Die Prioritäten ändern sich

Ein Interview mit Familienvater und UBS Hypotheken-Experte Felix Hauser über das Wohnen mit Kindern.

Spätestens mit der Geburt des ersten Kindes verändern sich die Ansprüche an das eigene Zuhause fundamental. Davon weiss auch Felix Hauser zu berichten. Die Prioritäten des zweifachen Vaters und UBS Hypotheken-Experten haben sich mit der Familiengründung massgeblich verändert.

Herr Hauser, was verbinden Sie mit dem Wort «Zuhause»?

Meine Frau und ich sind in Zürich zuhause und verwurzelt. Der Grossteil unserer Verwandten und Bekannten lebt in der Stadt. Sowohl unser berufliches wie auch privates Leben findet hier statt. Meine Partnerin und ich waren uns schon immer einig, dass wir auch unsere Kinder hier aufziehen wollen.

Zürich ist ein teurer Wohnort. Haben Sie nie darüber nachgedacht, sich ein Haus ausserhalb der Limmatstadt zu suchen?

Nein. Ein anderer Wohnort als Zürich war für uns keine Option. Natürlich würden wir in der Agglomeration oder in einem kleinen Dorf mehr Wohnraum zu den gleichen Kosten finden. Aber wir würden die Annehmlichkeiten des urbanen Lebens, das wir so schätzen, vermissen.

Wie aufwändig gestaltete sich die Haussuche?

Wir hatten unglaubliches Glück. Vor rund sechs Jahren lud uns ein befreundetes Paar in ihr neues Zuhause ein. Als wir sahen, wie sie das Familienleben in ihrem Reiheneinfamilienhaus gestalteten, fanden wir grossen Gefallen an dieser Art des Wohnens. Kurze Zeit nach unserem Besuch stand in dieser Wohnsiedlung ein Haus zum Verkauf und wir schlugen sofort zu. Rund ein halbes Jahr nach der Geburt unseres ersten Sohnes sind wir in unser kleines Reich eingezogen.

Hätten Sie sich ein Leben im Reihenhaus als 30-Jähriger vorstellen können?

(Lacht) Definitiv nicht. Meine Frau und ich genossen das Mieterleben mit all seinen Freiheiten. Auch als meine Lebenspartnerin schwanger wurde, dachten wir nicht über ein Eigenheim nach. Wir waren der Meinung, dass wir als Kleinfamilie in unserer Mietwohnung im vierten Stock gut leben könnten.

Heute sehen Sie dies ja ein wenig anders.

Vielleicht waren wir damals ein wenig blauäugig. Aber unsere Prioritäten veränderten sich schliesslich komplett. Uns wurde mit einem kleinen Kind erstmals bewusst, wie umständlich unsere Wohnsituation eigentlich war. Das Haus verfügte über keinen Lift. Treppensteigen in den vierten Stock mit Einkäufen und Kleinkind stellte jedes Mal eine grosse Herausforderung dar. Auch die Waschmaschine im Keller und der kleine Balkon waren nicht ideal für den Alltag einer jungen Familie.

Welche Faktoren waren bei der Haussuche entscheidend?

Höchsten Stellenwert hat für uns die Sicherheit. Unsere Söhne sollen sich frei bewegen können. Aus diesem Grund haben wir uns für ein Haus entschieden, das sich in einer autofreien Wohnsiedlung befindet.

Was haben Sie für bauliche Veränderungen vorgenommen?

Was die Einrichtung und Renovationsarbeiten betrifft, haben wir nur das Nötigste gemacht. Kinder hinterlassen nun mal ihre Spuren. Deshalb fokussierten wir in erster Linie auf die Sicherheit unserer Kinder. Wir haben alle Fenstergriffe ausgetauscht. Diese lassen sich nun mit einem Schlüssel abschliessen. Auch die Treppen waren uns ein grosses Anliegen. Da wir auf drei Stockwerken leben sind diese allgegenwärtig. Mit rutschfestem Teppich und Sicherheitstörli haben wir diese zum Wohle unserer Kinder sicherer gestaltet.

Sie meinten, dass Kinder Spuren hinterlassen. Können Sie uns ein Beispiel nennen?

(Schmunzelt) Natürlich. Unser Jüngster entschied eines Tages, dass unser helles, einfarbiges Sofa optisch wenig ansprechend sei. Er schnappte sich also einen Kugelschreiber und machte sich ans Werk. Zum Glück konnten wir die Spuren beseitigen. Seither ist für uns aber noch viel klarer, dass wir erst in hochwertigere Möbel investieren werden, wenn die Jungs älter sind.

Wo findet das Leben der Familie Hauser mehrheitlich statt?

Grösstenteils im Wohnzimmer. Da es sich im Erdgeschoss befindet, können die Kinder von hier direkt in den Garten hinaus. Nach unserem Einzug haben wir uns an die Umgestaltung des Gartens gemacht. Wir haben für mehr Rasenfläche gesorgt und eine Hecke als Sicht- und Lärmschutz gepflanzt.
Wer uns besucht, sieht auf jeden Fall, dass in unserem Wohnzimmer und im Garten oft und gerne gespielt wird. Unsere Buben sollten eigentlich jeden Abend ihr Spielzeug aufräumen, aber ganz so konsequent wird dies selten umgesetzt (lacht).

Verzichten Sie zu Gunsten Ihrer Kinder auf bestimmte Annehmlichkeiten?

Zuvor lebten wir als Paar in kleinen Wohnungen. Nun verfügen wir trotz zweier Kinder über mehr Platz als zuvor. Hin und wieder sehnen wir uns jedoch nach einem Rückzugsort für Erwachsene, in dem nichts in Kinderhände fallen kann. Momentan reicht es jedoch nur für ein Zimmer, das gleichzeitig Büro, Stauraum, Bibliothek und Bügelzimmer ist.

Waren die Schulen in der Umgebung auch ein entscheidendes Kriterium?

Die nächste Schule oder der nächste Kindergarten ist in einer Stadt nie weit entfernt. So auch an unserer Wohnlage. Deshalb haben wir uns mit dem Thema nicht weiter auseinandergesetzt. Entscheidender war für uns die Nähe zu unseren Familien. Die Grosseltern sollen uns ohne Mühe schnell erreichen können und umgekehrt soll auch der Weg zu ihnen für uns unbeschwerlich sein.

Wie planen Sie langfristig mit Ihrem Wohneigentum?

Das Haus soll auch langfristig unser Lebensmittelpunkt bleiben. Wir planen eine grössere Veränderung mit der Pubertät unserer Kinder. Dann wird auch Privatsphäre für sie wichtiger werden. Geplant ist ein Umbau des obersten Geschosses, wo wir unser Schlafzimmer einrichten werden. Und unsere beiden Söhne werden sich dann im ersten Stock ausbreiten dürfen.

Und noch langfristiger gedacht, wenn Ihre Söhne ausziehen werden?

Wir fühlen uns in der Nachbarschaft und im Haus sehr wohl. Darum können wir uns sehr gut vorstellen, in diesem Haus zu bleiben, wenn die Kinder ausgezogen sind.

Welchen Ratschlag würden Sie werdenden Eltern hinsichtlich ihrer Wohnsituation mitgeben?

Ich habe gleich zwei Ratschläge.
Das Leben verändert sich mit Kindern komplett und somit auch die Bedürfnisse. Früher wollte ich immer im obersten Geschoss eines Hauses leben – und zwar wegen der Ruhe. Jetzt ist es mir wichtiger, einen Garten nutzen zu können. Die Kinder und ich geniessen es, vom Wohnzimmer direkt ins Freie zu gehen. Gerade in den Sommermonaten zahlt sich dies aus.
Der zweite Ratschlag bezieht sich auf die Sicherheit der Kinder. Diese sollte ein entscheidendes Kriterium sein. Weil wir mit dem Einzug auch gleich entsprechende Massnahmen getroffen haben, müssen wir uns nun nicht ständig Gedanken dazu machen.

Über Felix Hauser

Felix Hauser (40) ist seit zehn Jahren verheiratet. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen – zwei und sechs Jahre alt – bewohnt er ein 5,5-Zimmer Reiheneinfamilienhaus in Zürich. Als UBS Hypotheken-Experte setzt er sich täglich mit dem Thema Eigenheim auseinander.