Foto: Stephan Lehmann-Maldonado

Das Geheimnis des Erfolgs? «Mein Ehrgeiz», antwortet Renato Meier (22): «Tief im Innern spürte ich, dass ich es weit schaffen könnte.» Die Idee, den Beruf wettkampfmässig zu betreiben, stammte jedoch nicht von ihm, sondern von seinen Lehrern an der Berufsschule. Sie ermunterten ihn, an den Schweizer Berufsmeisterschaften SwissSkills teilzunehmen.

Renato Meier ist einer von fünf Schweizer Goldmedaillengewinnern an den WorldSkills 2019 in Kazan. Insgesamt brachte das SwissSkills Team 16 Medaillen nach Hause. Damit landete es auf dem dritten Platz, hinter China und Korea. An den Wettkämpfen rangen über 1300 Berufsleute aus 63 Ländern um die Podestplätze.

Für eine starke Berufslehre

UBS fördert die Initiative SwissSkills auf verschiedenen Ebenen, damit junge Menschen ihr Potenzial im Berufsleben erkennen und entfalten können. So ist UBS unter anderem Presenting Partner des SwissSkills Teams. Um den Spitzenberufsathleten ein gezieltes Training für die Weltmeisterschaften zu ermöglichen, hat UBS sie auch finanziell unterstützt.

Präzisionshandwerk Ofenbau

Das Plattenlegen hat Renato Meier fast von der Wiege auf gelernt. «Schon als Kind ging ich meinem Vater gern zur Hand. Er ist Plattenleger, wie bereits mein Grossvater», erzählt Meier. Nach einer Schnupperlehre entschied er sich für eine Lehre zum Ofenbauer. Ein traditionsreiches Handwerk, das schweizweit nur noch knapp ein Dutzend Auszubildende pro Jahrgang erlernen. «Wer einen Ofen bauen will, muss das Plattenlegen sowie das Mauern beherrschen und mit höchster Präzision arbeiten. Diese Vielseitigkeit hat mir an den Wettkämpfen geholfen», meint Meier, der nach der Ofenbauerlehre gleich noch die Plattenlegerlehre anhängte.

Damit er sich auf die Weltmeisterschaften vorbereiten konnte, hielten ihm Jürg Weber und Martin Spiess den Rücken frei. Ganze zehn Wochen lang trainierte ihr Schützling im Bildungszentrum des Schweizerischen Plattenverbands (SPV) in Dagmersellen und fünf Wochen zu Hause, in der Werkstatt seines Vaters in Seengen – bei vollem Lohn von Weber Ofenbau und mit der Unterstützung von UBS.

UBS gratuliert dem Weltmeister (v. l. n. r.): Martin Spiess (Mitinhaber und Leiter Ofenbau von Weber Ofenbau), Stephan Kunz (UBS-Firmenkundenberater Marktgebiet Aarau), Renato Meier (Weltmeister im Plattenlegen), Werner Wetzstein (Leiter Corporate & Institutional Clients UBS Marktgebiet Aarau West) und Jürg Weber (Mitinhaber, Gründer und Geschäftsführer von Weber Ofenbau).

Spitzensport pur

Als Renato Meier in Kazan vor der Herkulesaufgabe stand, zwei Wände und ein Bodenstück mit Platten zu verkleiden, fieberte fast die ganze Crew von Weber Ofenbau mit – und zwar live vor Ort. «Fürs Anfeuern sind Ofenbauer vom Fach», scherzen die Chefs. Vier Tage lang musste Renato hoch konzentriert arbeiten. «Das war Spitzensport pur und verlangte Kondition, Konzentration, mentale Stärke, Fachwissen und Fingerspitzengefühl», betont Jürg Weber. Über viele dieser Eigenschaften verfügt Renato Meier auch, weil er früher Handball als Leistungssport betrieben hat.

WM als Weiterbildung und Teamevent

Für ein KMU stellt eine Russlandreise einen Kostenblock dar. Doch Spiess und Weber sehen darin eine Investition. «Unsere Reise war Werbung, Teamevent und Weiterbildung in einem», sagt Spiess. Weber Ofenbau bildet jeweils einen Ofenbauer und einen Plattenleger aus. «Den Hauptteil des Umsatzes erzielen wir mit Plattenlegen, aber unser Herz schlägt für den Ofenbau», ergänzt Weber.

Seit dem Weltmeistertitelgewinn sind viele Gratulationen beim Unternehmen eingegangen. «Viele Kunden sind stolz, ein Werk des Weltmeisters in ihrem Zuhause zu haben», erzählt Spiess.

Unterwegs zu einem weiteren Meistertitel

Renato Meier sind inzwischen einige Angebote ins Haus geflattert. «Während chinesische Berufschampions finanziell ausgesorgt haben, geht für mich der Alltag weiter», schmunzelt er, der seit sieben Jahren für Weber Ofenbau arbeitet.

Für ihn gelten dieselben Messlatten wie für alle anderen. Kaum aus Kazan zurück, stand eine Prüfung für den «Fachmann Ofenbau» an. Er bestand sie, obwohl er die ersten vier Schultage verpasst hatte. Nach diesem Diplom will er die zweijährige Meisterausbildung anpacken. Denn auch nach dem Weltmeistertitel hat Renato Meier noch hohe Ambitionen.

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