Ruedi Noser ist Unternehmer, Ständerat (FDP/Die Liberalen) und Präsident der Stiftung Swiss Innovation Park.

Die Schweiz verfügt über ein hervorragendes Bildungssystem. Dennoch wird seit Langem bemängelt, dass daraus zu wenig Kapital geschlagen wird. Die Idee des Swiss Innovation Park wurde vor zehn Jahren lanciert, um genau dieses Problem anzugehen. Viele hielten diese Idee für unrealisierbar. Doch wie schafft man es sonst, die exzellente Bildung und Forschung der Schweiz mit unserer Wirtschaft zu verknüpfen?

Hier setzt der Swiss Innovation Park an: Er vernetzt nicht nur die verschiedenen wissenschaftlichen Standorte der Schweiz, namentlich die Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich (ETHZ) und Lausanne (EPFL), mit den Innovationsparks innovAARE, sondern schliesst auch gezielt die Wirtschaft mit ein.

Für Start-ups und grosse Unternehmen

Zum einen soll der Swiss Innovation Park Start-ups mit genialen Ideen Raum bieten, um zu wachsen und ihre Produkte zur Marktreife zu entwickeln. Es ist meiner Ansicht nach schmerzlich, zu sehen, beispielsweise UBER entwickelt wurde und gross geworden ist, und nicht in der Schweiz. Mit seiner Idee und der daraus resultierenden App hat Uber im Silicon Valley eine ganze Branche umgekrempelt.

Bei den Zielen des Swiss Innovation Park gibt es jedoch einen klaren Unterschied zu den heutigen Technoparks in der Schweiz, die vor allem Jungunternehmen unter die Arme greifen. Mit dem Swiss Innovation Park soll die Schweiz auch grossen Firmen für den Aufbau neuer Forschungseinheiten das beste Angebot machen können.

Wenn Google seine Firmenstruktur in Alphabet neu organisiert oder Lafarge und Holcim fusionieren und ihre Forschungszentren zusammenlegen, soll in der Schweiz nicht nur der Boden für die neuen Zentren bereitstehen. Die dort angesiedelten Forschungszentren sollen sich vor allem auch mit den Schweizer Hochschulen vernetzen und so die Zusammenarbeit mit ihnen institutionalisieren.

Nährboden für Innovation

Der Swiss Innovation Park schafft für national und international tätige Unternehmen aller Art eine Plattform, auf der sie ihre Forschungsaktivitäten gemeinsam mit unseren Universitäten und Hochschulen vorantreiben können. Er wird zum Nährboden für Innovation.

Dank attraktiven Rahmenbedingungen sollen einerseits internationale Forschungsprojekte in die Schweiz geholt werden. Andererseits schafft die dynamische Schweizer Wirtschaftsstruktur mit ihren vielen kleinen und mittelgrossen Unternehmen die Voraussetzung, dass hier ein Forschungs- und Entwicklungsumfeld entstehen kann, das besser ist als das Silicon Valley in den USA, weil es lebendiger und branchenübergreifend sein wird.

Welche Wirtschaftszweige sich im Swiss Innovation Park ansiedeln werden, soll durch die Nachfrage und die Wissenschaft entschieden werden. Deshalb ist es auch Sache der grossen Firmen, die neuen Gebäude zu finanzieren, in denen sie in Zukunft an neuen Produkten tüfteln werden. Die Infrastruktur dagegen ist und bleibt Aufgabe der öffentlichen Hand.

Ein Meilenstein für die Schweiz

Im September 2015 nahm der Verein Swiss Innovation Park seine Tätigkeiten auf. Politisch sind die Grundlagen geschaffen: Bern unterstützt den Swiss Innovation Park nicht mit Subventionen, sondern mit einem Rahmenkredit von 350 Millionen Franken für Bürgschaften und mit der Offerte, vom Bund Land zu marktüblichen Preisen zu erwerben. Der rechtliche Rahmen dafür steht.

Für die Schweiz stellt der Swiss Innovation Park einen Meilenstein dar. Denn Innovation ist der Grundstein des wirtschaftlichen Erfolgs unseres Landes – und damit der Garant für unseren Wohlstand.