Inhalt

  • Wettbewerbsfähigkeit und Herausforderungen: Zwei Drittel der Schweizer Unternehmen schätzen ihre Wettbewerbsfähigkeit als gut ein, doch der zunehmende Wettbewerbsdruck, insbesondere durch Konkurrenten in Schwellenländern  , erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung.
  • Herausforderungen und Strategien: Steigende Energiepreise, zunehmende Regulierungen und der Fachkräftemangel belasten viele Unternehmen, die darauf mit Nachhaltigkeitsmassnahmen, Digitalisierung und Automatisierung reagieren.
  • Erfolgsfaktoren: Qualität und Zuverlässigkeit sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Schweizer Unternehmen, während wettbewerbsfähige Preise eine untergeordnete Rolle spielen, da viele Firmen in spezialisierten Nischenmärkten tätig sind.
  • Weltmarktführer: Schweizer Weltmarktführer investieren überdurchschnittlich in Forschung und Entwicklung, setzen auf Innovation und Expansionsmassnahmen und sichern so ihre Position in hoch spezialisierten internationalen Märkten.
Eine Gruppe von Radfahrern fährt in der Abendsonne über eine kurvenreiche, von Bäumen gesäumte Landstraße.

Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Unternehmen

Die Schweiz ist seit jeher für ihre hohe Wettbewerbsfähigkeit bekannt: Im IMB Competitiveness Ranking belegte sie 2025 sogar Platz 1 von 69 untersuchten Ländern und wurde damit als besonders wettbewerbsfähig bewertet. Wie beurteilen Schweizer Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit selbst? Die Studienreihe von UBS geht dem auf den Grund und stützt sich auf eine Umfrage, die Mitte April 2025 bei über 800 Unternehmen durchgeführt wurde .

Gut positioniert, aber die Konkurrenz schläft nicht! 

Laut der ersten Studie schätzen zwei Drittel der Schweizer Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit als gut oder sehr gut ein. Lediglich sechs Prozent bewerten sie als schlecht oder sehr schlecht. Besonders Industrie- und Exportfirmen betrachten die Lage kritisch. Trotz ihrer insgesamt starken Wettbewerbsposition dürfen sich Schweizer Unternehmen aber nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Denn die Umfrage zeigt auch, dass der Wettbewerbsdruck in den letzten fünf Jahren sowohl für binnen- als auch exportorientierte Firmen zugenommen hat – besonders durch die zunehmende Konkurrenz in Schwellenländern. Umso wichtiger ist die Bedeutung einer kontinuierlichen Weiterentwicklung für Schweizer Unternehmen. Ohne solche substanzielle Anpassungen erwarten laut der Umfrage rund 32 Prozent der Unternehmen eine Verschlechterung ihrer Wettbewerbsposition . 

Erfahren Sie jetzt in der ersten Kurzstudie zum Thema, wie es im Detail um die Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Unternehmen bestellt ist.

Aktuelle Herausforderungen für Schweizer Unternehmen

Die zweite Publikation der Studienreihe untersucht, welche Herausforderungen die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen besonders beeinflussen. 

Jeweils 60 Prozent der befragten Firmen gaben an, dass steigende Energiepreise und zunehmende Regulierungen die Wettbewerbsfähigkeit belasten. An dritter Stelle steht eine starke Verschärfung des Fachkräftemangels, der für rund die Hälfte der Befragten eine Herausforderung darstellt.

Obwohl die US-Importzölle unter der Trump-Administration zum Zeitpunkt der Umfrage im April 2025 die Schlagzeilen beherrschten, gaben lediglich 27 Prozent der Unternehmen an, dass diese Zölle ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.  Jedoch wurde die Höhe der Importzölle von 39 Prozent (Stand September 2025) erst nach der Befragung bekanntgegeben..

Rund 60 Prozent erachten steigende Energiepreise als relevant für ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Die Studie zeigt auch, dass viele Unternehmen den aktuellen Herausforderungen aktiv begegnen: So planen Firmen, die von steigenden Energiepreisen betroffen sind, häufiger Nachhaltigkeitsmassnahmen. Ihr Ziel ist es, den Energieverbrauch langfristig zu senken und dadurch die Widerstandsfähigkeit gegenüber möglichen Preisschocks zu erhöhen. 

Auch Unternehmen, die unter dem Fachkräftemangel leiden, reagieren proaktiv: Sie investieren verstärkt in Digitalisierung und Automatisierung. Die neuen Technologien sollen dabei helfen, die Auswirkungen einer stagnierenden Erwerbsbevölkerung abzufedern und den Fachkräftemangel zu verringern.

Erfahren Sie in der zweiten Kurzstudie, mit welchen weiteren Strategien die befragten Unternehmen an den Herausforderungen wachsen und ihre Widerstandsfähigkeit stärken.

Qualität und Eigenverantwortung als Erfolgsrezept

Mehr als die Hälfte der Unternehmen plant in den nächsten drei Jahren Expansionsmassnahmen. Dazu gehören die Erschliessung neuer Märkte, die Einführung neuer Produkte oder die Steigerung der Markenbekanntheit durch gezielte Marketingaktivitäten. Zusätzlich setzen 46 Prozent auf Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung und Automatisierung, während 43 Prozent den Einsatz von künstlicher Intelligenz vorantreiben.

In der Umfrage wurden die Schweizer Unternehmen gebeten, insgesamt 100 Punkte auf verschiedene Erfolgsfaktoren zu verteilen, die sie für ihre Wettbewerbsfähigkeit als besonders wichtig erachten. Dabei zeigt sich, dass Qualität und Zuverlässigkeit mit durchschnittlich 30,7 Punkten klar der wichtigste Erfolgsfaktor sind. Erst an vierter Stelle folgen wettbewerbsfähige Preise mit 14,3 Punkten.

Qualität und Zuverlässigkeit sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Dass Zuverlässigkeit und Qualität eine wichtigere Rolle als wettbewerbsfähige Preise spielen, begründet sich damit, dass sich die Schweizer Unternehmen nach eigener Einschätzung überwiegend in Nischen- statt in Massenmärkten bewegen. Besonders exportorientierte Firmen sind überdurchschnittlich häufig in solchen spezialisierten Märkten aktiv. Durch ihren Fokus auf Qualität können sie sich dem intensiven Preiswettbewerb – insbesondere durch Anbieter aus Niedriglohnländern – etwas entziehen.

Laden Sie jetzt die Kurzstudie herunter und erfahren Sie, auf welche Massnahmenschwerpunkte Schweizer Unternehmen setzen und welche zentrale Rolle Innovation dabei spielt.

Weltmarktführer und ihr Erfolg

Laut der vierten Publikation bezeichnen sich sechs Prozent der Schweizer Unternehmen als globale Marktführer. Die höchste Dichte findet sich in der Industriebranche. Besonders hoch ist der Anteil zudem unter Grossunternehmen, von denen sich 41 Prozent als Weltmarktführer einstufen. Schweizer Weltmarktführer sind typischerweise in hoch spezialisierten und oft internationalen Nischenmärkten tätig.

Das Wachstumspotenzial der Märkte zeigt ein gemischtes Bild. Weltmarktführer sehen sich jedoch etwas häufiger als andere Schweizer Unternehmen in einem Wachstumsmarkt. Ihre internationale Ausrichtung und die globale Kundschaft deuten darauf hin, dass ihr Geschäft skalierbarer ist und mehr Wachstumspotenzial bietet.

69 Prozent der Weltmarktführer planen Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Die Studie zeigt klare Unterschiede zwischen den Bemühungen der Weltmarktführer und der übrigen Schweizer Unternehmen. Besonders auffällig: Weltmarktführer investieren mehr als doppelt so häufig in Forschung und Entwicklung. Während 69 Prozent der Schweizer Weltmarktführer in den nächsten drei Jahren Investitionen in diesen Bereichen planen, sind es bei den Nichtweltmarktführern nur 28 Prozent.

Diese Innovationskraft ist ein zentraler Erfolgsfaktor der Weltmarktführer, wie die Umfrage bestätigt. In hoch spezialisierten Märkten reicht es demnach nicht, einmal Marktführer zu werden – diese Position muss kontinuierlich verteidigt werden. Innovation spielt dabei eine Schlüsselrolle . 

Erfahren Sie in der vierten Kurzstudie, wie sich Schweizer Weltmarktführer von anderen Unternehmen darüber hinaus abheben und wie sie ihre Spitzenposition sichern.

Fazit

Auch wenn durch die Ausweitung staatlicher Eingriffe im Ausland Schweizer Unternehmen weiterhin zusätzlich herausgefordert werden, zeigen sie eine proaktive Haltung und handeln eigenverantwortlich. Trotz schwieriger werdender äusserer Bedingungen sind die allermeisten Firmen mit ihrer wirtschaftlichen Lage und ihrer Marktposition zufrieden. Qualität und Zuverlässigkeit sind weiterhin die wichtigsten Erfolgsfaktoren für sie.