UBS Year Ahead 2021

Erfahren Sie mehr über unseren Ausblick für 2021.

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Herzlich willkommen beim Year Ahead 2021

In einem «Jahr der Erneuerung» kehrt die Welt unseres Erachtens zur Normalität zurück, obwohl die Unsicherheit fortbesteht. Zugleich steuern wir beschleunigt auf eine veränderte Zukunft zu.

Das Börsenthema 2020 lautete: auf solide, grosskapitalisierte und US-amerikanische Titel setzen. 2021 wird das Jahr der Zykliker sowie der kleinkapitalisierten und globalen Werte sein, denn die von den Lockdowns am schwersten betroffenen Sektoren und Märkte beleben sich allmählich. 

Zugleich beschleunigt sich die Dynamik, mit der die Wirtschaft in die Zukunft steuert. Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger führt daher kein Weg an den Disruptoren vorbei, die unsere Welt digitaler und nachhaltiger machen. Hervorzuheben sind hier Greentech, Fintech und Healthtech sowie die Nutzniesser der Einführung von 5G. 

Wir hoffen, dass dieser Jahresausblick Year Ahead 2021 aufschlussreiche Erkenntnisse darüber bietet, wie sich eine Welt in rasantem Wandel auf die Kapitalanlagen auswirkt. Wir freuen uns, mit Ihnen zusammenzuarbeiten und Ihnen bei der zukünftigen Gestaltung Ihres Portfolios zu helfen.

Unsere Einschätzung und Anlageideen

Kapitel 1

Jahr der Erneuerung

Das Jahr 2020 brachte eine beispiellose Unterbrechung der Wirtschaftsaktivitäten, eine Verschmelzung von geld- und fiskalpolitischen Massnahmen und die Wahl einer neuen politischen Führung in den USA 2021 werden wir nach und nach zur Normalität wie vor der Pandemie zurückkehren und uns zugleich noch schneller Richtung Zukunft «nach Corona» bewegen.

Kapitel 2

Zentrale Fragen

Wir erwarten, dass die weltweite Wirtschaftsleistung und die Unternehmensgewinne bis Ende 2021 wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen. Dies dürfte konjunkturempfindlichen Märkten und Sektoren eine Outperformance ermöglichen. Ein beschleunigter Wandel bedeutet aber auch, dass es wichtig ist, in strukturellen Wachstumswerten engagiert zu bleiben.

Kapitel 3

Anlageeinschätzungen

Wir erwarten 2021 steigende Aktienmärkte. In einem Jahr der Erneuerung gehen wir zudem davon aus, dass manche Nachzügler von 2020 aufholen werden. Anleger müssen global denken, auf Titel mit Aufholpotenzial achten und Ausschau nach langfristigen Gewinnern halten.

Kapitel 4

Das Jahrzehnt des Wandels

Die globale Coronavirus-Pandemie hat viele Trends beschleunigt, die zu Beginn dieses Jahrzehnts des Wandels bereits angelaufen waren. Wir sind der Auffassung, dass die Welt nach der Krise höher verschuldet, ungleicher und lokaler sein wird – aber auch digitaler und nachhaltiger.

Kapitel 5

Anlageideen

Unserer Meinung nach wird es sich im nächsten Jahrzehnt lohnen, in Unternehmen zu investieren, die andere Sektoren mit disruptiven Technologien verändern. Wir erwarten, dass «die nächste grosse Sache» im Fintech-, Healthtech- oder Greentech-Sektor stattfindet und durch die weltweite Einführung der 5G-Technologie ermöglicht und beschleunigt wird.

Kapitel 6

Anhang

2020 hatten die Entscheidungen in einem Bereich der Politik beispiellose Auswirkungen auf andere Bereiche. Die Gesundheits- und Wirtschaftspolitik verschmolzen, die Fiskal- und Geldpolitik arbeiteten als eine Einheit zusammen und Menschen sowie Maschinen mussten sich einander annähern, obwohl die soziale Distanzierung die Menschen stärker voneinander entfernte.


Das Jahr 2020 brachte eine beispiellose Unterbrechung der Wirtschaftsaktivitäten, eine Verschmelzung von geld- und fiskalpolitischen Massnahmen und die Wahl einer neuen politischen Führung in den USA. 2021 werden wir nach und nach zur Normalität wie vor der Pandemie zurückkehren und uns zugleich noch schneller Richtung Zukunft «nach Corona» bewegen.

Szenarioanalyse

Anlageeinschätzung

Positives Szenario

Für die nächste Etappe diversifizieren

Sich auf einen schwächeren US-Dollar ausrichten

In «die nächste grosse Sache» investieren

Basisszenario

Jagd nach Renditen

Auf nachhaltige Anlagen setzen

Diversifikation an Privatmärkten

Negatives Szenario

Eine diversifizierte Absicherungsstrategie mit Gold, dynamischen Allokationsstrategien, langer Duration und Optionsstrukturen

Erholung von der Pandemie

Positives Szenario

Ein hochwirksamer Impfstoff ist in führenden Volkswirtschaften bis zum 1. Quartal 2021 allgemein verfügbar.

Soziale Aktivitäten normalisieren sich bis zum 2. Quartal 2021.

Das BIP der Industrieländer liegt bis Ende 2021 wieder auf Vor-Pandemie-Niveau.

Basisszenario

Ein wirksamer Impfstoff ist in führenden Volkswirtschaften bis zum 2. Quartal 2021 allgemein verfügbar.

Covid-19-Infektionswellen treten in der ersten Jahreshälfte erneut auf. Dank kurzfristiger Einschränkungen und mässiger Angst der Öffentlichkeit können sich die sozialen Aktivitäten im Zuge der Einführung der Impfstoffe jedoch bis zum 3. Quartal 2021 normalisieren.

Das BIP der Industrieländer liegt bis zum Jahr 2022 wieder auf Vor-Pandemie-Niveau.

Negatives Szenario

Die Verfügbarkeit von Impfstoffen verzögert sich oder sie sind weniger wirksam als ursprünglich angenommen.

Die Angst der Öffentlichkeit vor Covid-19 ist erhöht und Restriktionen für die Geschäfts-tätigkeit treten 2021 wiederholt auf und führen dazu, dass sich die sozialen Aktivitäten erst Ende 2021 wieder normalisieren.

Das BIP der Industrieländer liegt bis zum Jahr 2023 wieder auf Vor-Pandemie-Niveau.

Wirtschaftspolitik

Positives Szenario

Die Zentralbanken verfolgen weiterhin eine akkommodierende Geldpolitik, auch wenn im späteren Jahresverlauf eine Straffungstendenz bestehen dürfte.

Niedrige Realzinsen und ein schwächerer US-Dollar stützen das Weltwirtschaftswachstum.

Basisszenario

Die Zentralbanken behalten ihre akkommodierende Geldpolitik bei.

Die Realzinsen sind weiterhin stabil auf niedrigem Niveau.

Negatives Szenario

Die Unterstützung durch die Geldpolitik wird verstärkt, um die Auswirkungen des schwachen Wachstums auszugleichen. Sie könnte jedoch bei einem unerwarteten Inflationsanstieg zurückgefahren werden.

Die Realzinsen steigen zunächst, tendieren dann aber nach unten.

Geopolitik

Positives Szenario

Die US-Regierung kann sich auf ein unerwartet grosses Konjunkturpaket von fast USD 2 Bio. einigen. 

Die Regierung Biden beginnt mit einer teilweisen Rücknahme bestehender Zölle auf Exporte von China, wodurch das Weltwirtschaftswachstum unterstützt wird.

Basisszenario

Die US-Regierung beschliesst ein Konjunktur -paket im Wert von USD 500 Mrd. bis
USD 1000 Mrd. und nimmt keine Steuer-erhöhung vor.

Die Beziehungen zwischen den USA und China bleiben langfristig problematisch, die Aussenpolitik des designierten Präsidenten Joe Biden ist jedoch vorhersagbarer als die seines Vorgängers.

Negatives Szenario

Die laufenden rechtlichen Anfechtungen des US-Wahlergebnisses oder parteipolitische Meinungsverschiedenheiten sorgen für Unsicherheit über die Fiskalpolitik.

Die Handelsspannungen zwischen den USA und China eskalieren erneut; die fundamentale geostrategische Rivalität zwischen den USA und China wird durch die neue US-Regierung nicht abgebaut.

Prognosen Anlageklassen

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

Positives Szenario

Positives Szenario

Basisszenario

Basisszenario

Negatives Szenario

Negatives Szenario

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

S&P 500 (aktuell: 3532)

Positives Szenario

4,000

Basisszenario

3,800

Negatives Szenario

2,900

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

Euro Stoxx 50 (aktuell: 3443)

Positives Szenario

3,900

Basisszenario

3,600

Negatives Szenario

2,800

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

MSCI EM (aktuell: 1192

Positives Szenario

1,390

Basisszenario

1,280

Negatives Szenario

900

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

SMI (aktuell: 10 361)

Positives Szenario

11,500

Basisszenario

11,000

Negatives Szenario

8,800

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

USD-IG-Spread (aktuell: 82 Bp.)

Positives Szenario

60bps

Basisszenario

80bps

Negatives Szenario

200bps

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

USD-HY-Spread (aktuell: 422 Bp.)

Positives Szenario

350bps

Basisszenario

400bps

Negatives Szenario

700bps

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

EMBIG-Spread (aktuell: 375 Bp.)

Positives Szenario

280bps

Basisszenario

340bps

Negatives Szenario

550bps

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

EURUSD (aktuell: 1.18)

Positives Szenario

1.25

Basisszenario

1.22

Negatives Szenario

1.12

Ziele für die Anlageklassen bis Juni 2021

Gold (aktuell: USD 1875 je Feinunze)

Positives Szenario

USD 1600 bis USD 1700 je Feinunze

Basisszenario

USD 1950 je Feinunze

Negatives Szenario

USD 2200 bis USD 2300 je Feinunze


Frage 1

Wie schnell wird sich die Weltwirtschaft erholen?

Wir erwarten, dass die weltweite Wirtschaftsleistung und die Unternehmensgewinne bis Ende 2021 wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen. Dies dürfte konjunkturempfindlichen Märkten und Sektoren eine Outperformance ermöglichen. Ein beschleunigter Wandel bedeutet aber auch, dass es wichtig ist, in strukturellen Wachstumswerten engagiert zu bleiben.

2020 wird eines der schlechtesten Jahre für die Weltwirtschaft seit über 70 Jahren sein. Unseres Erachtens wird China als einzige grosse Volkswirtschaft wachsen. Für die US-Wirtschaft gehen wir von einem Wachstumsrückgang um rund 4% aus, wobei die Industrieländer insgesamt und die Schwellenländer ohne China wohl um 5% bis 6% schrumpfen werden.

48% aller Anleger schätzen die Aussichten der Weltwirtschaft während der nächsten zwölf Monate sehr oder etwas optimistisch ein. Bei einem Fünfjahreshorizont steigt der Wert auf 66%.

Quelle: UBS Investor Sentiment Umfrage für das 3. Quartal 2020

Danach erwarten wir aber, dass 2021 das Jahr der Erneuerung werden wird. In China hat sich die Wirtschaftstätigkeit bereits weitgehend normalisiert. Nach ermutigenden ersten Daten über die Wirksamkeit von Impfstoffen bleiben wir zuversichtlich, dass Impfungen bis zum 2. Quartal 2021 allgemein verfügbar sein werden. Dies dürfte zu einer nachhaltigen Erholung in Europa und den USA beitragen.

Falls sich dies bewahrheitet, sollten sich die Unternehmensgewinne rasch wieder erholen. Wir erwarten, dass die Gewinne in den Industrieländern im Jahr 2021 ungefähr den Stand von 2019 erreichen werden. Gleichzeitig rechnen wir damit, dass die Unternehmen der Schwellenländer im Jahr 2021 rund 15% mehr verdienen werden als 2019, was durch das robuste Gewinnwachstum in Asien ermöglicht wird.

Insgesamt werden die Gewinne im Jahr 2021 wohl auf den Stand von vor der Krise zurückkehren

CIO-Gewinnprognosen; 2019 auf 100 umbasiert

Gewinne, umbasiert

Gewinne, umbasiert

2019

2019

2020

2020

2021

2021

2022

2022

Aktienkursentwicklung im Jahresverlauf

Aktienkursentwicklung im Jahresverlauf

Gewinne, umbasiert

US

2019

100

2020

84.5

2021

103.3

2022

120.5

Aktienkursentwicklung im Jahresverlauf

9.7%

Gewinne, umbasiert

Asien ohne Japan

2019

100

2020

98.7

2021

118.3

2022

137.3

Aktienkursentwicklung im Jahresverlauf

9.9%

Gewinne, umbasiert

Euroraum

2019

100

2020

58.4

2021

85.7

2022

102.1

Aktienkursentwicklung im Jahresverlauf

-6.8%

Gewinne, umbasiert

Grossbritannien

2019

100

2020

55.0

2021

75.9

2022

89.9

Aktienkursentwicklung im Jahresverlauf

-16.5%

Gewinne, umbasiert

Schweiz

2019

100

2020

91.0

2021

101.9

2022

112.5

Aktienkursentwicklung im Jahresverlauf

-2.4%

Gewinne, umbasiert

Schwellenländer

2019

100

2020

93.4

2021

114.5

2022

132.7

Aktienkursentwicklung im Jahresverlauf

5.9%

Gewinne, umbasiert

Industrieländer

2019

100

2020

83.2

2021

103.8

2022

119.8

Aktienkursentwicklung im Jahresverlauf

6.3%

Gewinne, umbasiert

Global

2019

100

2020

84.4

2021

105.2

2022

121.9

Aktienkursentwicklung im Jahresverlauf

6.3%

Eine Wiederbelebung der Wirtschaft und des Wachstums der Unternehmensgewinne dürfte auch eine erneute Outperformance der zyklischen Unternehmen und Märkte bedeuten, die sich 2020 unterdurchschnittlich entwickelt haben. Insbesondere erkennen wir ein Aufwärtspotenzial bei Small und Mid Caps, ausgewählten zyklischen Werten (vor allem in den Sektoren Industrie und zyklische Konsumgüter) und den Märkten ausserhalb der USA. 

Was wird nach der Erholung anders sein?

Durch die Pandemie wurde unsere Welt sowohl digitaler als auch lokaler. Nicht alle Unternehmen und Menschen werden in der Lage sein, sich daran anzupassen. Wir denken zwar, dass sich eine Investition in Unternehmen, die von einer zyklischen Erholung profitieren, für Anleger kurzfristig auszahlen sollte. Dies muss jedoch mit einem Engagement in den Disruptoren einhergehen, die den technologischen Wandel im bevorstehenden Jahrzehnt vorantreiben werden, so zum Beispiel 5G, Fintech, Healthtech und Greentech. 

Zugehörige Anlageideen

  • Diversifikation für den nächsten Anstieg  der globalen Aktien, insbesondere in zyklischen Werten mit Aufholpotenzial (Updated version in English here)
  • Investition in «die nächste grosse Sache» mit einem Engagement in Themen wie 5G, Fintech, Healthtech und Greentech

Frage 2

Wie weiter mit der Wirtschaftspolitik?

Wir erwarten, dass die Zinssätze 2021 niedrig und die Staatsausgaben hoch bleiben. Dies dürfte sich für Aktien und Anleihen als hilfreich herausstellen und zu einem schwächeren US-Dollar beitragen.

2020 kam es zu einer bisher beispiellosen Verschmelzung von Geld- und Fiskalpolitik: Zur Finanzierung von sozialen Hilfspaketen gingen Regierungen im Laufe des Jahres ein Gesamtdefizit von über 11% des weltweiten BIP ein, während die fünf grössten Zentralbanken der Welt Geld im Gesamtumfang von USD 5 Bio. druckten.

Auch 2021 werden die Regierungen unserer Meinung nach in die Bresche springen müssen, bis ein Impfstoff die Rückkehr zu einer normal funktionierenden Wirtschaft ermöglicht. Wir erwarten auch, dass die Zentralbanken die Zinsen niedrig halten werden, um das Wachstum und die Inflation zu unterstützen.

Zentralbanken druckten 2020 Geld im Wert von USD 5 Bio.

Summierte Zentralbankbilanzen: Fed, BoJ, BoE, EZB, SNB

Quelle: Fed, BoJ, BoE, EZB, SNB, UBS, per 20. Oktober 2020

Die längerfristige Entwicklung ist aber nicht so gut vorhersehbar.

Eine Möglichkeit wäre, dass die Regierungen vor dem Risiko höherer Schulden und einer steigenden Inflation zurückschrecken und deswegen ihre Staatsausgaben zu stark oder zu schnell verringern. Die Geldpolitik allein kann die Konjunkturerholung wahrscheinlich nicht ausreichend unterstützen. In diesem Szenario wäre also eine längere Phase mit Disinflation und niedrigerem Wachstum wahrscheinlich.

Nur 38% aller befragten Anleger sind besorgt, wie sich die Inflation auf das Erreichen ihrer allgemeinen oder finanziellen Ziele auswirken könnte.

Quelle: UBS Investor Sentiment Umfrage für das 3. Quartal 2020

Eher werden sich die Regierungen vermutlich mit Sparmassnahmen zurückhalten. Denn bislang haben sie zwar viel höhere Defizite angehäuft, aber ohne dass dadurch die Inflation oder die Fremdkapitalkosten gestiegen sind. In diesem Szenario erhöhen die Staaten ihre Defizite weiter und die lockere Geldpolitik wird fortgeführt, selbst wenn die Inflation moderat steigt.

Im Jahr 2021 ist zwar keines der beiden Szenarien wahrscheinlich. Doch sie könnten sich als längerfristiges Narrativ für Anleger herausbilden, das sich nach und nach auf die Kurse der Vermögenswerte auswirken würde. Um sich auf ein Szenario mit höherer Inflation und negativen Realzinsen vorzubereiten, empfehlen wir Anlegern, sowohl an den Börsen als auch an den Privatmärkten Ausschau nach langfristigem Wachstum zu halten. Zur Vorbereitung auf Disinflation und niedrige oder negative Zinsen sollten sich Anleger gegenwärtig verfügbare Renditemöglichkeiten sichern.

Verhältnis zwischen Staatsschulden und BIP stieg 2020 um 20 Prozentpunkte

Median der Staatsschulden relativ zum BIP von Industrieländern, in %

Quelle: IWF, UBS, per 21. Oktober 2020

Zugehörige Anlageideen

  • Jagd nach Rendite in USD-Staatsanleihen aus Schwellenländern, asiatischen Hochzinsanleihen und Crossover-Anleihen
  • Diversifizierung in Privatmärkte oder Investitionen in Bereiche, die die «nächste grosse Sache» sein könnten, verbessern möglicherweise das langfristige Wachstumspotenzial des Portfolios

Frage 3

Was erwartet die USA?

Wir erwarten, dass fiskalpolitische Impulse und die Markteinführung eines Impfstoffes die Konjunkturerholung vorantreiben und eine Outperformance von Mid Caps sowie ausgewählten zyklischen Sektoren gegenüber Large Caps bewirken werden. Der US-Dollar wird nach unserer Meinung abwerten.

Zum Zeitpunkt der Niederschrift ist eine geteilte Regierung wahrscheinlich. So dürften die Republikaner im Senat die Mehrheit für sich beanspruchen, während die Demokraten das Repräsentantenhaus und das Weisse Haus kontrollieren. Aus diesem Grund wird wohl auch das fiskalpolitische Konjunkturpaket kleiner als erwartet, aber trotzdem beträchtlich ausfallen. Die festgefahrene politische Lage könnte auch einige positive Auswirkungen haben. So sind beträchtliche Steuererhöhungen für Unternehmen und Privatpersonen während der kommenden Jahre unwahrscheinlich, weil die Republikaner den Senat kontrollieren. Dadurch sinkt auch die Wahrscheinlichkeit einer aggressiven neuen Regulierung des Gesundheitswesens oder der Unternehmen, die im Bereich fossiler Brennstoffe tätig sind. Allgemeiner ausgedrückt wird die Wahrscheinlichkeit wesentlicher politischer Veränderungen durch eine geteilte Regierung verringert, was auch das Risiko einer politisch verursachten Marktvolatilität sinken lässt. 

Wir gehen von drei wesentlichen Folgen aus:

Über 50% der Anleger planen angesichts des US-Wahlergebnisses Portfolio anpassungen.

Quelle: UBS Investor Watch Pulse, per 29. Oktober 2020

1. Fiskalische Impulse dürften Mid Caps stärken

Die neue Regierung wird unseres Erachtens in der Lage sein, ein weiteres Coronavirus Hilfspaket im Umfang von USD 500 Mrd. bis USD 1 Bio. bzw. rund 2,5% bis 5% des BIP zu schnüren. Dies sollte dem Konsum und dem Geschäftsklima zugutekommen und am Markt einen Favoritenwechsel von Large Caps zu Mid Caps auslösen. Gewinne von Mid Caps reagieren stärker auf eine Konjunkturerholung. Wir erwarten, dass sie im Jahr 2021 ungefähr doppelt so schnell wie die Gewinne von Large Caps wachsen werden.

2. Ein höheres Defizit wird wohl den US-Dollar schwächen

Wir rechnen damit, dass höhere Staatsausgaben durch ein steigendes Defizit und nicht durch zusätzliche Steuern finanziert werden. Obschon die Ausgaben kurzfristig überwiegend durch inländische Ersparnisse finanziert werden können, rechnen wir dann im Zuge einer beginnenden Erholung in 2021 mit steigenden Ausgaben des Privatsektors. Dadurch wird sich das Leistungsbilanzdefizit ausweiten, was einen niedrigeren US-Dollar erfordert, um Finanzierungsmittel aus dem Ausland anzuziehen.

3. Die Rivalität mit China sollte berechen barer werden

Die Biden-Regierung wird unseres Erachtens den Ansatz der USA in der Aussenpolitik erneuern, was insbesondere die Beziehungen mit Europa verbessern sollte. Grundsätzlich wird zwar die geostrategische Rivalität zwischen den USA und China bestehen bleiben. Nach unserem Dafürhalten ist die neue Regierung indes weniger bereit, Zölle als aussenpolitisches Instrument zu nutzen. Verringerte Handels spannungen sollten die Konjunkturerholung unterstützen und unsere Präferenz für zyklische Unternehmen, also beispielsweise Industriewerte, untermauern.

Zyklische Titel dürften ein höheres Gewinnwachstum als defensive Werte und Technologieaktien aufweisen 

Konsensprognose für den Gewinn je Aktie im Jahr 2021, in %

Quelle: FactSet, UBS, per 12. Oktober 2020

Wie weiter mit US-Technologiewerten?

Nach einer Rally von über 50% im Jahr 2020 machen allein die fünf grössten
US-Technologie Unternehmen inzwischen einen Achtel des MSCI AC World Index aus. Das ist mehr als die Marktkapitalisierung von China, Grossbritannien und der Schweiz zusammen. Wir erwarten, dass der Technologiesektor weiterhin von einem starken langfristigen Wachstum der digitalen Werbung, des E-Commerce, des Cloud Computing und der Markteinführung von 5G profitieren wird. Die Bewertungen sind jedoch gestiegen. Wir sind daher der Meinung, dass andere Marktsegmente im Jahr 2021 ein stärkeres Gewinnwachstum erzielen und sich von ihren gedrückten Niveaus lösen werden. Die Kartelluntersuchungen sollten ebenfalls im Auge behalten werden, obwohl eine geteilte Regierung die Wahrscheinlichkeit neuer Vorschriften verringern würde. Unabhängig von der jeweiligen Entwicklung würden wir davon ausgehen, dass bis zu einem Abschluss von Rechtsverfahren mehrere Jahre verstreichen.

Welche Länderallokation empfiehlt sich?

Der US-Aktienmarkt macht mittlerweile 58% des Aktienindex MSCI AC World aus, nach 51% vor fünf Jahren. Obwohl der US-Markt in zehn der letzten elf Jahre eine Outperformance gegenüber globalen Aktien aufwies, kann eine solche Outperformance nicht ewig dauern.

Für Anleger mit Sitz in den USA ist die Ausrichtung auf den Heimmarkt ein
weiterer wichtiger Aspekt. Wenn der US-Aktienmarkt schlecht abschneidet, könnten gleichzeitig andere finanzielle Belastungsfaktoren vorliegen, wie höhere Arbeitslosigkeit, niedrigere Lohnzuwächse oder schwächer steigende Eigenheimpreise. Die Aktienallokation sollte diese anderen Vermögenswerte und auch zukünftige Verbindlichkeiten berücksichtigen. Globale Anlagen können zur Diversifikation von Portfolios beitragen und Anleger vor den Risiken der angesprochenen Korrelationen schützen.
Wir erwarten, dass US-Aktien irgendwann im Jahr 2021 eine Underperformance gegenüber Aktien aus anderen Regionen verzeichnen werden. Diese Entwicklung wird entsprechend andauern. Im Allgemeinen empfehlen wir, dass Anleger in ihren Börsenportfolios nicht mehr als 58% ihrer Aktienallokation in US-Aktien anlegen. Wir ermuntern Anleger zudem, bei Private-Equity-Anlagen stärker in andere Regionen zu investieren.

Zugehörige Anlageideen

  • Ausrichtung auf einen schwächeren US-Dollar, weil wir davon ausgehen, dass Zwillingsdefizite und eine geringere Zinsdifferenz den Greenback schwächen 
  • Diversifikation in US-Mid-Caps und zyklischen Sektoren für die nächste Etappe, weil die Konjunkturerholung einen Favoritenwechsel an den Märkten auslösen dürfte

Year Ahead 2021

Für die nächste Etappe diversifizieren

Wir erwarten 2021 steigende Aktienmärkte. In einem Jahr der Erneuerung gehen wir zudem davon aus, dass manche Nachzügler von 2020 aufholen werden.

Year Ahead 2021

Jagd nach Renditen

Wir gehen davon aus, dass die Zinsen für Geldmarktanlagen sowie die Anleihenrenditen auf absehbare Zeit sehr niedrig bleiben.

Year Ahead 2021

Sich auf einen schwächeren US-Dollar ausrichten

Wegen der Erholung der Weltwirtschaft und niedrigerer Zinsunterschiede erwarten wir für 2021 eine Abschwächung des US-Dollar.


Die globale Coronavirus-Pandemie hat viele Trends beschleunigt, die zu Beginn dieses Jahrzehnts des Wandels bereits angelaufen waren. Wir sind der Auffassung, dass die Welt nach der Krise höher verschuldet, ungleicher und lokaler sein wird – aber auch digitaler und nachhaltiger.

Jahrzehnt des Wandels

In «die nächste grosse Sache» investieren

Unserer Meinung nach wird es sich im nächsten Jahrzehnt lohnen, in Unternehmen zu investieren, die andere Sektoren mit disruptiven Technologien verändern.

Jahrzehnt des Wandels

Auf nachhaltige Anlagen setzen

Nachhaltiges Investieren berücksichtigt alle relevanten sozialen und ökologischen Faktoren, um Risiken besser zu mindern und Chancen zu erkennen.

Jahrzehnt des Wandels

Diversifikation an Privatmärkten

Da die Erträge in traditionellen Investments zukünftig niedriger ausfallen dürften, könnten Allokationen in Private Equity und Private Debt dazu beitragen, die Erträge zu verbessern und Portfolios zu diversifizieren.

8. Rückblick auf das Jahr 2020


2020 hatten die Entscheidungen in einem Bereich der Politik beispiellose Auswirkungen auf andere Bereiche. Die Gesundheits- und Wirtschaftspolitik verschmolzen, die Fiskal- und Geldpolitik arbeiteten als eine Einheit zusammen und Menschen sowie Maschinen mussten sich einander annähern, obwohl die soziale Distanzierung die Menschen stärker von einander entfernte.

Das Ergebnis der Entwicklungen haben wir nachfolgend zusammengefasst:

Während des Jahres hielten wir an der risikofreudigen Ausrichtung fest und suchten an den Anleihen- und Aktienmärkten nach Gelegenheiten. Wir waren der Ansicht, dass die Fiskal- und Geldpolitik verhindern würden, dass die Gesundheits- und Wirtschaftskrise in eine Finanzkrise umschlägt. Wir hielten zudem Ausschau nach langfristigen Themen, wie Technologie, Nachhaltigkeit und Gesundheit, weil wir sie auf lange Sicht als Nutzniesser des Übergangs zu einer stärker verschuldeten, lokaleren und digitaleren Welt betrachten.

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