2025 standen Schweizer Anlegerinnen und Anleger vor einer bekannten Herausforderung: Sie mussten widerstandsfähige Portfolios in einem Umfeld mit Nullzinsen, Unsicherheit im Ausland und einer starken Währung aufbauen. Der naheliegende Entscheid vieler Anleger war, Geld in der Heimat zu investieren. Doch internationale Engagements in alternativen Anlagen – Hedge Funds, Private Equity, Private Credit und Infrastruktur – trugen auch 2025 dazu bei, die Diversifikation zu verbessern, Renditen zu stabilisieren und Marktschwankungen abzufedern. Das dürfte auch im neuen Jahr so bleiben: Unser Ausblick für alternative Anlagen im Jahr 2026 bleibt positiv.

Beginnen wir mit den Fakten: 2025 erzielten Hedge Funds über alle wichtigen Strategien hinweg positive Ergebnisse. Bevorzugte Strategien wie Equity Long / Short Funds, Merger Arbitrage, Discretionary Macro und Multi-Strategy-Funds trugen dazu bei, Verluste während Perioden erhöhter Volatilität zu begrenzen. Während traditionelle 60/40-Portfolios von der Aktienrally profitierten, schufen Hedge Funds durch aktives Risikomanagement und positive Renditen zusätzlichen Mehrwert.

Private Equity (PE) erzielte gedämpfte, aber positive Renditen. Die Aktivitäten vieler Manager erholte sich graduell; der Deal Flow – ein Mass für die Investitionsmöglichkeiten von PE-Funds – stieg gemäss PitchBook bis September um 14,5 Prozent und auch die erfolgreichen Verkäufe nahmen wieder zu, nicht zuletzt, weil die Zentralbanken die Geldpolitik lockerten. Im Private-Credit-Bereich bot Direct Lending in US-Dollar weiterhin hohe Renditen. Im ersten Halbjahr 2025 lagen sie im Durchschnitt bei fast 4,5 Prozent, wie der Cliffwater Direct Lending Index zeigt. Obwohl einige Firmenkonkurse vermehr für Schlagzeilen sorgten, blieben die Ausfallraten insgesamt niedrig und die Mittelbeschaffung stark.

Alternative Anlagen sollten unserer Meinung nach auch im nächsten Jahr eine wichtige Rolle in Schweizer Portfolios spielen. Grosse Unterschiede bei der Performance und anhaltender Unsicherheit dürfte aktives Management weiterhin begünstigen und Hedge Funds – insbesondere Equity Long / Short, Macro und Multi-Strategy-Ansätze – scheinen gut positioniert, um von sich ändernden Trends zu profitieren. Merger Arbitrage bleibt unseres Erachtens attraktiv, da die M&A-Aktivität zunehmen dürfte. Und wir denken, dass Hedge Funds 2026 erneut zur Portfoliodiversifikation beitragen und gleichzeitig ansprechende positive Renditen erzielen können.

Im Bereich Private Equity erwarten wir mehr Exit-Aktivitäten und Ausschüttungen, da die US-Notenbank Fed die Zinssätze voraussichtlich weiter senken wird. Private Credit sollte solide Renditen bieten, aber engere Spreads und wahrscheinlich niedrigere Zinssätze bedeuten, sodass die Auswahl der Manager und die Kreditqualität noch mehr in den Fokus rücken dürften. Infrastruktur – insbesondere digital, erneuerbare Energien und Energiewende – bleibt wahrscheinlich im Fokus für Inflationsschutz und stabile Cashflows, während Immobilien in Sektoren wie Gesundheitswesen, Logistik und Wohnen weiterhin auf solide Nachfrage treffen dürften.

Zu den Hauptrisiken gehören Illiquidität – insbesondere für Anleger mit kurz- bis mittelfristigem Kapitalbedarf. Auch sind die Bewertungen in einigen Segmenten unvorteilhaft. Alternative Anlagen sollten darum unserer Ansicht nach in das Gesamtportfolio integriert werden, um Wachstum, Einkommen und Liquidität auszugleichen. Die regelmässige Adjustierung an sich ändernde Marktverhältnisse sehen wir als ebenso wichtig wie eine periodische Umschichtung. Und eine gute Diversifikation scheint uns auch hier entscheidend.

Zusammenfassend halten wir fest, dass wir bei alternativen Anlagen auch 2026 das Potenzial sehen, um die Herausforderungen beim Aufbau widerstandsfähiger Portfolios in einem Umfeld mit niedrigen Zinssätzen bewältigen zu helfen – sie bieten Diversifikation und Renditen. Mit einer durchdachten Allokation und einem sorgfältigen Risikomanagement dürften alternative Anlagen unserer Meinung nach die langfristigen Ziele von Schweizer Anlegern unterstützen.

Disclaimer