Blockchain Revolution in 40 bytes

Die Blockchain-Technologie soll die Welt stärker verändern als das Internet. Niemand besitzt sie. Aber jeder kann sie nutzen.

Revolution in 40 bytes

Illustration: Eboy

Vermutlich haben Sie schon von Bitcoin gehört – der Kryptowährung. Digitales Geld, das weder von Notenbanken gedruckt noch von Finanzinstituten verteilt, sondern autonom geschaffen und verwaltet wird. Die Technologie dahinter ist weniger bekannt: Blockchain. Sie ermöglicht es erst, dass digitale Währungen entstehen können, mit denen rund um den Globus bezahlt wird, ohne dass eine Bank ihre Finger im Spiel hat. Aber wie funktioniert das?

Man stelle sich Blockchain als gigantisches Archiv vor. Als riesige Datenbank, in der Transaktionen festgeschrieben sind und für immer nachvollzogen werden können. Von jedermann. Denn Blockchain ist kein zentrales System, das einer Firma oder einer Organisation gehört. Jeder kann eine Information – zum Beispiel die Überweisung in einer Kryptowährung wie Bitcoin – in der Blockchain regeln. Die Informationen werden in Datenblöcken à 40 Bytes aneinandergekettet. Daher der Name «Chain», Kette.

Jederzeit transparent

Für die Transparenz und die Richtigkeit der Blockchain sorgen deren dezentrale Natur und ein kryptografischer Prozess, der Informationen verifiziert, bevor er sie speichert. Dieser Prozess ist offen einsehbar und wird stets von mehreren Parteien validiert, was vor Manipulationen schützt.

«Was Wikipedia für die Enzyklopädien war, könnte Blockchain für Institutionen wie Banken, Versicherungen oder Grundbuchämter sein», prophezeit Reto Gadient, Gründer von B.ACADEMY und Initiant des ersten Crypto Summit 2.0 in Zürich. «Eine äusserst günstige und sichere Alternative, um Eigentumswerte wie Geld und Landbesitz, aber auch Identitäten, Patente oder Bildrechte unwiderruflich festzulegen, zu validieren und vertrauensvoll zu handeln.» Sehr vielversprechend sei die Idee, Transaktionen an Bedingungen zu knüpfen: sogenannte Smart Contracts. Sie lassen das Mietauto nur dann anspringen, wenn die Leasingrate bezahlt ist.

Zuerst in Schwellenländern

Die Banken nehmen diese Entwicklung sehr ernst. Sie haben sich zu einem Konsortium namens R3 zusammengeschlossen, um Einsatzmöglichkeiten für die Technologie zu prüfen. Dennoch: «Für Schweizer Bankkunden ändert sich im direkten Kontakt mit ihrer Bank vorerst nichts», glaubt Gadient. «Blockchain dürfte sich zuerst dort durchsetzen, wo der Bedarf an funktionierender Infrastruktur am grössten ist, also in Entwicklungs- und Schwellenländern.» Deshalb interessieren sich die UNO und diverse Nichtregierungsorganisationen brennend für diese neue Technologie.

Wo und wie rasch sich die Blockchain etabliert, sei noch völlig unklar, meint Gadient. «Die technologische Infrastruktur ist da, aber es gilt noch regulatorische, organisatorische und kulturelle Hürden zu nehmen.» In gewisser Weise erinnere die Situation an die 80er-Jahre. «Damals ahnte man, dass das Internet die Dinge verändern würde. Aber man hatte keine Vorstellung davon, was das bedeuten würde.»

Andere Zeiten, andere Zahlungsmittel

  • 1023 – Die Song-Dynastie in China gibt mangels Kupfer Papiergeld heraus.
  • 1887 – Science-Fiction-Autor Edward Bellamy kreiert den Begriff «Kreditkarte».
  • 1981 – American Airlines lanciert ein Vielfliegerprogramm. Damit wird Loyalität zu einer Art Währung.
  • 2009 – Mit der Schöpfung von 50 Bitcoins entsteht ein weltweites dezentrales Zahlungssystem.
  • 2020 – Schweden verabschiedet sich vom Bargeld.
  • 2050 – Soziale Währungen dominieren, die Reputation ist wertvoller als Zahlen.

Finanzlabor

In Sachen Blockchain übernimmt UBS eine Vorreiterrolle. Sie hat in der Ideenschmiede Level39 an der Canary Wharf in London ein FinTech-Labor eingerichtet. Dort experimentiert ein Team mit disruptiven Technologien wie Blockchain. Ziel ist es, das Potenzial der Technologie und deren Anwendungen im Finanzbereich auszuloten.

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