«Mein Vater soll sein Leben geniessen»: Denise, Rolf und Mario Bürgi von der Haix Vertriebs AG. (Bild: Hans Schuermann)

Seit der Firmengründung vor 25 Jahren zeigt der Umsatz der Haix Vertriebs AG Jahr für Jahr eine Zunahme um rund 10 Prozent. Das Unternehmen vertreibt Arbeits- und Freizeitschuhe im Schweizer Markt. Unter Feuerwehrleuten und Polizisten ist Haix der Inbegriff von robustem Schuhwerk. Die feuerbeständigen Schuhe tragen Namen wie Fire Eagle und Fire Flash. Vor zwei Jahren erhielt die Firma den Zuschlag in einer Ausschreibung der Oberzolldirektion im Eidgenössischen Finanzdepartement: In einer Roadshow klapperte sie im eigenen Lastwagen sämtliche Posten des Grenzwachtkorps ab und brachte ihre Schuhe an die Grenzwächter.

Die Räumlichkeiten befinden sich in einem Wohnhaus im solothurnischen Egerkingen. Im Lager im Erdgeschoss lagern rund 5000 Paar Schuhe. Oben, in der Cafeteria, treffen wir Denise Bürgi. Sie hat die Leitung des Unternehmens vor zwei Jahren von ihrem Vater übernommen. Heute gehört es ihr und ihrem Bruder je zur Hälfte. Mario, ihr Bruder, leitet den Verkauf.

Bereits früher hatte Vater Rolf Bürgi seinen Kindern je 40 Prozent der Firma gegen ein Darlehen verkauft. «Das war aus heutiger Sicht ein grosser Fehler, der meinen Vater steuerlich sehr belastet hat», so Denise Bürgi. Dass es diesmal besser kommen sollte, dafür sorgte ein spontaner Anruf eines UBS-Firmenkundenberaters bei Denise Bürgi. Eine Kundenbeziehung zur Grossbank hatte die Familie vorher nicht gehabt; dennoch lud sie den Berater zu einem Gespräch ein, das den weiteren Weg vorzeichnete.

Ähnlich wie bei Laubes in Mellikon kam beim Generationenwechsel die steuerlich vernünftige Lösung einer Akquisitionsholding zum Zuge. Mit einem wesentlichen Unterschied: Bürgi, der Gründer des Unternehmens, hat einen klaren Schnitt vollzogen. Er hat sich 2014 aus dem Aktionariat der Firma komplett zurückgezogen. Der Kauf wurde – anders als bei Laubes – nicht über einen Kredit des Vaters finanziert, sondern zur Hälfte aus Eigenmitteln von Denise und ihrem Bruder Mario und zur anderen Hälfte aus einem Bankdarlehen. «Mein Vater soll sein Leben geniessen», sagt Denise Bürgi.

Die junge Firmenchefin wagt sich derweil an die Expansion. In einem Neubau, ein paar Hundert Meter vom bisherigen Firmensitz entfernt, entsteht ein grosszügiges Geschäftshaus mit einer Ladenfläche im Erdgeschoss. Auch kommunikativ geht das Unternehmen neue Wege, indem es ab Herbst 2015 die neue Produktlinie im Fernsehen bewirbt.