Exportrisikoversicherung Mit der SERV gezielt Exportrisiken versichern

Mit der SERV gezielt Exportrisiken versichern

Peter Gisler, 55, ist ein ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet der Exportfinanzierung. Er kennt die Perspektive der Industrie wie auch jene der finanzierenden Banken.

UBS Impulse: Peter Gisler, Sie sind seit Januar der neue Direktor der Schweizerischen Exportrisikoversicherung SERV. Zuvor waren Sie jahrzehntelang in der Privatwirtschaft tätig. Was reizt Sie an Ihrem neuen Job?

Ich bin 55 Jahre alt und suchte noch einmal eine neue berufliche Herausforderung. Aufgrund meines fachlichen Know-hows und der breiten Erfahrungen, die ich bei ABB im globalen Exportgeschäft und auf der Bankenseite sammeln konnte, war ich für diese Aufgabe geradezu prädestiniert.

Womit befasst sich die Schweizerische Exportrisikoversicherung SERV?

Wir unterstützen Schweizer Unternehmen dabei, Zahlungsausfälle und Liquiditätsengpässe in Zusammenhang mit Exportgeschäften zu vermeiden.

Braucht es dazu eine staatliche Organisation?

Nicht nur die Schweiz, fast alle Industrieländer verfügen über einen staatlichen Exportkreditversicherer. Sie ermöglichen es den heimischen Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen auch in Länder zu verkaufen, in welche sie ohne die Rückendeckung durch eine staatliche Versicherung womöglich nicht exportieren würden. Ziel ist immer die Sicherung von Arbeitsplätzen im eigenen Land.

Wo lauern denn die grössten Gefahren?

Es gibt bei grenzüberschreitenden Geschäften eine Vielzahl von Risiken und Hindernissen, mit denen sich exportierende Unternehmen herumschlagen müssen.

«Manche Exporteure werden von ihren Auftraggebern unter Druck gesetzt, um längere Zahlungsfristen zu akzeptieren.»

Peter Gisler, Dirketor SERV

Zum Beispiel?

Die erwähnten Zahlungsrisiken oder die mit einem Exportgeschäft verbundene Bürokratie. Ein Vertragsabschluss an sich gestaltet sich oft schwierig und die internationale Konkurrenz wartet nicht. So werden manche Exporteure von ihren ausländischen Auftraggebern unter Druck gesetzt, um beispielsweise längere Zahlungsfristen zu akzeptieren. Nicht wenige Firmen laufen deshalb Gefahr, in Liquiditätsschwierigkeiten zu geraten.

Was unternimmt die SERV dagegen?

Die SERV kann das Risiko übernehmen, dass ein Exporteur bei einer Lieferung ins Ausland nicht rechtzeitig oder unvollständig bezahlt wird.

Welche anderen Dienstleistungen bieten Sie an?

Wenn die Produktionskosten für ein Exportgeschäft nicht aus eigenen Mitteln oder mit Hilfe einer Bank ohne zusätzliche Sicherheiten des Lieferanten vorfinanziert werden können, oder wenn Exporteure ihren ausländischen Kunden eine Bankgarantie stellen müssen, kann die SERV über eine Versicherung oder Garantie helfen, die notwendigen finanziellen Mittel zu beschaffen.

Wie hat sich die Nachfrage in den letzten Jahren verändert?

Die zu versichernden Geschäfte werden immer komplexer und müssen immer höheren Anforderungen genügen. Generell verzeichnen wir deshalb ein erhöhtes Bedürfnis nach fachlicher Beratung.

Aus welchen Branchen stammen Ihre Kunden?

Die Hauptbranchen sind Schienenfahrzeuge und Bahntechnologie, Maschinenbau, Stromerzeugung und -verteilung sowie Chemie und Pharma. Wir versichern aber auch Dienstleistungen von Schweizer Unternehmen für ausländische Kunden.

Unterstützen Sie auch KMU-Betriebe?

Unbedingt. Oft mangelt es den KMU an Exportspezialisten, deshalb unterstützen unsere Kundenberater diese Firmen in besonderem Mass. Bei der Erschliessung neuer Märkte oder bei einem sehr grossen Auftrag ist das sehr wichtig, weil hier ein Zahlungsausfall für ein KMU unter Umständen schnell zur Existenzbedrohung werden kann.

Wem stehen die Angebote der SERV offen?

Allen Unternehmen mit Sitz in der Schweiz. Es gibt keine Mindestgrössen in Bezug auf den antragstellenden Exporteur oder das zu versichernde Geschäft. Auch gibt es keine Einschränkungen hinsichtlich der jeweiligen Branche, Ware oder Dienstleistung.

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