
Der bevorstehende FIFA World Cup 2026 beginnt am 11. Juni. Das Ereignis dürfte die Aufmerksamkeit der Welt auf sich ziehen. Doch unserer Meinung nach werden nicht nur Fussballfans in seinen Bann gezogen. Das globale Turnier ist eine viel beachtete Veranschaulichung der anhaltenden Beliebtheit des professionellen Sports und seiner rasanten Entwicklung zu einer investierbaren Anlageklasse.
Abseits des Spektakels und der Leidenschaft verdeutlicht die WM die tiefgreifenden Veränderungen im Sportgeschäft. Die Art und Weise wie Spiele ausgetragen, angeschaut und zu Geld gemacht werden, verändert sich. Dies schafft neue Chancen und Herausforderungen für Fans sowie für Anlegerinnen und Anleger.
Die Fussball-WM in Zahlen
Wenige Ereignisse kommen auch nur annähernd an die globale Reichweite und die emotionale Wirkung der Fussball-WM heran. Dem Turnier gelingt es auf einzigartige Weise, Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen und Regionen zu vereinen. Bank of America Global Research erwartet, dass das Ereignis in diesem Jahr über sechs Milliarden Menschen erreicht – etwa drei Viertel der Weltbevölkerung. Einige Schätzungen deuten an, dass die Fussball-WM das globale BIP um USD 41 Mrd. stärken könnte.
Abseits des Spielfelds wird das Ereignis unseres Erachtens zeigen, wie Fortschritte in der Technologie, Veränderungen in der Einbindung der Fans und die Globalisierung von Teams und Ligen die Fussball-Landschaft und die Investitionen auf diesem Gebiet umgestalten.
Die neue Sportökonomie
Das Geschäftsmodell des Fussballs – und des professionellen Sports im Allgemeinen – hat in den letzten Jahren einen dramatischen Wandel vollzogen. Traditionell stützten sich die Vereine massiv auf Einnahmen am Spieltag und lokales Sponsoring. Heute ist das Bild erheblich komplexer und lukrativer.
Für viele Spitzenvereine und Ligen sind die Senderechte zur grössten Einnahmequelle geworden, wobei für globale Medienverträge Rekordsummen gezahlt werden. So bringen die inländischen und internationalen Fernsehrechte der englischen Premier League inzwischen Milliardenbeträge ein und stellen die Umsätze mit Eintrittskarten und Fanartikeln weit in den Schatten.
Sponsoring und kommerzielle Partnerschaften haben ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Viele Marken sind begierig, das riesige und engagierte Publikum zu erreichen, das der Sport anzieht. Vereine und Ligen nutzen ihre weltweite Attraktivität, um Verträge mit multinationalen Unternehmen zu schliessen – von Ausrüstern bis zu Technologieunternehmen.
Die digitale Innovation eröffnet ebenfalls neue Umsatzströme. Dank Streamingdiensten, sozialen Medien und Direktverkaufsplattformen haben die Vereine jetzt Möglichkeiten, mit ihrer Fanbasis Geld zu verdienen, die vor zehn Jahren noch nicht vorstellbar waren. Selbst Bereiche wie E-Sport, Fantasy-Ligen und Non-Fungible Token (NFT) tragen zunehmend zum Umsatzmix des Sports bei. Sie ziehen ein jüngeres Publikum und neue Arten von Investoren an.
Dank dieser Entwicklungen wird der Sport auch für institutionelle Investoren, Private Equity und Staatsfonds zunehmend attraktiv. Die Stabilität langfristiger Übertragungsverträge, das Potenzial einer globalen Markenexpansion und die Resilienz des Fan-Engagements über die Konjunkturzyklen hinweg sind Faktoren, die Kapital in den Sektor ziehen.
Ist Sport eine Anlageklasse?
Unserer Ansicht nach entwickelt sich Sport zu einer eigenen Anlageklasse mit einzigartigen Merkmalen. Für Anleger bietet der Sektor ein Engagement in einer Kombination aus materiellen und immateriellen Vermögenswerten: Stadien und Infrastruktur, geistiges Eigentum, Medienrechte und globale Marken.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Anleger ein Engagement im Sport aufbauen können. Ein Weg ist ein direktes Eigentum an Vereinen oder Teams. Hierfür sind allerdings viel Kapital und eine langfristige Perspektive nötig. Private-Equity-Fonds und Konsortien sind in diesem Bereich zunehmend aktiv. Sie sammeln Ressourcen, um Beteiligungen an Vereinen, Ligen oder Unternehmen mit Bezug zum Sport zu kaufen. Börsennotierte Unternehmen im Sport-Ökosystem – wie Medienunternehmen, Bekleidungsmarken und Technologieanbieter – eröffnen andere Wege für Investitionen. Dies ermöglicht Diversifikation und Liquidität.
In Sport zu investieren, ist allerdings auch mit Risiken verbunden. Leistungen auf dem Spielfeld können sich auf finanzielle Ergebnisse auswirken und regulatorische Änderungen oder veränderte Vorlieben der Fans können das Umfeld schnell verwandeln. Gründliche Prüfungen, Diversifikation und ein klares Verständnis für die Sektordynamik sind unerlässlich.
Die Fussball-WM rückt näher und wird unserer Ansicht nach die Bedeutung des Sports hervorheben – nicht nur für Fans, sondern auch für Anleger. Durch das Wachstum des Sektors, die Veränderung der Umsatzströme und die globale Reichweite wird Sport zu einem zunehmend wichtigen Teil des Anlageuniversums.
Für Anleger, die bereit sind, sich auf seine Komplexitäten einzulassen, könnte der Sport sowohl finanzielle Chancen – als auch ein schönes Spiel – bieten.