Vom unternehmerischen Erfolg begleitet: die 31-jährige Déborah Heintze Fotos: Valeriano Di Domenico

Bis vor ein paar Jahren war das Credo von Déborah Heintze, Co-Gründerin und COO des Medizinaltechnik-Start-ups Lunaphore, in Bezug auf ihre private Finanzplanung schnell erklärt: das Konto nicht überziehen. «Als Studienabgängerin und Start-up-Gründerin ging es mir hauptsächlich ums Überleben», blickt die 31-Jährige zurück. Von einem konstanten Einkommen, von dem sie einen Teil hätte beiseitelegen können, sei sie weit entfernt gewesen.

«Miete und Essen. Das waren die Grundbedürfnisse, die mit dem kleinen Lohn, den meine beiden Co-Gründer und ich uns auszahlten, gedeckt werden mussten.» Das restliche Geld steckte in ihrem noch jungen Unternehmen, für dessen Gründung sie private Darlehen aufnahm.

Kennengelernt haben sich Heintze und ihre Co-Gründer Ata Tuna Ciftlik und Diego Gabriel Dupouy 2013 an der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL). Ein Jahr später gründeten sie gemeinsam die Firma Lunaphore. Obwohl ihr Umfeld sie damals davor warnte, in das Start-up einzusteigen, folgte Heintze ihrem Bauchgefühl – und entschied sich für das Abenteuer.

Wachstum bringt Stabilität

Inzwischen sieht die Situation beim Jungunternehmen anders aus: Labsat, das von Lunaphore entwickelte Gerät zur Analyse von Gewebeproben in der Krebsforschung, stösst auf eine wachsende Nachfrage am Markt. Rund 40 Personen sind mittlerweile bei Lunaphore beschäftigt, Tendenz steigend.

 

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„Wir wollen mit Lunaphore ein Unternehmen führen, in dem die Leute gerne arbeiten“, beschreibt Déborah Heintze ihren Kernwert.

Mit dem Wachstum der Firma hat sich auch das finanzielle Risiko von Déborah Heintze und ihren Gründerkollegen verlagert. Während der Grundstein noch mit privatem Vermögen gelegt wurde, sind es inzwischen die Mittel der Investoren, die eine Weiterentwicklung des Unternehmens ermöglichen. «Das bringt eine gewisse Stabilität», zeigt sich Heintze erleichtert. Diese wirke sich auch auf die Löhne aus, die über die Jahre nach oben angepasst werden konnten. Das sei zwar sehr erfreulich, aber nie Hauptziel des Projekts gewesen. «Wir haben Lunaphore nicht wegen des Geldes ins Leben gerufen», betont sie. «Das wäre nicht die richtige Motivation.» Vielmehr fasziniere sie die Arbeit an einem komplexen Produkt für die Krebsforschung.

Finanztipps für Jungunternehmer

Bei Start-ups stellt Cash in der Regel ein rares Gut dar. Wird Liquidität aufgebaut, ist ein Transfer ins Privatvermögen als Lohn oder Dividende möglich. Hier gilt es, die richtige Balance zu finden, umsichtig zu planen und auch steuerprivilegierte Einkäufe in die Pensionskasse einzubeziehen.

Die strategischen Pläne des Unternehmens (Wachstum oder Exit) sowie die private Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben setzen die Leitplanken für die persönliche Anlagestrategie – kontinuierlicher Aufbau oder «Einmalinvestition». Von besonderem Wert sind in jedem Fall guter Rat sowie ein umfassendes Gesamtkonzept.

Erreicht die Firma die Gewinnschwelle, nehmen die Steuerverpflichtungen deutlich zu. In den Fokus rücken jetzt Themen wie Unternehmerkompensation, eine steuereffiziente Vorsorgelösung, Einkäufe in die Pensionskasse oder ein Domizilwechsel.

Die berufliche Vorsorge eröffnet interessante Möglichkeiten, Geld fürs Alter beiseitezulegen und obendrein Steuern zu sparen. Zusätzliche, wenngleich limitierte Opportunitäten bietet auch die steuerlich attraktive Säule 3a.

Das Privatvermögen strukturieren

Weil niemand die Zukunft vorhersehen kann, lebt Déborah Heintze lieber mit dem, was sie auf dem Konto hat, und plant entsprechend. «Ich lebe im Augenblick», erklärt die Lausannerin. Geld gebe sie aber nach wie vor nicht viel aus. Natürlich gönne sie sich ab und zu einen Besuch im Restaurant. Auch die Idee, in eine grössere Wohnung umzuziehen, sei greifbarer als noch vor ein paar Jahren.

Etwas Konkretes, für das sie sparen möchte, gab es bis vor Kurzem noch nicht. Mit der Unterstützung von UBS hat Heintze aber damit begonnen, ihren privaten Finanzen eine Struktur zu geben. Diese beinhaltet unter anderem einen Sparplan fürs Alter. «Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal in die 3. Säule eingezahlt, und zwar gleich den Höchstbetrag», verrät sie schmunzelnd. Ausserdem sucht sie mit UBS nach einer Lösung, um ihr Erspartes sinnvoll zu investieren.

Déborah Heintze schätzt die Nähe zur Natur – künftig vielleicht im eigenen Chalet.

Ein Chalet kaufen

Konkretere Vorstellungen hat Déborah Heintze in Bezug auf Wohneigentum. «Ich könnte mir gut vorstellen, zusammen mit meiner Familie ein Chalet in den Bergen zu kaufen.» Wobei das Chalet für mehr Freizeit, Abenteuer und ihre Liebe zur Natur steht. «Ich habe sehr viel Energie in Lunaphore reingesteckt und in den Anfangsjahren praktisch jeden Tag gearbeitet», erzählt die Start-up-Gründerin. Ihr Ziel sei es, irgendwann mal mehr Zeit für sich selbst zu haben.

Booster für die Krebsforschung

Lunaphore Technologies ist ein Schweizer Life-Sciences-Unternehmen aus Lausanne. Das 2014 gegründete Start-up entwickelte das innovative Gewebediagnosesystem Labsat auf Basis der preisgekrönten, hochpräzisen Mikrofluidiktechnologie. Dank dieser dauert die Analyse von Gewebeproben statt mehrerer Stunden nur noch maximal 30 Minuten – und ist erst noch präziser durchführbar. Lunaphore hat bislang zahlreiche Auszeichnungen gewonnen, unter anderem mehrfach den Top 100 Swiss Startup Award. lunaphore.ch

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