Die Schweiz ist Innovationsweltmeisterin. Jahr für Jahr schafft sie es in internationalen Innovationsvergleichen auf den ersten Platz. Viele Patentanmeldungen, hohe Forschungs- und Entwicklungsausgaben, gute Ausbildungsstätten und eine grosse Verfügbarkeit von Fachkräften sind dafür verantwortlich.

Innovationsmetropole Basel

Zwischen den Kantonen gibt es allerdings erhebliche Unterschiede. Gemäss dem Kantonalen Wettbewerbsindikator 2016 von UBS verfügt Basel-Stadt über das mit Abstand grösste Innovationspotenzial, gefolgt von Waadt und Neuenburg. Auch Zug, Zürich, Genf und Basel-Landschaft setzen sich deutlich nach oben ab. Zu den Kantonen mit einem relativ geringen Innovationspotenzial gehören verschiedene Klein- und Bergkantone sowie Bern.

Heterogene Innovationsweltmeisterin

Wettbewerbssäule Innovation, normiert von 0 bis 100

Schwindender Vorsprung

Eine hohe Innovationskraft sollte sich theoretisch in einer steigenden Produktivität und somit längerfristig in einer Zunahme des Pro-Kopf-Einkommens niederschlagen. Doch seit 1970 hinkt die Schweiz in der Entwicklung der Arbeitsproduktivität den meisten Industrieländern hinterher. Zwar konnte sich unser Land als eines der wohlhabendsten Länder der Welt behaupten. Doch der Vorsprung ist zusammengeschmolzen.

Produktivität als Bremsklotz

Zwischen 2003 und 2015 entwickelte sich die Schweizer Wirtschaft mit einem durchschnittlichen Wachstum von 2,0 Prozent pro Jahr grundsätzlich erfreulich. Der Wermutstropfen: Über die Hälfte dieses Wachstums beruht auf einer Zunahme der Beschäftigung. Die Steigerung der Arbeitsproduktivität hingegen betrug in den letzten zwölf Jahren lediglich 1,0 Prozent.

Unterdurchschnittliche Finanzindustrie

Vor allem in den Finanzzentren Genf, Zürich und Tessin war das Wirtschaftswachstum in dieser Zeitspanne stark beschäftigungsgetrieben. Die Produktivität hingegen entwickelte sich in diversen Dienstleistungsbranchen wie der Finanz- und Informationsdienstleistungsindustrie klar unterdurchschnittlich. Ein deutlich höheres Produktivitätswachstum verzeichneten führende Industriestandorte wie Schaffhausen, Neuenburg und die beiden Basel. Die in diesen Kantonen ansässigen, überdurchschnittlich wertschöpfungsintensiven Branchen – allen voran die Pharma-, Chemie- und Uhrenbranche – konnten ihre Produktivität stetig erhöhen und gewannen weiter an Gewicht.

Produktivitätsschub in der Ostschweiz

Komponenten des BIP-Wachstums (Schätzung von UBS) 2003 bis 2013, annualisiert in Prozentpunkten

Strukturwandel stützt Produktivitätsentwicklung

Der positive Effekt des Strukturwandels zeigte sich am stärksten in den Kleinkantonen. Verschiebungen von den wertschöpfungsschwachen Branchen Landwirtschaft und Gastronomie in die Nahrungsmittelindustrie oder auch innerhalb der Industriebranchen von der Textilbranche und dem Maschinenbau in Richtung Elektrotechnik und Fahrzeugbau steigerten die Gesamtproduktivität. Die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Glarus und Uri konnten so trotz einer Stagnation der Beschäftigung ihre Wirtschaftsleistung deutlich steigern.

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