Was wir finanzieren

In ständiger Zusammenarbeit mit unseren Partnern und unserem weitläufigen Netzwerk ermitteln, entwickeln und finanzieren wir neue Programme, die das Potenzial besitzen, transformativ, skalierbar und nachhaltig zu sein. Im Folgenden zeigen wir nur einige Beispiele dafür auf, wie wir durch Zusammenarbeit wirkungsvolle Ergebnisse erzielen.


Zielorientiert statt chancenlos

Ausbildung und Jobs für benachteiligte Jugendliche

In Deutschland leben 540 000 junge Menschen ohne Aussicht, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, Arbeit oder eine Lehrstelle zu finden. JOBLINGE ist ein Förderprogramm für benachteiligte arbeitslose Jugendliche, welches diese in den Arbeitsmarkt integrieren und so vor der Langzeitarbeitslosigkeit bewahren will.

Die Herausforderung

Arbeitslosigkeit ist nicht nur belastend für die betroffenen Jugendlichen, welche keine Zukunftsperspektive sehen, sondern auch unhaltbar, weil der Wirtschaft bis 2025 über 5 Millionen ausgebildete Fachkräfte fehlen werden. Etwa 30% der JOBLINGE-Teilnehmer konnten drei oder fünf Jahre lang keine Arbeit finden. Mehr als 60% haben einen Migrationshintergrund. 70% stammen aus Familien, die bereits auf Sozialhilfe angewiesen sind; einige sind sogar bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Unser Partner

Die JOBLINGE-Initiative wurde 2008 von The Boston Consulting Group und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG ins Leben gerufen. JOBLINGE arbeitet mit über 1400 Unternehmen, 1200 Mentoren und Trainern zusammen und wird von mehr als 40 öffentlichen Institutionen wie die Bundesagentur für Arbeit sowie lokalen Ministerien unterstützt.

Im Zentrum des JOBLINGE-Konzepts steht ein sechsmonatiges Praktikum, ausgerichtet auf junge Menschen, die ohne Hilfe wohl keine Anstellung finden würden. In allen Phasen werden die Jugendlichen von einem persönlichen hauptamtlichen JOBLINGE-Mentor sowie einem ehrenamtlichen Mentor begleitet und unterstützt. JOBLINGE konzentriert sich auf die Ergebnisse und strebt eine schnelle und nachhaltige Stellenvermittlung an.


Zuhause

Eine Alternative zur Heimunterbringung von Kindern

Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Kinder wachsen am besten in einer Familie auf. Zusammen mit unseren engagierten Partnern suchen wir daher nach Alternativen zu Waisenhäusern. Statt ein nicht funktionierendes System aufrechtzuerhalten, kann Philanthropie als Impulsgeber für langfristige Veränderungen fungieren. Veränderungen, die Kindern ein echtes Zuhause bieten.

Das Problem

Die exakte Zahl der in Heimen lebenden Kinder ist nicht bekannt. Die traurige Tatsache ist, dass niemand sie zählt. Offizielle Statistiken aus dem Jahr 2017 verzeichnen 2,7 Millionen in Heimen untergebrachte Kinder, doch dies ist laut UNICEF wahrscheinlich nur «ein Bruchteil» der tatsächlichen Anzahl. Eine viel zitierte Schätzung der UNICEF aus dem Jahr 2006 ging von 8 Millionen aus. In Waisenhäusern untergebrachte Kinder leben meist dort, weil ihre Familien arm sind oder ihnen eine bessere Bildung ermöglichen wollen, und nicht, weil sie keine Eltern mehr haben.

Die Partner

Zusammen mit vor Ort tätigen Partnern, Interessenverbänden und Kompetenznetzwerken schaffen wir nachhaltige, innovative und faktenbasierte Modelle für die Betreuung in der Familie. Hier einige Partner, die wir im Rahmen unseres Portfolios Familien statt Waisen unterstützen.

  • Lumos hilft internationalen Philanthropen, Regierungen und Gemeinschaften bei der Verlagerung von Finanzmitteln weg von Waisenhäusern hin zu Angeboten, die Kindern das Aufwachsen in liebevollen Familien ermöglichen. Wir unterstützen die Bemühungen der Stiftung, die Finanzierungsquellen von Waisenhäusern zu identifizieren und faktenbasierte Strategien zu deren Umleitung zu entwickeln.
  • Better Care Network ist ein internationales Netzwerk aus Organisationen, die sich für die Unterstützung von Kindern ohne angemessene Familienbetreuung einsetzen. Das Netzwerk fördert Zusammenarbeit, Forschung und Informationsaustausch. Wir unterstützen es bei der Entwicklung von Instrumenten, welche der Reisebranche bei der Abkehr vom «Voluntourismus» helfen.
  • Die Child’s i Foundation arbeitet in Uganda an der Umwandlung von Waisenhäusern in Familienbetreuungszentren, damit Kinder in ein liebevolles Zuhause zurückgeführt werden können. Wir unterstützen die Arbeit von Child’s i in zwei Distrikten, um zu zeigen, dass es praktikable Alternativen zu Waisenhäusern gibt.

Denken Sie daran, ein Waisenhaus zu unterstützen? Überlegen Sie sich das gut – hier sind die Gründe (EN)


 

Wissen ist Macht

Verändern wie Bildung in Indien finanziert wird

Zusammen mit dem British Asian Trust, der Michael & Susan Dell Foundation und Tata Trusts unterstützen wir einen 11 Millionen US-Dollar schweren Development Impact Bond (DIB), der die Bildung in Indien verbessern soll. Bisher ist dies der weltweit grösste Impact Bond im Bildungsbereich. Er soll die Lernergebnisse von über 300 000 Kindern in Indien verbessern und die Finanzierung der Bildung in dem Land verändern. Solche Modelle bieten das Potenzial, grosse Mengen an neuen Geldern von Regierungen, Privatinvestoren und Stiftungen freizusetzen (rund 2 Billionen US-Dollar), um zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (UNSDGs) beizutragen.

Das Problem

Das Grundschulsystem in Indien krankt an schlechten Lernergebnissen. Dank der durch die Millennium-Entwicklungsziele angestossenen Initiativen hat sich der Schulbesuch zwar enorm verbessert: Mittlerweile besuchen 96,7 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren in ländlichen Regionen in Indien eine Schule. Trotzdem können viele Kinder in Indien immer noch nicht richtig lesen, schreiben und rechnen. Ein typischer Schüler schneidet mindestens um zwei Stufen schlechter ab als für sein Alter zu erwarten wäre, und in der 5. Klasse können weniger als 50 Prozent der Kinder einen für die 2. Klasse bestimmten Text auf Hindi lesen.

Die Zielsetzung

  • Verbesserung der Finanzflüsse durch qualitativ hochwertige Programme, die Verbesserungen der Lernergebnisse bewirken
  • Maximierung der Bildungsergebnisse durch Schaffung robuster Überwachungs- und Rechenschaftsmechanismen
  • Nachweis der Vorteile innovativer Finanzierungsmechanismen und Betriebsmodelle gegenüber der Regierung, um eine systemische Veränderung im indischen Bildungssystem zu bewirken

Die Partner

Gyanshala, Kaivalya Education Foundation, eine Piramal-Initiative und die Society for All Round Development – die alle aufgrund ihrer vielseitigen und bewährten Interventionen ausgewählt wurden – werden im Rahmen des DIB-Mechanismus arbeiten, um die Lernergebnisse von Tausenden von Kindern zu verbessern. Die UBS Optimus Foundation ist der Risikoinvestor, der das Betriebskapital für die Programme bereitstellt und eine Rückzahlung von den Outcome Fundern erhält, sobald nachgewiesene Ergebnisse erreicht wurden. Outcome Funder ist die Michael & Susan Dell Foundation, wobei Tata Trusts, die Mittal Foundation, British Telecom und Comic Relief Finanzmittel über den British Asian Trust bereitstellen.

Die Ergebnisse des Programms werden durch einen unabhängigen Gutachter, Gray Matters India, beurteilt. Dalberg Global Advisors dient als Programm-Manager und arbeitet mit gemeinnützigen Organisationen vor Ort zusammen, um das Ergebnis zu maximieren. Der britische Staat stellt über das Department for International Development (DFID) technische Unterstützung für das Programm zur Verfügung, unter anderem durch die Finanzierung des Programm-Managements, Rechtsberatung, Schulung und Beurteilung.

Ich freue mich ausserordentlich über die Lancierung des Quality Education India DIB. Dies ist eine sehr ernstzunehmende Gruppe von Organisationen und Menschen mit dem gemeinsamen Ziel, die Bildung in Indien zu verbessern. Dieses bahnbrechende Finanzinstrument setzt auf einen unternehmerischen Ansatz in der Philanthropie und dürfte das Leben von über 300 000 Kindern in Indien verändern, da es die Standards der Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeit verbessert. Wenn das Potenzial dieser Art von Finanzierungen verwirklicht wird, könnte es auch das Leben der künftigen Generationen verbessern. Diese Regierung strebt danach, mit dem investierten Geld die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Jede im Zusammenhang mit diesem DIB ausgegebene Rupie ist auf ein Ziel ausgerichtet: die Verbesserung der Qualität der Bildung. Diese Art der ergebnisbasierten Finanzierung trägt entscheidend zur Verbesserung der Qualität und der Lernergebnisse im Bildungssektor bei. Ich wünsche Ihnen sehr viel Glück und freue mich darauf, die Erfolge dieses Projekts in den nächsten Jahren zu sehen.

Shri Arun Jaitley, Honourable Union Minister of Finance and Corporate Affairs, Government of India

Aufbau auf einem erfolgreichen Pilotversuch

Der Education DIB Fund baut auf den Erfahrungen und dem Erfolg des weltweit ersten DIB im Bildungsbereich auf, der 2015 mit Unterstützung der UBS Optimus Foundation aufgelegt wurde.

Ziel dieses Projekts war es, Bildung für Kinder im ländlichen Indien zu ermöglichen und zu verbessern. Es sollte den Schulbesuch von mehr Mädchen ermöglichen und die Lernergebnisse für die Mädchen und Jungen im Bezirk Bhilwara im ländlichen Rajasthan verbessern.

Das Programm richtete sich an rund 18 000 Kinder in 166 staatlichen Schulden. Während der drei Jahre der Umsetzung des Programms von 2015 bis 2018 wurden der Schulbesuch von zuvor nicht zur Schule gehenden Mädchen in staatlichen Grundschulen und die Lernergebnisse von Mädchen und Knaben von der dritten bis zur fünften Klasse erfasst und gemessen.

Im letzten Jahr waren die Schulbesuchs- und Lernziele zu 116 Prozent bzw. 160 Prozent erfüllt.


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