2025 war ein gutes Jahr für Anlegerinnen und Anleger. Der Schweizer Aktienindex SPI konnte um gut 18 Prozent zulegen. Hingegen warfen Schweizer Anleihen deutlich weniger Gewinn ab und das Sparkonto trat auf der Stelle. Das letzte Jahr reflektierte damit den langfristigen Durchschnitt. Seit 1950 legten die Schweizer Aktien jährlich um rund 6 Prozent zu, Schweizer Anleihen mussten sich hingegen mit einem jährlichen Zuwachs von 2 Prozent begnügen, das Sparkonto gar nur mit 1,6 Prozent.

Trotz der eindrücklichen Performance der Aktien in den letzten Jahrzehnten ist hierzulande das Aktiensparen nicht die Regel. In einer Umfrage der Baloise mit dem Marktforschungsinstitut YouGov bei 2000 Schweizer Sparern sagten rund drei Viertel der Befragten, dass sie auf das Sparkonto setzen, und nur ein Viertel gab an, in Aktien zu investieren. Verschiedene Studien aus Deutschland und der Schweiz zeigen, dass fehlendes Finanzwissen und die Angst vor Verlusten zwei der wichtigsten Gründe sind, einen Bogen um das Anlegen zu machen.

Die Angst, Geld an den Finanzmärkten zu verlieren, dürfte momentan nicht kleiner geworden sein. Die Aktienmärkte notierten zu Beginn des Jahres auf oder nahe neuer Höchststände. Noch immer wird darüber gerätselt, ob der Aktienmarkt sich in einer Blase befindet – verursacht durch die Technologieaktien in den USA. Hinzu kommt eine grosse geopolitische Unsicherheit. Die US-Regierung hat Anfang Januar Venezuelas Präsident verhaftet, dem Iran wegen der Niederschlagung der Protestbewegung mit einer Intervention gedroht und zuletzt laut über eine Annexion von Grönland nachgedacht. US-Präsident Donald Trump hat in diesem Zusammenhang verschiedenen Ländern mit zusätzlichen Zöllen gedroht.

Nun hat die Vergangenheit aber gezeigt, dass (geo-)politische Konflikte zwar die Schlagzeilen beherrschen, aber an den Aktienmärkten oft nicht zu einer dauerhaften Korrektur führen. Ein gutes Beispiel dafür ist der «Liberation Day»: Im letzten Jahr brachen die Märkte Anfang April ein, nachdem Trump die meisten seiner Handelspartner mit hohen Zöllen belegte. Die Aktien beendeten das Jahr aber vielfach mit einem zweistelligen Gewinn.

Was aber können Anleger unternehmen, wenn sie nicht ausschliesslich darauf vertrauen wollen, dass die (geo-)politischen Konflikte keine langfristige Belastung für die Finanzmärkte darstellen?

Ein langer Anlagehorizont hilft, Verluste zu vermeiden. Zwischen 1995 und 2025 beendete der Schweizer Aktienmarkt das Aktienjahr im Durchschnitt mit einem Gewinn von 9,6 Prozent. In acht dieser 31 Jahre schloss der SPI das Jahr jedoch mit einem Verlust ab, der im Durchschnitt 14,5 Prozent betrug. Hielt man in dieser Periode die Aktien für fünf Jahre, so betrug die jährliche Rendite im Schnitt rund 7 Prozent, der Aktienmarkt war noch fünfmal im negativen Bereich mit einem durchschnittlichen Verlust von 3 Prozent. Hielt man die Aktien für zehn Jahre, so betrug die jährliche Rendite durchschnittlich 6,3 Prozent und der Aktienmarkt war nach diesen zehn Jahren nie im negativen Bereich.

Der lange Anlagehorizont verleiht bereits Sicherheit, ein diversifiziertes Portfolio kann diese jedoch weiter erhöhen. Diversifizieren kann sich der Anleger einerseits durch ein breites Aktien-Engagement in verschiedenen Sektoren und Regionen. Im UBS House View Letter vom 23. Januar: «Nostalgie ist keine Anlagestrategie» empfiehlt der Chief Investment Officer der UBS Mark Haefele nicht nur, auf US-Technologiewerte zu setzen, sondern zunehmend auch andere Segmente und Märkte zu berücksichtigen – wie Europa, Japan und die Schwellenländer.

Auch Anleihen können helfen ein Portfolio zu diversifizieren. Mit Schweizer Zinsen nahe der Nullmarke tragen die Anleihen zwar nicht mehr gross zur Performance bei, aber sie geben dem Portfolio in schwierigen Phasen Stabilität.

Mit diesen Massnahmen können Anleger auch in geopolitisch turbulenten Zeiten ihr Portfolio absichern und dafür sorgen, dass sie von der starken Performance der Aktienmärkte in der langen Frist möglichst profitieren.

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