Interview mit Christian Mähr, Leiter Firmenkunden UBS Zürich und Franco Frattura, Leiter Executives & Entrepreneurs UBS Zürich.

Geschäftsführer: Herr Frattura, was muss man sich unter «Wealth Planning» vorstellen?

Franco Frattura: Es gibt ein Sprichwort, das sagt, «Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen». Oder anders formuliert, jeder Lebensabschnitt hat seine eigenen Themen und Herausforderungen. Am Anfang meiner Berufskarriere steht vielleicht mein Start-up, zugleich möchte ich ein Haus für mich und meine junge Familie. Mein Unternehmen entwickelt sich gut, braucht für seine Expansion Kapital. Neue Märkte wollen erschlossen werden. Ich bin erfolgreich und reinvestiere meine Gewinne laufend in die Firma. Meine Kinder werden erwachsen, sind gut ausgebildet, vielleicht zunehmend an meinem Lebenswerk interessiert, und ich mache mir Gedanken zu meiner Nachfolge. Das ist der grosse Bogen, an dem sich ein gutes Wealth Planning orientiert: Vermögensaufbau, Vermögenserhalt und Vermögenstransfer.

Herr Mähr, Sie betreuen Firmenkunden von UBS. Ist in Ihrer Beratung Wealth Planning ein Thema?

Christian Mähr: Selbstverständlich, wobei wir differenzieren müssen. Wir fokussieren uns auf das Unternehmen. Wir begleiten Firmen und stellen je nach Branche, abgestimmt auf die jeweiligen Strategien und Märkte genau das zur Verfügung, was für ein gesundes Unternehmen gut ist. Aber – und das ist entscheidend – wir behalten langfristig immer auch die persönlichen Interessen des Unternehmers, sowie des Geschäftsführers im Auge. Vermehrt und intensiviert, wenn transformierende Ereignisse wie ein Unternehmenskauf oder -verkauf, Um- oder Restrukturierungen im Zentrum stehen. Ausserdem sollte sich ein Unternehmer frühzeitig Gedanken zu seinem Leben nach der aktiven Geschäftstätigkeit machen.

Unternehmer und Manager sind Macher. Ihr Unternehmen ist ihr Lebenswerk. Da kann doch bereits der Gedanke an Pensionierung, Weitergabe und Loslassen auch etwas schwierig sein – oder nicht?

Franco Frattura: Klar, da sind immer Emotionen mit im Spiel. Völlig nachvollziehbar. Aber unsere Kunden sind sich gewohnt, rational zu denken und neue Herausforderungen zu antizipieren. Wenn wir ihnen die Wichtigkeit einer frühzeitigen Finanz-, Steuer- und Nachfolgeplanung erklären, stossen wir immer auf offene Ohren.

Christian Mähr: Das ist bei uns genauso. Die Interessen des Unternehmens stehen lange an erster Stelle. Unsere Kunden fühlen sich ihrer Firma meistens sehr verpflichtet. Es leuchtet jedoch ebenso ein, dass ein Unternehmer eines Tages auch die Früchte seiner Arbeit ernten möchte. Ein Beispiel: Wir empfehlen die Ausrichtung von Investitions- und Anlageentscheiden an der Rendite nach Steuern – das ist einer der handfesten Vorteile einer guten Steuerplanung. Für beide Seiten. Hier bieten wir Hand.

Franco Frattura: Wir unterstützen unsere Kundschaft frühzeitig und ganz konkret bei der Erstellung eines persönlichen Finanzplanes, sowie z.B. eines Vorsorgeauftrags. Oder wir bringen unsere Erfahrung beim Thema Aktionärsbindungsvertrag aktiv ein, um sicherzustellen, dass das Unternehmen auch zukünftig im Sinn und Geist des Gründers und seiner Familie geführt wird.

Hier geht es dann aber schon konkret um die Unternehmensnachfolge.

Franco Frattura: Genau. Aber das ist in der Regel ein sehr langer Prozess, der in ein gutes Wealth Planning eingebunden ist. Zugleich stellen sich Fragen zur persönlichen Vorsorge und zur Pensionskassen-Strategie. Und – seien wir ganz offen – wir diskutieren auch über Erbschaftsfragen.

Zusammengefasst: Welches sind die Voraussetzungen für ein kluges Wealth Planning?

Christian Mähr: Miteinander sprechen und alle Beteiligten miteinbeziehen. Hier unterstützen wir. Denn wir haben die fundierte, langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet. Das schätzen unsere Kunden. Es ist schon so: Nichts ersetzt das persönliche Gespräch.

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