
Am Wochenende haben gemeinsame Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran, bei denen der iranische Führer Ayatollah Ali Chamenei getötet wurde, den Konflikt in der Region verschärft. Die anhaltenden Angriffe zwischen Israel und dem Iran sowie die Auswirkungen auf andere Golfstaaten haben zu einer erhöhten Unsicherheit beigetragen.
Die humanitären Folgen des Konflikts sind zwar erheblich, doch die erwarteten wirtschaftlichen Auswirkungen bleiben begrenzt. In unserem Basisszenario gehen wir nur von einer kurzen Störung der globalen Energieversorgung aus. Ein anfänglicher Anstieg der Ölpreise dürfte nachlassen, sobald klar wird, dass die Versorgungsunterbrechungen nur vorübergehend sind, die kritische Infrastruktur intakt bleibt und die militärischen Aktivitäten nachlassen. In diesem Szenario könnten die Märkte kurzfristig volatil sein, sich dann aber wieder auf die positiven globalen Wirtschaftsdaten konzentrieren, wie es nach früheren geopolitischen Schocks der Fall war.
Die militärischen Aktionen erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigeren Szenarios, in dem anhaltende Störungen der Energieversorgung die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte stärker belasten könnten. Es ist zwar noch zu früh, um die vollständigen Auswirkungen abzuschätzen, doch die erhöhte Volatilität dürfte anhalten. Dies gilt umso mehr, als die Märkte auch die Zukunft von Technologieunternehmen und die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf Unternehmen und die Industrie beurteilen.
In Zeiten der Unsicherheit kann ein ganzheitlicher Ansatz für das Portfoliomanagement − der Umschichtungen, Diversifikation und eine angemessene Absicherung umfasst − dazu beitragen, das Risiko zu steuern und die langfristigen Ergebnisse zu unterstützen. Anleihen bleiben ein wichtiger Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios. Für Anlegerinnen und Anleger mit geringeren Allokationen in Anleihen könnten die aktuellen Bedingungen eine Gelegenheit bieten, das Engagement zu erhöhen, insbesondere da in den USA und Grossbritannien eine weitere geldpolitische Lockerung erwartet wird und die Ertragschancen in Europa und der Schweiz begrenzter geworden sind.
Im Anleihenbereich bevorzugen wir hochwertige Staats- und Unternehmensanleihen mit mittleren Laufzeiten (drei bis sieben Jahre). Wir erwarten, dass diese Anleihen durch eine Kombination aus Rendite und Kurssteigerung mittlere einstellige Renditen erzielen. Die Renditen von Qualitätsanleihen dürften unserer Meinung nach diejenigen von Barmitteln übertreffen, insbesondere in ungünstigen Szenarien, in denen sinkende Zinserwartungen die Anleihenkurse in die Höhe treiben. Diversifikation im Anleihenbereich bleibt eine wichtige Strategie, um das heutige unsichere Umfeld zu meistern.
Wir sind bei den risikoreicheren Segmenten des Anleihenmarktes, wie etwa High Yield, aufgrund historisch enger Spreads vorsichtiger. Dennoch können diversifizierte Fixed-Income-Strategien – die Investment-Grade-, ausgewählte High-Yield-, nachrangige und Schwellenländeranleihen kombinieren – bei konsequenter Risikosteuerung ein erhöhtes Renditepotenzial bieten.
In Märkten, in denen die Anleiherenditen niedrig oder die Kreditspreads eng sind, können einkommensorientierte Anleger attraktive Möglichkeiten in aktienbasierten Strategien finden, einschliesslich Dividenden- und Optionsansätzen. Die Schweiz zeichnet sich durch hochwertige Dividendenaktien aus, mit Renditen von knapp unter 3 Prozent für den Swiss Market Index – deutlich über den lokalen Anleiherenditen. Auch Südostasien bietet attraktive Dividendenrenditen.