
2025 wird vermutlich in mehrfacher Hinsicht als ein aussergewöhnliches Anlagejahr in die Geschichtsbücher eingehen. Es war geprägt von Innovationen, geopolitischen Verwerfungen, sich rasch verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und verschiedenen, sprunghaften Marktbewegungen. Während im Bereich der künstlichen Intelligenz Investitionen weiter vorangetrieben wurden, hat wohl für viele Beobachterinnen und Beobachter überraschend der europäische Aktienmarkt denjenigen der USA übertroffen. Demgegenüber stach der Schweizer Aktienmarkt mit seiner Stabilität und Resilienz heraus. Die öffentliche Verschuldung der Schweiz ist niedrig und Gesundheits-, Konsumgüter- und Finanzunternehmen bilden mir ihren stabilen Erträgen und Dividenden das Fundament des hiesigen Aktienmarktes.
Schweizer Anleger konstruieren mit Vorteil ausgewogene Portfolios mit einem Fokus auf stabile Erträge, Kapitalerhalt und ausgewählte Wachstumsbereiche. Schweizer-Franken-Anleihen und Immobilien bieten unserer Einschätzung nach Stabilität, während hochwertige Dividendenaktien das Potenzial für Einkommen und Kapitalgewinne haben. Zwar weist der Schweizer Aktienmarkt keinen hohen Anteil an Technologieunternehmen auf, Schweizer Firmen verstehen es dennoch ausgezeichnet, technologische Innovationen umzusetzen, insbesondere in den Bereichen Lifesciences und Präzisionsinstrumente. Damit sind sie gut gerüstet, um von den globalen Trends zu profitieren. Jüngst brachte die Einigung auf einen US-Zollsatz von 15 Prozent für Schweizer Exporte Erleichterung, insbesondere für kleinere Unternehmen und die Branchen Uhren, Maschinen und Technologie. Es sind allerdings nur wenige SMI-Unternehmen von den US-Zöllen direkt betroffen, weil viele der sehr grossen Schweizer Konzerne einen wesentlichen Teil ihrer US-Absätze bereits vor Ort produzieren. Gemäss unseren Schätzungen sind bei den 20 SMI-Titeln nur rund 1,5 Prozent ihres Umsatzes von den US-Zöllen tangiert. Im Pharmasektor sind weitere spezifische Deals ausstehend und eine nachhaltige Erholung ist noch nicht gesichert.
Zyklische Unternehmen leiden weiterhin unter schwachen Frühindikatoren, während wir selektive Qualitätstitel, Dienstleister und strukturelle Wachstumswerte bevorzugen. Die Bewertung des SMI bleibt unserer Meinung nach attraktiv, hochwertige Dividendentitel und Unternehmen mit hoher Kapitalrendite stehen im Fokus und auch im Segment der kleiner kapitalisierten Werte bieten sich interessante Chancen.
Immobilien sind traditionellerweise eine beliebte, sehr stabile Anlageklasse, die sich ausgezeichnet zur Diversifizierung eines Kernportfolios eignet. Schweizer Immobilientitel haben 2025 eine sehr starke Performance gezeigt. Die Bewertungen sind deutlich gestiegen: Immobilienaktien und -fonds werden mit hohen Prämien über Buchwert gehandelt – weit über ihren langfristigen Durchschnittswerten. Für 2026 ist nur noch eine schwach positive Kursentwicklung zu erwarten, gestützt durch stabile Einkommensströme. Die Anlageklasse bleibt jedoch anfällig für Zinsanstiege, regulatorische Eingriffe und zusätzliche mietrechtliche Restriktionen.
Während viele Investoren weltweit versuchen, die Schwerkraft – die von schwachem Wachstum und steigender Schuldenlast herrührt – zu überwinden, bieten die Stärken der Schweiz spezifische Vorteile. Unsere jüngste Ausgabe von Investieren in der Schweiz untersucht, wie hiesige Anleger mit dem wechselhaften Umfeld am besten zurechtkommen.
