Claudia Moerker, 53, führt den Verband swiss export, den sie 2003 gegründet hat. swiss export vermittelt seinen Mitgliedern Wissen über ausländische Märkte und vernetzt sie mit Partnern.

UBS Impulse: Frau Moerker, was fasziniert Sie am Exportgeschäft?

Claudia Moerker: Firmen bei der Eroberung neuer Märkte zu unterstützen, ist eine unglaublich vielseitige und befriedigende Aufgabe.

Welche Zielgruppe haben Sie dabei im Auge?

swiss export ist ein relativ kleiner, rein privatwirtschaftlich organisierter Verband. Unsere Ansprechpartner sind typischerweise KMU-Unternehmen, darunter zahlreiche Familienbetriebe, die generationenübergreifend denken und einen Partner suchen, der die gleiche Sprache spricht. Diesen Unternehmen bieten wir eine Plattform, indem wir uns darum bemühen, sie untereinander besser zu vernetzen, Synergien zu bündeln und sinnvolle Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen.

Aus welchen Branchen stammen Ihre Mitglieder?

Wir arbeiten in erster Linie mit Firmen aus der Maschinen- Elektro- und Metallindustrie zusammen, aber auch mit solchen aus der Nahrungsmittel- und Kosmetikbranche. Weniger nachgefragt werden unsere Dienstleistungen von Unternehmen aus der Pharma- und aus der Uhrenindustrie. Diese beiden, ebenfalls sehr exportorientieren Wirtschaftszweige sind sehr gut organisiert und verfügen über ihr eigenes Auslandnetzwerk.

Was sind die wichtigsten Dienstleistungen Ihres Verbandes?

Unser Hauptaugenmerk gilt der Aus- und Weiterbildung. In Übereinstimmung mit unserem Credo «Wissen erschliesst Märkte» qualifizieren wir Mitarbeitende von Schweizer Klein- und Mittelbetrieben, damit sie Chancen, die sich ihren jeweiligen Arbeitgebern im Ausland eröffnen, effektiv und kompetent nutzen können. Dafür bieten wir eine breite Palette von Seminaren, Workshops und Fachveranstaltungen an.

Welche Themen stehen bei der Schulung im Vordergrund?

Wir bieten beispielsweise einen viertägigen Intensivkurs «Exportabwicklung und Exporttechnik» an. Dieser Lehrgang richtet sich an Sachbearbeiter, die in ihrem Arbeitsalltag neu mit Exportfragen konfrontiert sind. Behandelt werden grundlegende Themen wie Ursprungsbestimmungen, Zollformalitäten, Versicherungsfragen oder die Abwicklung eines Akkreditivs. Zudem zeigen wir den Teilnehmenden, wo und wie sie sich für spezifische Fragen weitergehende Informationen beschaffen können.

«500 Mitgliedsfirmen verleihen uns das nötige Gewicht, wenn es darum geht, sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen.»

Claudia Moerker, Geschäftsleiterin swiss export

Ist swiss export auch in der Beratung tätig?

Unser Expertennetzwerk umfasst 50 Länder rund um den Globus. Auf dieses Netzwerk können unsere Mitglieder jederzeit zurückgreifen.

Wer sind diese Experten?

Selbständige Unternehmer oder ehemalige Kadermitarbeiter von Schweizer Grossunternehmen, die den grössten Teil ihrer Karriere im Ausland verbracht haben. Sie sprechen die Landessprache, kennen sich mit der Kultur und den lokalen Gepflogenheiten aus und sind unternehmerisch bestens vernetzt.

Welche Exportdestinationen sind bei Schweizer Unternehmen besonders beliebt?

Die Nachfrage folgt den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Daneben gibt es im Exportgeschäft aber auch eigentliche Trends: Wurden wir vor ein paar Jahren noch mit Anfragen bezüglich China überhäuft, so interessieren sich Unternehmer, die nach Asien expandieren wollen, mittlerweile eher für Länder wie Thailand oder Vietnam. Andere besinnen sich auf das Bewährte zurück und richten ihren Fokus heute wieder vermehrt auf Märkte in Ost- oder Südeuropa.

Wie vertritt swiss export die Interessen der KMU im Exportbereich?

500 Mitgliedsfirmen verleihen uns das nötige Gewicht, wenn es darum geht, sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen.