Immer mehr Schweizer KMU sind heute international tätig und damit Währungsschwankungen ausgesetzt. Die wichtigsten Ursachen der Auf- und Abwertung von Währungen liegen in der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes sowie in dessen Geld- und Zinspolitik. Die Folgen schwankender Wechselkurse haben viele KMU schmerzlich selbst erfahren: Bestenfalls erschweren sie die Finanzplanung, im schlimmsten Fall machen sie den kalkulierten Gewinn zunichte.

UBS unterstützt ihre Schweizer Kunden sowohl im Heimmarkt als auch weltweit in den Wachstumsmärkten bei der Absicherung von Währungsrisiken (Hedging). Deshalb hat die Bank ihre Präsenz und ihre Infrastruktur in den wichtigen Exportmärkten ausgebaut. So auch in der südostasiatischen Metropole Singapur, von wo aus UBS eine wachsende Zahl von KMU bei deren Expansion in Asien begleitet.

Lösungen nach Mass

Ein Beispiel: Ein Hersteller von Verpackungsmaschinen verkaufte eine Maschine im Wert von 5 Millionen Schweizer Franken nach China. Die Konditionen des Handels: 30 Prozent des Preises bezahlt der Abnehmer beim Bestellungseingang, 60 Prozent bei der Auslieferung sechs Monate später und 10 Prozent nach weiteren zwei Monaten bei der Schlussabnahme. Abgewickelt wurde das Geschäft in US-Dollar. Das Problem bestand darin, das Währungsrisiko von Franken – der Hauswährung des Exporteurs, in der die meisten Kosten anfallen – gegen US-Dollar abzusichern.

Die Lösung von UBS sah vor, die Vorauszahlung in Dollar sofort in Franken zu wechseln und die Dollarzahlungen nach Lieferung und Abnahme mit einem Termingeschäft über sechs respektive acht Monate abzusichern. Nach Ablauf dieser Frist kaufte die Bank dem Exporteur die Dollars zu einem vorab festgelegten Kurs ab.

Nun kann sich ein Wechselkurs auch zugunsten eines Unternehmens entwickeln. Im Beispiel oben hätte der Maschinenhersteller bei steigendem Dollarkurs einen höheren Gewinn in Franken erzielt. Ist da eine Währungsabsicherung empfehlenswert? Ja, denn ein Unternehmen sollte nicht auf Währungsgewinne spekulieren; das ist gefährlich und nicht nachhaltig. Stattdessen sollte der Gewinn durch die operative Leistung erzielt werden.

Kunden, die dennoch von potenziellen Kursschwankungen profitieren, die damit einhergehenden Risiken jedoch absichern möchten, bietet UBS Währungsoptionen an. Dabei bezahlt der Kunde eine Prämie und kann dafür selbst entscheiden, ob er seine Option am Stichtag ausüben und seine Devisen zum festgelegten Preis kaufen oder verkaufen will – oder nicht. Sollte sich der Kurs zu seinen Gunsten entwickeln, kann er mit einem Spotgeschäft den Währungsgewinn realisieren. Allerdings verliert er die für die Option bezahlte Prämie.

«UBS unterstützt ihre Kunden bei der Absicherung von Währungsrisiken sowohl im Heimmarkt als auch weltweit in den Wachstumsmärkten.»

Nicht frei handelbare Währungen

Eine weitere Form der Absicherung sind die sogenannten NDF-Geschäfte (Nondeliverable Forwards). Sie kommen bei Währungen zum Einsatz, die am Devisenmarkt nicht frei handelbar sind. Damit lassen sich Kursschwankungen absichern, ohne dass es zu einem effektiven Tausch der Währungen kommt. Weltweit sind rund ein Dutzend Währungen nicht frei handelbar – von der indischen Rupie über das ägyptische Pfund bis zum brasilianischen Real. In solchen Märkten sind spezielle Transaktionsinstrumente, die UBS anbieten kann, unverzichtbar.

China wiederum hat die Schranken für Handelsgeschäfte mit lokalen Firmen weiter abgebaut: Import- und Exportgeschäfte in Renminbi sowie Festpreisvereinbarungen haben den Handel vereinfacht. Schweizer KMU können heute über ein UBS-Konto in chinesischen Yuan Transaktionen mit China direkt von der Schweiz aus abwickeln, und zwar ohne NDF.

Ein weiteres Beispiel: Mit unerwarteten Währungsrisiken sah sich auch ein Schweizer KMU konfrontiert, das in Malaysia Lebensmittel produziert und nach Japan verkauft. Die Wirtschaftspolitik von Premierminister Shinzo Abe führte zu einer Abwertung des Yen gegenüber dem US-Dollar und damit gegenüber den meisten Währungen. Dies gefährdete das Geschäftsmodell des Kunden, da die Marge auf den in Malaysia hergestellten Produkten im Zielmarkt Japan dahinschmolz.

Grenzen der Währungsabsicherung

UBS sicherte dieses Währungsrisiko mit rollenden Termingeschäften über drei bis zwölf Monate ab. Das schuf zwar eine stabile Basis für die kurzfristige Kalkulation, mittel- und langfristig war indes eine andere Lösung gefragt: Die Firma brauchte einen Produktionsstandort in Japan. Sie bat UBS, nach geeigneten Übernahmekandidaten zu suchen. Dank ihrer internationalen Standorte konnte die Bank dem Kunden die gewünschte Unterstützung bieten.

Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, dass Währungsabsicherung mittels Finanzinstrumenten ihre Grenzen hat. Bei grundlegend veränderten Rahmenbedingungen sind neue Geschäftsmodelle gefragt, die sicherstellen, dass Kosten und Erträge in derselben Währung anfallen. Aber auch hier kann UBS beratend zur Seite stehen.

Fachbegriffe

Währungsabsicherung

Kassa- oder Spotgeschäft
Mit einem Kassageschäft lässt sich eine Währung sofort in eine andere wechseln. Die Devisen werden zwei Arbeitstage nach Geschäftsabschluss geliefert. Voraussetzung für den Abschluss eines Kassageschäfts sind eine Kontoverbindung, entsprechende Fremdwährungskonten und das notwendige Guthaben.

Devisentermingeschäft
Devisentermingeschäfte sind Vereinbarungen, eine Währung gegen eine andere zu tauschen. Dies zu einem bei Geschäftsabschluss festgelegten Termin und Kurs. Damit lassen sich Kursrisiken absichern.

Devisenoption
Eine Devisenoption schützt vor den Folgen unliebsamer Kursschwankungen, lässt aber Gewinne bei vorteilhaftem Kursverlauf zu. Der Käufer einer Option erwirbt gegen eine Prämie das Recht zum Kauf (oder Verkauf) eines Devisenbetrags zu einem gewählten Preis am Verfalltag. Er kann die Option ausüben, muss aber nicht.

Nicht konvertierbare Devisen
Rund ein Dutzend Währungen weltweit sind nicht konvertierbar oder frei handelbar. Das bedeutet, sie dürfen von In- und Ausländern nicht unbegrenzt in andere Währungen umgetauscht werden.

Nondeliverable Forwards
Nondeliverable Forwards sind Devisentermingeschäfte zur Absicherung nicht konvertierbarer Währungen. Dabei wird eine nicht frei konvertierbare Währung gegen eine frei konvertierbare spezifiziert, ohne Zahlung oder Kontobewegung in der nicht konvertierbaren Währung.

Transaktionen mit China
Handelsgeschäfte mit China lassen sich heute direkt über ein Schweizer Konto in chinesischen Yuan abwickeln und auf Wunsch auch absichern.