Anlegerinnen oder Anleger verstehen angesichts der aktuellen Entwicklung an den Finanzmärkten die Welt nicht mehr. Auf der einen Seite erreichen Aktienmärkte, angetrieben von den US-Technologietiteln, neue Höchststände und werfen damit die Frage auf, ob wir uns einer Börsenblase wie während der Dotcom-Ära zur Jahrtausendwende nähern. Auf der anderen Seite erklimmt auch die «Schlechtwetter»-Wertanlage Gold immer neue Höchstpreise. Die Finanzmärkte scheinen von Euphorie und Angst zugleich getrieben zu sein.

Dreh- und Angelpunkt dabei sind die USA. Die Befürchtung, dass die aktuelle US-Wirtschaftspolitik dem US-Dollar schadet, beflügelt die Goldpreise. Der Optimismus im Hinblick auf die künstliche Intelligenz (KI) spornt den US-Aktienmarkt an. Auch wir sehen das Potenzial der KI und vertraten bereits im CIO Essentials vom September mit dem Titel « Droht uns eine KI-Blase?» die Meinung, dass das Risiko einer Börsenblase heutzutage deutlich kleiner ist als während der Dotcom-Ära. Im Gegensatz zum Jahr 2000 scheinen Technologiefirmen heute günstiger bewertet und verdienen Geld. Gleichzeitig gehen wir in den kommenden Monaten von Zinssenkungen der US-Notenbank Fed aus, während zur Jahrtausendwende die US-Leitzinsen erhöht wurden. Wir sehen dementsprechend in den nächsten zwölf Monaten noch Potenzial in den Technologietiteln und im Aktienmarkt im Allgemeinen. Entsprechend haben wir globale Aktien in diesem Monat auf «Attraktiv» hochgestuft und chinesische Technologieaktien sogar auf «Am attraktivsten». Eine Blase halten wir nicht für wahrscheinlich, ausschliessen lässt sie sich aber nicht, was derzeit die Situation für Anleger schwierig macht.

Drei Anregungen, um als Anleger in diesen turbulenten Zeiten gut schlafen zu können:

Auf ein breit diversifiziertes Portfolio als Fundament setzen. Ein Portfolio sollte in turbulenten Zeiten den folgenden Ansprüchen genügen: Erstens, die Anlageziele der Anleger widerspiegeln, zweitens eine breite Diversifikation aufweisen und drittens die wichtigen langfristigen Trends der nächsten Jahre berücksichtigen. Dass Technologiewerte sich heute in einer Blase befinden, können wir nicht ausschliessen, wir sind hingegen überzeugt, dass die KI in den kommenden Jahren die Gesellschaft und die Wirtschaft prägen wird.

Auf Markttiming verzichten. Wer nicht oder nur marginal in (Technologie-)Aktien investiert ist, sollte ins Auge fassen, deren Anteil am Portfolio zu erhöhen. Hier stellt sich die Frage nach dem Zeitpunkt des Einstiegs. Auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, läuft aber häufig darauf hinaus, dass man letzten Endes nicht investiert und wichtige Trends verpasst. Sinnvoller ist es, schrittweise und diszipliniert in den Markt einzusteigen.

Den langen Anlagehorizont bewahren. In den frühen 2000er-Jahren ist zwar die Dotcomblase geplatzt, das Internet hat sich aber trotzdem durchgesetzt und Anleger, die auf diesen Trend gesetzt hatten, haben in den letzten 25 Jahren davon profitiert. Voraussetzung dafür war aber ein langer Anlagehorizont. Um nicht im dümmsten Moment Aktien verkaufen zu müssen, sind genügend, aber nicht zu viel Liquidität und ein zurückhaltender Einsatz von Fremdkapital Voraussetzung.

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