
Mit der jüngsten Herabsetzung des Leitzinses um 25 Basispunkte hat die US-Notenbank Fed ihren Zinssenkungszyklus wieder aufgenommen. Wir gehen davon aus, dass diesem ersten Schritt nach über einem Jahr Pause weitere Zinssenkungen folgen werden. Aufgrund des somit dahinschmelzenden Zinsvorteils dürfte der US-Dollar über die kommenden Monate weiter unter Druck bleiben. Eine weitere Aufwertung von Euro und Franken gegenüber dem Greenback dürfte künftig auch auf dem Zinsumfeld in Europa lasten. Denn zur Stärke neigende Währungen werden in einem insgesamt eher bescheidenen Wachstumsumfeld die Teuerung voraussichtlich weiter nach unten bringen.
Gerade in der Schweiz ist das Zinsumfeld praktisch vollständig eingeebnet. Bei einem Blick auf die Zinsstrukturkurve – jener Linie, die die Rendite von Staatsanleihen mit ganz kurzen bis sehr langen Laufzeiten miteinander verbindet – sieht man eher das Höhenprofil der Niederlande als dasjenige einer Alpenrepublik. Die durchschnittliche Höhe der Zinskurve liegt dabei nur knapp über der Wasserlinie von 0 Prozent und das kurze Ende gar unter dem Meeresspiegel.
Dies zeigt, dass die Märkte einem Szenario, in dem die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins für eine gewisse Zeitperiode unter die Nulllinie bringen muss, eine nicht unbedeutende Wahrscheinlichkeit beimessen. Erst bei längeren Laufzeiten erreicht man mit Eidgenossen-Anleihen eine Rendite von knapp über 0 Prozent. Das Fazit für Anlegerinnen und Anleger im Franken ist daher ernüchternd: Mit festverzinslichen Anlagen sind heute und wohl auch auf absehbare Zeit kaum mehr substanziell positive Renditen zu erwirtschaften. Dies gilt insbesondere für Barbestände und Anleihen mit sehr kurzen Laufzeiten.
Vor diesem Hintergrund gefallen uns stabile Schweizer Dividendenaktien als Alternative. Sie bieten aktuell eine Rendite von 3 bis 4 Prozent , die durch eine Covered-Call-Writing-Strategie auf 6 bis 7 Prozent jährlich gesteigert werden kann. Dabei werden regelmässig Call-Optionen auf die Aktien im Portfolio verkauft, wobei das Aufwärtspotenzial über einen bestimmten Schwellenwert (z.B. 5 Prozent über dem aktuellen Kurs) abgegeben wird. Diese Strategie eignet sich besonders für seitwärts tendierende sowie leicht steigende oder fallende Märkte und generiert unmittelbar zusätzliche Prämieneinnahmen. Sie begrenzt jedoch das Aufwärtspotenzial, wenn die zugrunde liegenden Aktien stark steigen, und setzt die Anleger dennoch Verlusten aus, wenn die Aktien fallen.
Ein weiterer Vorteil: Die Optionsprämien gelten steuerlich als Kapitalgewinn und unterliegen nicht der Einkommenssteuer, was die Nettorendite eines derart strukturierten Dividendenaktienportfolios erhöht. Angesichts der aktuellen Zinslage und der anhaltend moderaten Inflation erachten wir gut diversifizierte Dividendenportfolios mit Covered-Call-Writing als attraktive Strategie zur Einkommensgenerierung – sofern die Anleger mit dem Kompromiss zwischen begrenzten Gewinnen und fortbestehendem Marktrisiko im Einklang sind. Brachliegende, nicht benötigte Barmittel schrittweise für sich arbeiten zu lassen, dürfte sich so insbesondere mit einem etwas längeren Anlagehorizont auszahlen. Damit erhalten Sie die Möglichkeit, den Niederungen der gegenwärtigen Nullzinspolitik zu entkommen und angemessene Renditen zu erzielen.
