Energiestrategie 2050 Schweiz ist vorbildlich beim CO₂-Ausstoss

Kaum ein Land geht mit Energie so sparsam um wie die Schweiz. So kann sie bis 2050 zum klimapolitischen Musterschüler werden.

Aufgrund einer vorausschauenden Energiepolitik und anhaltenden Bemühungen im Kampf gegen die globale Klimaerwärmung wird der Schweiz beim Thema Umweltschutz häufig eine Vorbildfunktion bescheinigt. In der Tat trägt die Eidgenossenschaft, obwohl sie zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Nationen gehört, nur relativ wenig zur globalen Klimaerwärmung bei.

Tieferer CO-Ausstoss als in Nachbarländern

Gemessen am absoluten CO-Ausstoss wie auch am Pro-Kopf-Ausstoss muss sich das Land im internationalen Vergleich nicht verstecken. Im Gegenteil: Der gesamte CO-Austoss hierzulande liegt um mehr als 95 Prozent unter demjenigen Deutschlands. Und im Vergleich mit Österreich, das eine vergleichbare Einwohnerzahl und ein deutlich geringeres Bruttoinlandprodukt aufweist, emittiert die Schweiz 40 Prozent weniger klimagefährdendes Kohlendioxyd. Auch hinsichtlich ihres Pro-Kopf-Ausstosses steht die Schweiz im internationalen Vergleich sehr gut da.

Schweiz hat sehr niedrige CO-Emissionen im europäischen Vergleich

Jährlicher CO-Ausstoss absolut und pro Kopf der Bevölkerung

Quelle: BP Statistical Review of World Energy 2015

Wasserkraft verbessert Energiebilanz

Zu verdanken hat die Schweiz ihre klimapolitische Vorreiterrolle einem vergleichsweise sauberen Strommix mit viel Wasserkraft und wenig Kohle und einem haushälterischen Umgang mit Energie. Hatte sich der Energieverbrauch zwischen 1950 und 2000 noch um durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr erhöht, ist er in den letzten fünfzehn Jahren praktisch konstant geblieben.

Strukturwandel und C0-Export wirken unterstützend

Neben aktiven Sparmassnahmen und Effizienzsteigerungen hat vor allem der wirtschaftliche Strukturwandel zur Stabilisierung des Energieverbrauchs beigetragen – weg von energieintensiven hin zu weniger energielastigen Industriezweigen und zum Dienstleistungssektor. Nicht zu vergessen: Einen Teil der anfallenden CO-Emissionen hat die Schweiz gewissermassen ‹exportiert›, indem Unternehmen Teile ihrer Produktion ins Ausland verlagerten und viele Industriegüter und Halbfabrikate importiert wurden.

Täglich 5 Liter Treibstoff pro Person

2014 verbrauchte jeder Schweizer und jede Schweizerin im Schnitt 27'800 Kilowattstunden. Dies entspricht einem Verbrauch von 5 Litern Treibstoff pro Person und Tag – der tiefste Wert seit 1997. Mit 36,1 Prozent entfällt der Löwenanteil der heute in der Schweiz verbrauchten Energie nach wie vor auf Erdöltreibstoffe (Benzin, Diesel, Kerosin), gefolgt von Elektrizität mit 25,1 Prozent und Erdölbrennstoffen (Heizöl) mit 15,4 Prozent. Insgesamt deckt die Schweiz 77 Prozent ihres Endverbrauchs mit importierten, fossilen Energieträgern und Kernbrennstoffen, was eine enorme Importabhängigkeit mit sich bringt.

Vorreiterrolle beim Klimaschutz

Im Rahmen der Energiestrategie 2050 möchte die Schweiz ihren Ausstoss an Treibhausgasen (wovon CO den gewichtigsten Anteil ausmacht) von derzeit über 6,5 Tonnen pro Kopf und Jahr auf eine Tonne reduzieren. Erreicht werden soll dieses ehrgeizige Ziel durch den Ausbau der Wasserkraft und erneuerbaren Energien sowie durch eine deutliche Erhöhung der Energieeffizienz. Um in Sachen Klimaschutz weiterhin eine Vorreiterrolle zu spielen und andere Länder dadurch zum Nachziehen zu bewegen, sollen bis 2050 deutlich weniger kohlenstoffbasierte Energieträger und auch weniger Kernbrennstoffe eingesetzt werden.

Energiesparen soll sich lohnen

Ein haushaltsneutrales Lenkungssystem soll ab 2021 dafür sorgen, dass die energiepolitische Wende kein Papiertiger bleibt, sondern bis 2050 Realität wird. Haushaltsneutral bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Erträge der ab 2021 geplanten Lenkungsabgaben vollumfänglich an Wirtschaft und Gesellschaft zurückbezahlt werden sollen. Verlässliche Preisprognosen sind bei einer derart langen Übergangsfrist naturgemäss heikel. Aus heutiger Sicht erscheint es allerdings wahrscheinlich, dass die Konsumenten in Zukunft für Erdölprodukte weniger, für ihren Stromkonsum hingegen mehr bezahlen werden.

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