Wandel der Inflationserwartungen

Besteht die Gefahr einer Inflation?

Die wirtschaftlichen Ereignisse der letzten Jahre – zum Beispiel die weltweite Finanzkrise, die europäische Schuldenkrise sowie die fallenden Ölpreise – haben zu niedrigen Inflationserwartungen beigetragen. Seit den US-Präsidentschaftswahlen hat sich die Lage jedoch geändert. Ungeachtet der geldpolitischen Unterstützung der Konjunktur in den letzten Jahren verharrten die Inflationsraten in den USA und in der Eurozone weit unter den entsprechenden Zielwerten der beiden Zentralbanken.

Nach der Finanzkrise 2007/08 betrug die Inflationsrate in den USA zwischen Oktober 2008 und Oktober 2016 durchschnittlich 1,4%. Der Langzeitdurchschnitt seit Januar 1971 liegt indes bei 4,1%. Bei der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank im September 2016 signalisierten die FOMC-Mitglieder, dass sie in den kommenden Jahren einen Aufwärtstrend der Inflation erwarten. Der Wahlsieg Donald Trumps sowie die erwarteten Änderungen der Fiskalpolitik wirken sich ebenfalls auf die Erwartungen aus.

Was passiert also, wenn sich der Preisauftrieb künftig beschleunigt?

Viele Anlagen wie Nominalanleihen bieten strukturell keinen Schutz vor einem kräftigen Anziehen der Inflation. Wie an anderer Stelle erläutert, dürften Treasury Inflation-Protected Securities – auch TIPS genannt – die Portfolios von Anlegern vor Inflationsrisiken schützen.

Anleger sollten sich bewusst sein, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung ist.