UBS bringt zum einen die Erfahrung in der Ansprache von Investoren mit. Zum anderen behalten wir für interessierte Kapitalgeber die Start-up-Szene im Auge. Illustrationen: Ben Grib.

Wenn es darum geht, Wachstum zu finanzieren, setzen etablierte KMU in der Schweiz traditionell Mittel ein, die sie durch eigene Leistung erwirtschaftet haben. Anders ist es bei Jungunternehmen: Ihre finanziellen Ressourcen reichen in der Regel noch nicht aus, eine Erweiterung ihrer Produktpalette oder eine Marktexpansion aus eigener Kraft zu finanzieren. Gleichzeitig lassen die Bewertungskriterien zu diesem Zeitpunkt oft noch keine oder eine nicht ausreichende Bankfinanzierung zu.

Der Werkplatz Schweiz im Auge

Eine wichtige Rolle übernehmen hier Wachstumsinitiativen wie SEF4KMU und externe Kapitalgeber, die direkt in die wachstumsorientierten Geschäftsmodelle investieren. Oft waren oder sind sie selbst als Unternehmer oder im obersten Management von Unternehmen tätig, sind vermögende Privatpersonen oder vertreten Family Offices. Sie alle wollen einen Beitrag zum Werkplatz Schweiz leisten. Über das finanzielle Engagement hinaus bringen sie meist auch ihre Erfahrungen und ihr Netzwerk in die kapitalsuchenden Firmen ein. Und so mancher frühere Unternehmer fühlt sich dabei in seine eigene Gründerzeit zurückversetzt.

Die Expansion realistisch kalkulieren

Worauf achten externe Kapitalgeber bei der Finanzierung von Jungunternehmen? Diese sollten bereits über eine gute Marktpräsenz verfügen, erste Umsätze mit einer diversifizierten Kundenbasis erzielt haben und einen klar formulierten Businessplan besitzen. Was so einfach aussieht, erweist sich oft als Stolperstein. Nicht selten sind Businesspläne unklar formuliert oder unvollständig dokumentiert. Ganz wichtig ist, dass die Annahmen im Businessplan auch im Finanzplan nachvollzogen werden können. Manchmal empfiehlt es sich auch, die Expansion in kleineren Schritten zu planen. Sie lassen sich realistischer kalkulieren als grosse Sprünge.

Netzwerke knüpfen

Für Jungunternehmen stellt es meist eine grosse Herausforderung dar, Kapitalgeber zu finden. Umgekehrt bedeutet es für interessierte Investoren einen erheblichen Aufwand, den Überblick über das Feld der Unternehmensgründer zu behalten. Beim Brückenschlag zwischen den beiden Seiten leisten wir von UBS wertvolle Unterstützung. Wir bringen zum einen die Erfahrung in der professionellen Ansprache von Investoren mit, die den Jungunternehmen meist noch fehlt. Zum anderen behalten wir für interessierte Kapitalgeber die Start-up-Szene im Auge. Ein Gremium aus unabhängigen Experten und Vertretern von UBS prüft jährlich über 200 Geschäftsmodelle, von denen es rund 30 aktiv verfolgt. Aus diesem Kreis bekommen 15 bis 20 Jungfirmen Gelegenheit, sich dem bankeigenen Private Investor Circle zu präsentieren.

SEF4KMU

Die 2012 von UBS und dem Swiss Economic Forum gegründete Wachstumsinitiative richtet sich an Schweizer KMU und Jungunternehmen mit Ausbauplänen, die Kredit- oder Eigenkapitalfinanzierung suchen. Bislang wurden 39 Firmen mit einem Wachstumskapital von 100 Mio. CHF unterstützt. Im Evaluationsprozess wird den Bewerbern auch Expertise bei der Strategieentwicklung und der Erstellung der Businesspläne vermittelt.

Auslandsexpansion mit SERV

Wer ins Ausland expandieren will, benötigt unter Umständen eine Vorfinanzierung der Produktion. Werden die Waren dann geliefert oder die Dienstleistungen erbracht, muss das Unternehmen darauf vertrauen können, dass die Käufer im Ausland diese auch bezahlen. UBS hat zusammen mit der Schweizerischen Exportrisikoversicherung (SERV) Lösungen dazu entwickelt.

UBS Private Investor Circle

Das bankeigene Netzwerk vereint vermögende Privatkunden, die sich direkt an kapitalsuchenden Jungunternehmen beteiligen möchten. UBS stellt die Plattform zur Verfügung, auf der sich ausgewählte Jungunternehmen den Investoren präsentieren können. Sie begleitet die Mitglieder dabei, eigenverantwortlich ein ausgewogenes Portfolio an Direktbeteiligungen aufzubauen, und vermittelt ihnen das entsprechende Wissen.

Verena Kaiser

war ab November 2014 am Aufbau der UBS-Dienstleistung Direct Investments beteiligt. Seit dem 1. Juli 2017 ist sie Head of Direct Investments bei UBS Switzerland AG.