
Die akute Währungsvolatilität seit Jahresbeginn hat die Anlegerinnen und Anleger an die Bedeutung der Steuerung von Währungsengagements erinnert. Wir erwarten eine weitere Schwäche des US-Dollars in den kommenden zwölf Monaten – mit einer Prognose von USDCHF bei 0.76 bis Juni 2026. In diesem Kontext kann ein siebenstufiger Ansatz Anlegern helfen, ihre Portfolios mit ihren Zielen in Einklang zu bringen.
- Bewertung der aktuellen Währungsbedürfnisse: Anleger müssen berücksichtigen, welche Währung für ihre Ausgabenbedürfnisse erforderlich ist. Diese entspricht in der Regel der Währung des Hauptwohnsitzes, aber bedeutende Teile können in Fremdwährungen für Auslandsreisen, die Unterstützung von Verwandten im Ausland oder die Instandhaltung von Immobilien im Ausland anfallen. Die Schätzung des Prozentsatzes der Gesamtausgaben in jeder Währung über die nächsten fünf Jahre hilft, eine angemessene kurzfristige Währungsallokation zu bestimmen. Ein Schweizer Anleger mit einem Ferienhaus in Italien könnte beispielsweise 80 Prozent in Schweizer Franken und 20 Prozent in Euro ausgeben.
- Abschätzung des Währungsmix über die Lebenszeit: Ausgabengewohnheiten und Lebensumstände entwickeln sich weiter und beeinflussen die zukünftigen Währungsbedürfnisse. Dies kann Kinder umfassen, die im Ausland studieren, oder einen geplanten Umzug im Ruhestand. Durch die Schätzung des Prozentsatzes der Ausgaben in jeder Währung über die nächsten fünf bis 20 Jahre können Anleger den Währungsmix ihres Portfolios mit langfristigen Plänen in Einklang bringen.
- Berücksichtigung langfristiger und vererbungsbezogener Bedürfnisse: Die Vererbungsplanung kann die Währungsallokation weiter beeinflussen, da die Begünstigten unterschiedliche Anforderungen haben können, wie Kinder, die in anderen Ländern leben, oder die Unterstützung von Wohltätigkeitsorganisationen im Ausland. Für Anleger, die sich auf den Erhalt des globalen Kapitalwerts konzentrieren, kann ein neutraler Mix der wichtigsten Währungen praktikabler sein. Dieser Mix sollte darauf abzielen, die langfristige globale Kaufkraft zu erhalten, indem Faktoren wie langfristige Bewertungen, die Eigenschaft einer Währung als sicherer Hafen, wie der japanische Yen, der US-Dollar und der Schweizer Franken, und der Anteil einer Währung am globalen Handel, wie der US-Dollar und der Euro, berücksichtigt werden.
- Skalierung der Zeithorizonte für die Zielallokation: Eine schwierige Aufgabe besteht darin, die Gewichtungen für die verschiedenen Zeithorizonte zu kombinieren. Die angemessene Gewichtung hängt von Faktoren wie Alter, Sicherheit über zukünftige Pläne und der Bedeutung von Vererbungszielen ab. Jüngere Anleger mit unsicheren langfristigen Plänen könnten kurzfristige Bedürfnisse priorisieren, während ältere Anleger mit etablierten Vererbungsabsichten sich auf langfristige Allokationen konzentrieren könnten.
- Anpassung an Einkommen, Geschäftsvermögen und Schulden: Anleger sollten zukünftige Einkommensströme, Geschäftsvermögen und ausstehende Schulden berücksichtigen. Einkommen, das in einer bestimmten Währung erwartet wird, kann zukünftige Ausgaben ausgleichen und den Bedarf an zusätzlichem Portfolioengagement reduzieren. Umgekehrt können Schulden in einer bestimmten Währung eine erhöhte Allokation erfordern, um das Risiko einer Währungsaufwertung im Verhältnis zu Einkommen oder Vermögen zu steuern.
- Anleger sollten sich mit ihrem Währungsengagement wohlfühlen: Anleger können Währungsallokationen anpassen basierend auf Anlageüberzeugungen oder emotionalem Komfort mit potenziellen Währungsbewegungen. Eine praktische Methode besteht darin, eine Abwertung um 20 Prozent in der grössten Währungsallokation anzunehmen und die Auswirkungen zu bewerten. Wenn dieses Szenario Unbehagen verursacht, könnte die Allokation zu hoch sein; wenn sie es mit Gelassenheit betrachten, ist es wahrscheinlich angemessen.
- Umsetzung des Zielwährungsmix: Sobald eine Zielallokation festgelegt ist, folgt als nächster Schritt die Umsetzung. Praktische Ansätze umfassen die Verwendung von währungsabgesicherten Portfolios oder die Rotation von Positionen in Investment-Grade-Anleihen in Währungen mit einer zu geringen Allokation und die Absicherung von Aktienengagements. Darüber hinaus können für erfahrene Anleger Devisentermingeschäfte, Optionen und strukturierte Lösungen ein flexibles Engagement bieten.
Die Steuerung von Währungsengagements ist ein dynamischer, mehrstufiger Prozess, der quantitative Analyse mit qualitativer Beurteilung verbindet. Ein strukturierter Rahmen kann potenziell das Risiko reduzieren, die Kaufkraft erhalten und grössere Gelassenheit bieten. Im heutigen Umfeld ist ein praktischer, datengesteuerter Ansatz für das Währungsmanagement entscheidend, um finanzielle Ziele zu erreichen und langfristige finanzielle Sicherheit zu gewährleisten.
