
Der Januar 2026 war ein Monat, in dem sich die Märkte aussergewöhnlich stark bewegten und die Narrative änderten. Ausserdem traten bereits zu diesem frühen Zeitpunkt viele Prognosen aus der CIO-Publikation «Year Ahead» ein. Die Edelmetallpreise stiegen deutlich. Gold legte im laufenden Jahr um fast 9% zu, obgleich es am letzten Handelstag des Monats mit –9% den höchsten Tagesverlust seit 2013 verzeichnete. Der US-Dollar verlor angesichts eines um 1,4% niedrigeren Dollar-Index deutlich an Wert und schwächte sich gegenüber allen anderen G10-Währung ab. Mit einem Kurs von 1.20 erreichte der Euro gegenüber dem US-Dollar ein 4,5-Jahreshoch. Darüber hinaus legten die Aktienmärkte deutlich zu. Der S&P 500 durchbrach erstmals die Marke von 7000 Punkten, und alle grossen Märkte ausserhalb der USA überflügelten den US-Markt, ausgenommen die Schweiz. Erstklassige Staats- und Investment-Grade-Anleihen (ausser US-Schatzpapiere) erzielten positive Gesamtrenditen. Die japanischen Anleihenrenditen waren hingegen von Volatilitätsschüben betroffen.
Vor diesem Hintergrund könnten unseres Erachtens drei wesentliche Beobachtungen für Anlegerinnen und Anleger in der Region EMEA besonders wichtig sein.
1. Portfolios überprüfen, neu gewichten und Diversifikation in Betracht ziehen. Durch die starken Marktbewegungen im Januar könnten sich Portfolios von ihren Zielallokationen entfernt haben. Es ist möglicherweise ratsam, das eigene Portfolio neu zu gewichten, die relativen Gewinner zu reduzieren und die relativen Verlierer aufzustocken, um zu den langfristigen Vermögensallokationen zurückzukehren. Dieser disziplinierte Ansatz kann helfen, Gewinne zu sichern, das Risiko zu steuern und in zukünftigem Wachstum engagiert zu bleiben. Die regelmässige Neugewichtung ist ein Kernelement des professionellen Portfoliomanagements institutioneller Anleger. Eigenverantwortlich agierende Anleger können versuchen, diese Routine nachzuahmen, insbesondere bei volatilen Märkten. Dadurch können sie eine emotionsgesteuerte Entscheidungsfindung möglicherweise verhindern und sich weiterhin auf ihre langfristigen Ziele konzentrieren.
Wir sind ausserdem der Auffassung, dass ein diversifiziertes, robustes Kernportfolio die Grundlage für langfristigen Erfolg ist. Das CIO hält eine Allokation von 30% bis 70% des Vermögens in Aktien für empfehlenswert. Wenigstens die Hälfte sollten US-Aktien sein und wenigstens 20% globale Aktien, unter anderem aus Europa und den Schwellenländern. Bis zu 30% können in strukturelle Wachstumsthemen wie künstliche Intelligenz, Energie und Ressourcen sowie Langlebigkeit investiert werden. Anleihen sollten 15% bis 50% des Vermögens ausmachen, mit einer ausgewogenen Verteilung über Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Privatkredite. Die Duration sollte bei fünf bis sieben Jahren liegen und die Anlagen sollten auf die Währungsbedürfnisse abgestimmt sein. Alternative Anlagen – wie Hedge Funds, Privatmarktanlagen und Infrastruktur – können die Diversifikation und die risikobereinigten Renditen weiter verbessern.
2. Eine breitere Aktienrally erwarten und darauf vorbereiten. Die Gewinne an den Aktienmärkten haben sich bereits vom US-Technologiesektor auf weitere Regionen und Sektoren ausgeweitet. Dies ist für Anleger in der Region EMEA eine frühzeitige Mahnung, ihr Aktienengagement zu diversifizieren – zumal aufgrund staatlicher Interventionen und der geopolitischen Unsicherheit ein breiteres Spektrum von Marktszenarien möglich ist. Künstliche Intelligenz (KI) und Technologie bleiben wichtige Themen. Das CIO möchte den Blick aber nun von der «Wegbereiterebene» (zum Beispiel Halbleiter) mehr auf die «Anwendungsebene» richten, die neue Gewinner hervorbringen könnte. Wir erkennen Wertpotenzial in Sektoren wie dem US-Finanzwesen, dem US-Gesundheitswesen, dem zyklischen Konsumgütersektor in den USA sowie bei US-Versorgern, da sie von unterstützenden makroökonomischen Trends und politischen Tagesordnungen profitieren dürften. Europäische, chinesische und japanische Aktien bieten attraktive Chancen, und eine globale Perspektive kann helfen, an potenziellen Gewinnen teilzuhaben und gleichzeitig regionenspezifische Risiken zu steuern. In Europa finden wir weiterhin unsere sogenannten «führenden europäischen Unternehmen» interessant. Diese dürften sowohl von globalen Trends, zum Beispiel in den Bereichen künstliche Intelligenz, Energie und Ressourcen sowie Langlebigkeit, als auch von den ehrgeizigen Strukturreformen in der Region profitieren.
3. Währungsallokationen überprüfen und neu gewichten. Die Währungsmärkte entwickeln sich volatil, wobei der US-Dollar aufgrund einer Kombination von politischen und wirtschaftlichen Faktoren unter Druck steht. Die Stärke des Euro und der Umstand, dass der US-Dollar nun auch gegenüber Schwellenländerwährungen schwächer notiert, verdeutlichen unseres Erachtens die Bedeutung einer strategischen Währungsallokation. Anleger in der Region EMEA können zu ihrem Finanzplan zurückkehren und versuchen, die Portfoliowährungen an ihre in Zukunft erforderlichen Ausgaben und Verbindlichkeiten auszurichten. Dadurch wird möglicherweise das Risiko verringert, dass Wechselkursschwankungen die Finanzziele untergraben. Eine Diversifikation über Hauptwährungen mit guten Fundamentaldaten hinweg kann dazu beitragen, die weltweite Kaufkraft zu erhalten. Anleger sollten dabei Faktoren wie Bewertungstrends, den Status als Zufluchtswährung, die Leistungsbilanzen und die Stellung als Reservewährung berücksichtigen. Da EURUSD aktuell bei 1.20 notiert, hält das CIO die Risiken für ausgewogen und erwartet eine Konsolidierung im Bereich dieses Niveaus. Es warnt unterdessen davor, von einer weiteren Schwäche des USD gegenüber dem Euro auszugehen. Bei ausgewählten wachstumsorientierten Währungen bieten sich zwar taktische Ideen, unserer Ansicht nach sollte der Hauptfokus aber auf der strategischen Ausrichtung und der Diversifikation liegen.
