Beat Müller, Co-CEO und Leiter Entwicklung, mit dem hochwirksamen Feinstaubfilter. Bild: Daniel Ammann

Warm und gemütlich soll es sein – in den Wintermonaten laufen Holzfeuerungen auf Hochtouren. Dabei werden die ausgestossenen Kleinstpartikel schnell zum Umweltproblem. Durch den verminderten Luftaustausch bei Inversionswetterlagen wird der Feinstaub nicht abtransportiert und kann zu Atemwegserkrankungen führen. In der Schweiz sind über eine halbe Million solcher Holzfeuerungen in Betrieb, welche im Jahresdurchschnitt rund 16 Prozent der gesamten Feinstaubemissionen verursachen.

Der Feinstaubfilter für Autos ist nicht mehr wegzudenken. Der ehemalige Hochschulprofessor Roland Rebsamen hatte die Idee, einen solchen für die Holzfeuerung zu entwickeln. Mit Reto Keller, seinem ehemaligen Studenten, erarbeitete er einen Businessplan: «Oeko Tube – Elektrostatischer Feinstaubfilter für Hauskamine» und wurde prompt ausgezeichnet. Noch im selben Jahr gründeten sie die OekoSolve AG. Bereits ein Jahr später war der erste Oeko Tube für Kleinholzfeuerungen bis zu 40 kW im Verkauf.

Das Geschäft der zwei Entwicklungsingenieure erweist sich als Erfolg: Heute beschäftigt das Unternehmen rund 10 Mitarbeitende, darunter zwei Lernende. Bereits während der Startup-Phase hat das Unternehmen ihre Mitarbeitenden mit Aktien an der Firma beteiligt. Was damals zur Schonung der Liquidität beigetragen hat, stärkt heute das nachhaltige Denken und Handeln der Mitarbeitenden, die dem Unternehmen lange treu bleiben.

Alle Produkte von OekoSolve arbeiten nach einem bestechend einfachen elektrostatischen Prinzip. Die vom Feuer freigesetzten Feinstaubpartikel werden von geladenen Elektronen im Kamin abgefangen und an dessen Wand festgesetzt. Diese Ablagerungen entfernt der Kaminfeger bei der Wartung mühelos. Die Filter leisten einen aktiven Beitrag zur lokalen Luftqualität und helfen, dass auch ältere Heizsysteme länger – und schliesslich umweltschonend – genutzt werden können.

«Ein überzeugendes Team hat sich mit eindrücklichen Lösungen einen bedeutenden Technologie- und Marktvorsprung erarbeitet.»

Otto Eichenberger, Finanzexperte

Regulatorien sind Geschäftstreiber

Seit Herbst 2011 bietet die OekoSolve auch Feinstaubfilter für grössere Heizsysteme bis zu 800 kW an. «Das Marktvolumen hängt stark von den gesetzlichen Vorschriften ab. Der freiwillige Einsatz von Feinstaubfiltern ist sehr beschränkt», meint Beat Müller, Co-CEO und Leiter der Entwicklungsabteilung der Firma. Mit dem Herabsetzen des Feinstaubgrenzwertes in der Schweiz im Jahre 2012 benötigen alte wie auch neue Anlagen ab 70 kW über kurz oder lang entsprechende Filter. Andere europäische Länder ziehen mit entsprechenden Verordnungen nach. Wichtige Zukunftsmärkte sind Deutschland und Frankreich – dort pflegt das Unternehmen bereits heute Vertriebspartnerschaften. Die Produkte mit sehr hohem Abscheidungsgrad und kompakter Bauweise begeistern auch in Übersee: OekoSolve hat die ersten Filter nach Neuseeland geliefert.

Seit Anfang Jahr vereint OekoSolve Lager, Werkstatt, Teststand und Büros im neuen Domizil in Plons (SG) unter einem Dach. Das führt zu mehr Flexibilität und kürzeren Wegen. «Es ist unser Ziel, dass in den nächsten Jahren ein Feinstaubfilter als Standardprodukt zu jeder Holzfeuerung dazugehört. Wie ein Katalysator zum Auto», so Beat Müller.

Oekosolve AG

Standort: Plons (SG)
Gründungsjahr: 2007
Branche: Energiewirtschaft
Mitarbeitende: 10
Umsatz: CHF 0,5 –3 Mio.
Web: oekosolve.ch
«SEF.High-Potential KMU»-Label: Erhalten im April 2014