«Familienpreis»: Paul und Manuela Laube. (Bild: Mara Truog)

Ohrenbetäubender Lärm schlägt einem in der Werkstatt der Apparatebaufirma entgegen. Ein kombinierter Stanz-Laser-Automat, so gross wie ein kleiner Konferenzraum, stanzt Löcher in ein dickes Blech und schneidet es entzwei. Daneben schweissen Mitarbeiter Aluminiumteile zusammen. «Nicht direkt ins Licht sehen», ermahnt uns der Gründer der Firma, Paul Laube, auf dem Rundgang mit seiner Tochter Manuela, welche die Firma seit 2007 operativ leitet. Vor einigen Monaten hat sie den Kaufvertrag unterschrieben, der sie sukzessive zur neuen Eigentümerin macht.

Wie für manchen Unternehmer bestand die Altersvorsorge von Firmengründer Laube hauptsächlich aus seiner Firma. Er war also darauf angewiesen, bei der Übergabe des Unternehmens auf seine Tochter einen ausreichend grossen Geldfluss für seinen Ruhestand zu garantieren. Hier stellte sich eine bedeutende Frage, an die der Fortbestand des Unternehmens geknüpft war: Wie kann die steuerliche Belastung des Verkäufers, in dem Fall des Vaters, so tief gehalten werden, dass sich Tochter Manuela den Kauf leisten kann? Also begann Paul Laube vor einigen Jahren Möglichkeiten zu wälzen. Und er wurde fündig.

Das Zauberwort heisst Akquisitionsholding. Diese ist für familieninterne Lösungen ideal, weil sie die steuerliche Belastung des Verkäufers reduziert und somit die Nachfolge zu einem marktüblichen, aber fairen Familienpreis ermöglicht. Das Vorgehen wird von den Steuerbehörden bei einem Generationenwechsel durch ein sogenanntes Steuer-Ruling autorisiert. Konkret wird eine Aktiengesellschaft, eben eine Holding, gegründet, die das fragliche Familienunternehmen übernimmt und zu diesem Zweck Fremdkapital aufnimmt – beispielsweise, wie im Fall der Laubes, ein Darlehen beim ehemaligen Firmeninhaber.

Die Holding «lebt» von den Dividendenzahlungen der Tochtergesellschaft, aus denen sie das Fremdkapital an den ehemaligen Patron zurückzahlt. Der Vorteil dabei ist, dass die Tilgung des Darlehens an den Geschäftsverlauf gekoppelt werden kann. Vertraglich ist es so geregelt, dass Vater Paul noch die Aktienmehrheit behält, bis die Hälfte des Darlehens, das er seiner Tochter für den Kauf gegeben hat, durch die Holding getilgt ist.

Die frischgebackene Firmenchefin blickt trotz starkem Franken optimistisch in die Zukunft. In Kürze erwirbt die Laube + Co. AG einen 3-D-Drucker und erweitert ihr Angebot in der additiven Fertigung.