werden.

Empfehlung 4: Zusätzliche Fachkräfte, vor allem im MINT-Bereich, sind besonders wichtig für Forschung und Entwicklung. Deshalb sollten die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) auf allen Bildungsebenen gestärkt und bereits in frühen Schulphasen begünstigt werden.

5. Staatliche Fördermittel konzentriert und langfristig einsetzen

Instrumente zur Forschungs- und Innovationsförderung haben starken Einfluss auf die Attraktivität eines Standorts. Staatliche Massnahmen zur Förderung der Innovation – auf Bundes- oder Kantonsebene – sollten primär den beiden ökonomischen Prinzipien der Konzentration und Langfristigkeit folgen.

Empfehlung 5: Konzentration: Bildung von Schwerpunkten (Clustern) wie der Pharmaindustrie in der Nordwestschweiz, der Uhrenindustrie im Jura oder der Medtech-Branche im Mittelland fördern.

Langfristigkeit: innovative Start-up-Förderung, unter anderem durch stärkere Kooperation zwischen Industrie und Wissenschaft, ist besser als kurzfristige Konjunkturprogramme oder strukturerhaltende Subventionen.

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