
Trotz der anhaltenden Schlagzeilen über geopolitische Verwerfungen nimmt die Berichtssaison zu den Unternehmensresultaten des vierten Quartals 2025 allmählich Fahrt auf. Während weiterhin Meldungen kursieren über potenzielle neue Zollerhöhungen aus dem Weissen Haus oder eine mögliche Schliessung von US-Verwaltungseinheiten, rücken in den kommenden Tagen voraussichtlich wieder die positiven Fundamentaldaten in den Fokus. Diese Faktoren dürften die Aktienmärkte weiter stützen und dazu beitragen, dass sich die laufende Rally zunehmend vom (US-)Technologiesektor auf weitere Regionen und Branchen ausweitet.
In den USA, dem in der Berichtssaison am weitesten fortgeschrittenen Markt, bleibt der Technologiesektor mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von über 20 Prozent führend, gefolgt von den starken Grundstoff- und Finanzsektoren. Auch in Europa präsentieren sich die bisherigen Unternehmenszahlen solide: Die Medianaktie erzielte im vierten Quartal ein Gewinnwachstum von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
In der Schweiz hingegen beginnt die Berichtssaison erst langsam. Während das Gewinnwachstum im SMI im vergangenen Jahr vor allem von den grossen Titeln getragen wurde, erwarten wir für 2026 eine breitere Basis: Für den SMI rechnen wir mit einem Gewinnwachstum von 5 Prozent, während der Konsens für die 50 grössten Unternehmen bei 9 Prozent liegt. Die grössten Risiken für den Schweizer Aktienmarkt dürften das Währungsrisiko und die fragile Konjunkturlage bleiben.
Vor diesem insgesamt soliden Hintergrund rechnen wir bis Ende 2026 mit einem deutlichen Anstieg der globalen Aktienmärkte. Treiber sind wohl vor allem die erwartete Belebung des globalen Wirtschaftswachstums und die Aussicht auf sinkende Leitzinsen, die Unternehmen und Konsumenten entlasten und die Attraktivität von Aktienanlagen erhöhen. Die Rally dürfte sich weiter verbreitern und nicht mehr nur von den unmittelbaren Profiteuren des KI-Infrastrukturaufbaus getragen werden.
Gerade Anlegerinnen und Anleger, die bislang untergewichtet in Aktien investiert waren, sollten eine Erhöhung ihrer Aktienquote in Erwägung ziehen. Wer sich bisher stark auf Einzeltitel, US-Technologiewerte oder Schweizer Aktien konzentriert hat, könnte durch gezielte Diversifikation in bislang weniger beachtete Technologiewerte oder andere Sektoren profitieren. Im KI-Segment scheint es uns sinnvoll, nicht nur auf Infrastrukturunternehmen zu setzen, sondern auch auf jene, die künstliche Intelligenz bereits produktiv einsetzen und Umsätze generieren. In den USA bieten zudem zyklische Sektoren wie Konsum, Finanzen und Gesundheitswesen interessante Ergänzungen, da sie besonders von der konjunkturellen Erholung profitieren könnten. Auch ein globaler Blick lohnt sich: In Europa steht eine spürbare Belebung des Gewinnwachstums bevor, während in Asien insbesondere Chinas Bestrebungen nach technologischer Unabhängigkeit neue Chancen eröffnen können.
Wer sein Portfolio breit aufstellt, eröffnet sich Möglichkeiten, um von diesen vielfältigen Wachstumstreibern profitieren zu können und das Risiko einzelner Marktentwicklungen möglichst abzufedern. Denn in Zeiten erhöhter geopolitischer Unsicherheiten gewinnt eine breite Portfoliodiversifikation unserer Meinung nach besonders an Bedeutung. Durch gezielte Streuung über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Sektoren lassen sich Risiken reduzieren und die Widerstandsfähigkeit des Portfolios stärken. Die Wirkung einzelner politischen oder wirtschaftlichen Ereignisse auf das Gesamtvermögen kann so in der Regel abgeschwächt werden. Diversifikation bietet zudem die Chance, von unterschiedlichen globalen Wachstumschancen zu profitieren und Marktschwankungen abzufedern. Gerade in volatilen Phasen zeigt sich, dass breit aufgestellte Portfolios langfristig helfen, um stabilere Renditen zu erzielen.
