In Ihrem Portemonnaie stecken 80 Franken und 3 Bezahlkarten, auf dem Smartphone haben Sie eine Bezahl-App. Stimmt’s?

Das sind die Durchschnittswerte von Herrn und Frau Schweizer gemäss Swiss Payment Monitor 2019 der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Universität St. Gallen.

Im Supermarkt oder im Freundeskreis

Um kleinere Beträge zu berappen, ist das kontaktlose Bezahlen praktisch. Das Birchermüesli in der Mittagspause wird kontaktlos mit der Kreditkarte bezahlt – ohne den PIN einzutippen.

Statt bei jedem Einzelnen mühsam zehn Franken einzukassieren, wird das Geld für ein Geburtstagsgeschenk per UBS TWINT gesammelt – die Zahlungsaufforderung einfach per Fingerwisch.

In Supermärkten, beim Online-Shopping, an Parkautomaten und sogar in Bauernhofläden kann man per TWINT-App bezahlen. Besonders vorteilhaft ist TWINT im Internet: Da genügt es, den auf dem Bildschirm angezeigten QR-Code zu scannen, um zu bezahlen. Man spart sich das nervige Eingeben der Kreditkartendaten.

Realitäts-Check: bargeldloses Bezahlen als Chance für Kriminelle?

Doch, dass das kontaktlose und das mobile Bezahlen so bequem von sich gehen erschreckt manche Leute. Sie sorgen sich darum, dass Kriminelle Ihre Daten absaugen könnten? Zeit für einen Realitäts-Check.

Ist es denkbar, dass im Vorbeigehen Geld von der Kreditkarte abgebucht wird? Möglich, aber äusserst unwahrscheinlich:

  • Erstens funktioniert die Nahfeldkommunikation (NFC) nur aus nächster Nähe.
  • Zweitens braucht es ein von der Kreditkartenfirma registriertes Bezahlsystem.
  • Drittens: Um eine Zahlung auszuführen, müsste sie erst auf dem Bezahlterminal eröffnet werden. Sobald eine Zahlung beglichen wurde, schliesst das System des Terminals sie automatisch.

Profis scheitern

Die Sendung «Kassensturz» des Schweizer Fernsehens kam im Frühling zum Fazit: «Für Langfinger gibt es einfachere Weg, um an Geld zu kommen.» Bei acht Testpersonen versuchte ein bestens ausgerüsteter Reporter, Geld von den Kontaktlos-Karten abzubuchen – er scheiterte.

Tipp: Kontobewegungen aufs Handy

Auch bei der App UBS TWINT sind zahlreiche Sicherheitsmechanismen eingebaut: Die App lässt sich nur via PIN-Code, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung öffnen. Als zusätzliche Sicherheit können Limiten eingerichtet werden. Weil Bezahlungen mit TWINT über dieselben Systeme laufen wie Banküberweisungen, sind sie gleich sicher wie diese.

Um die Ausgaben immer im Überblick zu haben, können Sie sich auf UBS Mobile Banking einfach Push-, SMS- und E-Mail-Benachrichtigungen einrichten.

Diese Kontrolle gibt es beim Bargeld nicht: Wer zu viel aus der Hand gibt oder bestohlen wird, hat das Geld meist für immer verloren. Ein schwacher Trost: Auch die unzähligen Bakterien, die sich auf Münzen und Noten tummeln, gehen zum Nächsten weiter.

«Müssen unser finanzielles Wissen aufbessern»

Der Zahlungsexperte Tobias Trütsch von der Universität St. Gallen erklärt, wo die Schweiz beim Thema bargeldloses Bezahlen steht.