Andreas Däscher an seinem 18. Geburtstag

Kurz vor seinem 16. Geburtstag, im May 1971, begann Andreas Däscher seine Lehre im Devisenhandel bei UBS (dazumal noch Schweizerische Bankgesellschaft). Dabei ist ihm eine besonders inspirierende und motivierende Begegnung bis heute im Gedächtnis geblieben.

"Ich erinnere mich als war es gestern. Es war ein besonders hektischer Tag und ich musste für eine Abklärung von einem Teil des Gebäudes in einen anderen – dies möglichst schnell. Wider besseren Wissens entschied ich mich, die Abkürzung zu nehmen, die mich durch den Bereich mit den Büros der Direktion führte. Der Zugang zu diesem Bereich war begrenzt und wenn man ihn betrat, dann war eine Anzugjacke Pflicht.

Andreas Däscher heute

In meiner Hast vergass ich diese – natürlich – und versuchte ungesehen durch den Gang zu schleichen. Gerade als ich am Büro von Dr. Alfred Schäfer, damals Vorsitzender des Verwaltungsrates, vorbeiging, öffnete sich die Türe und der Doktor persönlich erschien. Damals wusste ich es nicht, aber Dr. Schäfer ist später in die UBS-Geschichte als der Mann eingegangen, der die Bilanzsumme der Bank mehr als verhundertfacht hat. Unter seiner Führung stieg die Mitarbeiterzahl von 500 auf 12 000 Personen. „Was tust du denn hier, Junge?“, sagte er und winkte mich in sein Büro. Mit rotem Kopf und kleinlaut setzte ich mich auf den angebotenen Stuhl. Anstatt der erwarteten Standpauke für meine unangemessene Kleidung fragte er mich nach meiner Arbeit und ob sie mir gefalle. Am Ende gab er mir einige gute Ratschläge und motivierende Worte mit auf den Weg, bevor ich, ehe ich mich versah, schon wieder draussen stand. Was natürlich dabei nicht fehlte, war eine Erinnerung, das nächste Mal das Jackett nicht zu vergessen.

Nach 46 Jahren bei UBS, zuerst als Kassierer und zuletzt als Teamleiter für Privatkunden, wird Andreas Däscher dieses Jahr in Pension gehen: „Die Begegnung mit Dr. Schäfer wird mir immer in Erinnerung bleiben“.