
Die Aufmerksamkeit der Anlegerinnen und Anleger bleibt auf die USA gerichtet, wo die Regierung in einen Shutdown eingetreten ist, nachdem der Senat kein Ausgabengesetz verabschieden konnte. Solche Blockaden bei der Regierungsfinanzierung sind zu einem wiederkehrenden Merkmal der US-Politik geworden. Mit knappen republikanischen Mehrheiten in beiden Kammern kämpfen die US-Gesetzgeber weiterhin darum, eine Haushaltsvereinbarung zu erreichen. Dies wiederum veranlasst die Märkte dazu, die potenziellen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft und die nächsten Schritte der US-Notenbank Fed abzuschätzen.
Wir glauben nicht, dass der Shutdown an sich eine Rezession auslösen wird. Die meisten Government Shutdowns haben bisher weniger als eine Woche gedauert, mit einer bemerkenswerten Ausnahme: einem 35-tägigen Shutdown während der ersten Amtszeit von Präsident Trump. Aber selbst in jenem Fall waren die Auswirkungen auf die Wirtschaft minimal und das Congressional Budget Office schätzte den Verlust auf lediglich wenige Basispunkte. Nach einem Quartal mit überdurchschnittlichem Wachstum sehen wir keine Gefahr, dass der Shutdown zu einem negativen BIP-Wachstum führt.
Wir sind auch nicht übermässig besorgt, dass vorübergehende Datenverzögerungen die Fed davon abhalten werden, die Zinssätze weiter zu senken, da eine Reihe von Fed- und privaten Sektor-Datenveröffentlichungen weiterhin Einblicke in den Zustand der US-Wirtschaft bieten werden.
Der Shutdown wird zweifellos weiterhin Schlagzeilen machen und Volatilität erzeugen, aber es gibt wichtigere Markttreiber, auf die sich die Anleger konzentrieren sollten: robuste KI-bezogene Investitionsausgaben, starkes Unternehmensgewinnwachstum und natürlich die Wiederaufnahme des Zinssenkungszyklus der Fed. Die Märkte preisen nach wie vor zwei weitere Zinssenkungen für den Rest des Jahres ein.
Mit immer noch erhöhten Renditen, soliden Kreditfundamentaldaten und unterstützenden technischen Faktoren würde das Chief Investment Office (CIO) versuchen, hohe Renditen zu sichern. Es ist jedoch wichtig, über die Renditen hinauszuschauen. Die Kreditspreads − ein Mass für das Kreditrisiko − bleiben nahe an historischen Tiefstständen. Das bedeutet nicht, dass keine Risiken vorhanden sind. Im Gegenteil: Anhaltende politische Turbulenzen in Frankreich, Bedenken über die Tragfähigkeit der US-Schulden, der Krieg in der Ukraine und erneute Spannungen im Nahen Osten tragen zu einem Umfeld anhaltender Unsicherheit bei.
Aus diesem Grund bevorzugen wir Investment-Grade-Instrumente von Qualitätsanbietern mit Laufzeiten von vier bis sieben Jahren. Die Beibehaltung eines ausgewogenen Duration-Ansatzes bewahrt das Aufwärtspotenzial, falls die Renditen schneller als erwartet sinken, und begrenzt gleichzeitig das Risiko durch anhaltenden Druck auf die Kurvensteilheit angesichts anhaltender fiskalischer Herausforderungen in mehreren grossen Volkswirtschaften.
