Der Satz «Der König ist tot, lang lebe der König» steht für einen Übergang. Im Finanzwesen hatte «Cash is King» lange Zeit die Bedeutung eines gesunden Cashflows für Unternehmen und Privatpersonen unterstrichen. Barmittel bieten Stabilität und generieren Einkommen durch Einlagen, die in der Regel mit einem minimalen Risiko verbunden sind.

Nach der Pandemie stiegen die Zinssätze schnell auf Niveaus, die seit der globalen Finanzkrise nicht mehr erreicht wurden. Die Unsicherheit veranlasste viele Anleger, ihre Barmittelbestände zu erhöhen – auf der Suche nach Sicherheit als auch attraktiven Einlagenerträgen. Die Marktbedingungen haben sich seitdem verändert. Die Zentralbanken haben begonnen, die Zinssätze zu senken, um Unternehmen zu unterstützen, die mit höheren Kreditkosten konfrontiert sind. Zudem spiegelt die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank Fed um 25 Basispunkte eine globale Bewegung in Richtung niedrigerer Zinssätze wider. Infolgedessen sind Bareinlagen weniger attraktiv geworden, insbesondere da die anhaltende Inflation allmählich die Kaufkraft von Barmitteln verringert.

Was bedeutet das für die Portfolios?
Ein Umfeld mit niedrigeren Zinsen bietet die Möglichkeit, die Barmittelallokationen zu überprüfen. Die Begrenzung der Barmittelbestände auf den mittelfristigen Ausgabenbedarf kann dazu beitragen, die Portfolioleistung zu optimieren. Sobald der Barmittelbedarf festgelegt ist, können überschüssige Mittel in diversifizierte Portfolios investiert werden, die Aktien und Anleihen kombinieren, um den langfristigen Vermögenserhalt und die Risikominderung zu unterstützen.

Erstklassige Anleihen stechen im aktuellen Umfeld hervor. Wenn die Zinssätze zurückgehen, sinken die Anleihenrenditen in der Regel langsamer als die Einlagenzinsen, und fallende Renditen können zu steigenden Anleihenkursen führen. Anleihen können dazu beitragen, Schwankungen im Portfolio zu glätten und bieten das Potenzial für höhere Renditen als Barmittel, insbesondere wenn das Wirtschaftswachstum sich verlangsamt und die Zentralbanken die Zinssätze weiter senken. Die aktuellen Erwartungen deuten auf mittlere einstellige Renditen für hochwertige Staats- und Investment-Grade-Unternehmensanleihen im nächsten Jahr hin, insbesondere für Anleihen mit Laufzeiten von vier bis sieben Jahren.

Anleger, die ihr Aktienengagement erhöhen möchten, sollten beachten, dass für globale Aktien in den nächsten sechs bis zwölf Monaten Gewinne erwartet werden, obwohl der Weg holprig sein könnte. Ein disziplinierter Ansatz – wie das Befolgen eines strukturierten Anlageplans – kann dazu beitragen, langfristiges Wachstum zu nutzen. Das CIO-Team legt besonderen Wert auf transformative Innovationsthemen wie künstliche Intelligenz, Energie und Ressourcen sowie Langlebigkeit, die in den kommenden Jahren sowohl Innovation als auch Gewinne antreiben sollen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass fallende Zinssätze wahrscheinlich die Renditen auf Barmittel verringern, inflationsbereinigte Gewinne erodieren lassen und das Gefühl der Sicherheit mindern, das mit Barmittelbeständen verbunden ist. Ein breiteres Spektrum an Anlagemöglichkeiten kann die Widerstandsfähigkeit und das Wachstumspotenzial des Portfolios verbessern. Cash ist nicht immer König.

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