Immobilienmarkt Digitaler Immobilienmarkt: immer und überall online

Wir kommunizieren mehr und mehr über digitale Kanäle. Das gilt auch für den Immobilienmarkt.

Digitaler Immobilienmarkt: immer und überall online

Ob bei der Bezahlung von Rechnungen, bei Hotelbuchungen oder Restaurantreservationen: Mit ein paar Klicks werden Produkte und Dienstleistungen gekauft und Aufgaben erledigt. Es ist eine alltägliche Selbstverständlichkeit, sich über Onlineportale zu informieren, Leistungen zu vergleichen und zu beurteilen. Laut Bundesamt für Statistik BfS nutzen rund 90 Prozent der Personen über 14 Jahren in der Schweiz regelmässig das Internet – und 99 Prozent der Jugendlichen besitzen ein Smartphone. Vieles spricht dafür, dass die digitale Transformation praktisch alle Lebensbereiche und Wirtschaftszweige noch weiter prägen und verändern wird.

Willkommen im digitalen Zeitalter

Die Zahl aller Handänderungen von Immobilien im privaten Bereich, also der Erwerb von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen, wird auf etwa 40 000 bis 50 000 pro Jahr geschätzt. Bis vor ein paar Jahren wurden diese Objekte meist in Regional- und Lokalzeitungen inseriert. Das auf Immobilien spezialisierte Beratungsunternehmen Wüest Partner schätzt, dass heutzutage rund 90 Prozent aller Angebote von Wohneigentum auf digitalen Plattformen zu finden sind. «Wir registrieren etwa 10 Prozent Objekte, die nur in den Printmedien erscheinen», sagt Robert Weinert, Ökonom bei Wüest Partner. Der durchschlagende Erfolg des Internets spiegelt sich auch darin, dass gemäss aktuellen Umfragen 92 Prozent aller Personen Eigentumsobjekte über Immobilienportale suchen – bei den Mietwohnungen sind es sogar 95 Prozent. Kein Wunder, denn auf den grossen Portalen finden sich 60 000 bis 70 000 Angebote.

Neubauten vor Baubeginn besichtigen

Die Digitalisierung hat viele Vorzüge: Verglichen mit traditionellen Inseraten sind die Kosten für das Aufschalten von Angeboten auf digitalen Plattformen massiv tiefer. Ausserdem bieten die Onlineportale oft zusätzliche Informationen wie zum Beispiel detaillierte Pläne, Fotos und Beschreibungen des Objekts oder Kartenmaterial zur Umgebung. Besonders hilfreich ist die Digitalisierung bei Neubauten ab Plan: Als Interessent können Sie mithilfe von Virtual-Reality-Brillen in künstliche Welten eintauchen. Dank dieser Technologie lassen sich Gebäude virtuell besichtigen, die entweder weit weg oder noch gar nicht gebaut sind. Die Architektur, Lichteinfall und räumliche Dimensionen sind eins zu eins erlebbar. Weil immer mehr Menschen auf Internet-Plattformen nach Kauf- und Mietangeboten suchen und Profile hinterlegen, fallen grosse Mengen an Daten an. Diese Informationen und Suchprofile liefern den Investoren und Projektentwicklern immer zahlreichere, zuverlässige Anhaltspunkte zu Nachfragetrends und Präferenzen. Standortentscheide, Planung und Gestaltung von Neubauten, der Mix von unterschiedlichen Wohnungsgrössen usw. lassen sich so an die tatsächlichen Bedürfnisse und Wünsche anpassen. Und die Entwicklung geht weiter: Der künftige Immobilienbesitzer wird noch viel stärker als früher bereits im Planungsprozess mitwirken. Kommt hinzu, dass die Gebäude von morgen «smart» sein werden: Die einzelnen Bauteile und Geräte sind vernetzt (Internet of Things), was zum Beispiel für Überwachung, Reparaturen und Unterhalt völlig neue Perspektiven bietet.

Transparenter Immobilienmarkt

Die Digitalisierung hat auch die Transparenz im Immobilienmarkt verändert. Noch vor 20 Jahren liefen viele Transaktionen mehr oder weniger im Verborgenen oder über meist lokal tätige Vermittler oder Immobilienmakler ab. Diese stellten den Kontakt zwischen Verkäufer und Käufer her und wickelten die Transaktionen ab. Die Verlagerung auf öffentliche, digitale Plattformen macht den Markt grundsätzlich transparenter. Jede Privatperson kann sich dank des repräsentativen Angebots an ausgeschriebenen Objekten selbst ein Bild davon machen, welche Immobilien zu welchem Preis auf dem Markt sind. Da gute Angebote rasch wieder vom Markt verschwinden, bieten viele Plattformen Suchabos an – der Interessent wird direkt benachrichtigt, wenn neue Angebote zu seinem Suchprofil passen. Ausserdem finden sich auf verschiedenen Plattformen Preisinformationen für bestimmte Regionen – teils ist es sogar möglich, den Preisverlauf bestimmter Angebote zurückzuverfolgen. Im Übrigen stehen auch günstige oder sogar kostenlose Tools zur Schätzung des Wertes von Immobilien zur Verfügung. Die Entwicklung geht in rasantem Tempo weiter. Lassen wir uns überraschen, wie wir uns künftig im digitalen Immobilienmarkt bewegen.

1x1 des Finanzierens

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