Vier junge Männer aus vier verschiedenen Branchen gründeten in einer Garage das erste Genfer Indoorcyclingstudio Urbanride. Seither läuft es rund. Ihr Erfolgsrezept: Kundenfreundlichkeit und ein professioneller Businessplan.

Kundenorientiert bis ins letzte Detail

Sie haben an alles gedacht: an Leihsportschuhe in verschiedenen Grössen, Frottiertücher, Duschprodukte, Bodylotion, Haarbürsten, Föhne und gesunde Snacks an der Bar. Der Spindschlüssel lässt sich bequem am Handgelenk befestigen. So bleiben die Hände frei, um sich aufs Spinningrad zu setzen und zu pulsierender Musik eine Dreiviertelstunde in die Pedale zu treten.

Solche kundenfreundlichen Details waren Bestandteil des Businessplans, mit dem Marc Belser, Thibaud Roulin, Matthias Späni und Gregory Autieri vom ersten Tag an arbeiteten. Diese Leitlinie war umso wichtiger, weil sie die Branche ausschliesslich aus Kundensicht kannten. «Wir haben uns in die Kunden hineinversetzt. Kundenfreundlichkeit war der rote Faden des Konzepts», sagt Marc Belser, CEO und Mitbegründer von Urbanride.

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Umsatzmodell als Entscheidungsgrundlage

Bereits zur ersten Sitzung brachte Thibaud Roulin die ursprüngliche Version des Businessplans als Diskussionsgrundlage mit. Der 33-Jährige weiss dank seiner Berufserfahrung in der Finanzbranche genau, welche Informationen ein Businessplan abdecken muss: etwa die Zielgruppe sowie die potenziellen Eingaben und Ausgaben pro Monat. Thibaud Roulin: «Wir berechneten für das Umsatzmodell, wie viele Leute pro Klasse kommen müssen, wie viele Klassen wir täglich anbieten und zu welchem Preis. Dies bot uns eine Orientierung bezüglich der Frage, ob sich das Geschäft aus ökonomischer Sicht rentiert.»

Willkommen im Club! Mitgründer Marc Belser begrüsst eine Kundin im Urbanride-Studio in Genf.

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Die Urbanride-Erfinder haben ihr Cycling Studio mit allem ausgestattet, was sie sich als aktive Freizeitsportler stets gewünscht hatten. Zum Beispiel Club-Atmosphäre, Leihsportschuhe, Hygiene- und Beauty-Artikel.

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An der Urbanride-Bar gibt’s Kaffee aus der Kolbenmaschine statt vom Automaten, ebenso wie gesunde Snacks und Gute-Laune-Ambiance.

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Marc Belser setzt bei Urbanride ganz auf die Karte Gruppentraining. Gebucht wird online und mit einer schlauen App, die nicht nur Leistungsdaten liefert, sondern auch einen Leistungsvergleich mit anderen Teilnehmern ermöglicht.

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Fitness ist Lebensfreude: Dieses Gefühl vermitteln die Trainer überzeugend. Ein Erfolg: Urbanride gewinnt monatlich 50 bis 80 Kunden hinzu. Die meisten über Mundpropaganda.

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Das Alleinstellungsmerkmal finden

Die Urbanride-Gründer verglichen die eigenen Ideen mit Studios in London, Zürich und anderen Städten. In stundenlangem Brainstorming entwarfen sie ihre eigene Version eines Cyclingstudios, wie CEO Marc Belser erklärt: «Das ultimative Indoorcyclingerlebnis in einer coolen Clubatmosphäre mit hohem Spassfaktor.» Um die Vision zu erreichen, das führende Fitnessstudio im Cycling zu werden, müssen sie sich von den Mitbewerbern unterscheiden. Urbanride ist das einzige Studio, das sich schwerpunktmässig dem Thema Spinning widmet – also dem Gruppentraining auf stationären Fahrrädern. Hier gibt es keine jährliche Mitgliedschaft, sondern man bucht einzelne Packages: online und auch per App.

Stetiges Kundenwachstum

Der Businessplan und die ergänzende Präsentation halfen bei der kleinen Finanzierungsrunde unter Freunden und Familie. Anfang 2018 eröffneten sie Urbanride in einer umgebauten ehemaligen Garage. Seither kommen monatlich zwischen 50 und 80 neue Kunden hinzu. Heute verfügt Urbanride über einen Kundenstamm von 3800 Personen. Gemäss Umfragen sind 70 Prozent der Kundschaft durch Mundpropaganda auf das Studio aufmerksam geworden. Neben Marc Belser stehen neun weitere Personen auf der Salärliste; neben den Instruktoren wurde mit Romain Gilodi auch ein Marketing Director angestellt.

Szenarienplanung verhindert böse Überraschungen

Der Businessplan, den sie auch Bekannten und Freunden zeigten, war eine hilfreiche Begleitung durch den ganzen Gründungsprozess und ist bis heute ein wertvoller Dreh- und Angelpunkt für die Geschäftsstrategie. Situative Anpassungen ermöglichten es zudem, flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Da die Gründer mit drei verschiedenen Szenarien rechneten, erlebten sie keine bösen Überra-schungen.

Marc Belser: «Wir verbuchen derzeit etwas höhere Kosten als erwartet, generieren aber auch einen etwas höheren Umsatz.» Derzeit sucht das Team nach einem Ort für ein zweites Standbein in Genf, und auch eine Expansion in andere Schweizer Städte oder der Sprung über den Röstigraben in die Deutschschweiz sind im Gespräch.

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